Es dauert nicht lange, bis Birgit Ludwig und Nalan Tükenmez auf ihrer Runde durch die Stadt den ersten Parksünder gefunden haben. An der Klosterstraße steht ein Wagen im absoluten Halteverbot. Vom Fahrer fehlt jede Spur. Die beiden Politessen machen sich mit Kamera und Taschencomputer an die Arbeit, die Parksünde zu dokumentieren. „Wir nehmen Kennzeichen, Wagenfarbe, Automarke und Tatbestand auf“, erklärt Birgit Ludwig. Die Fotos, die von den Ordnungshütern gemacht werden, dienen später als Beweismittel. 15 Euro wird den Parksünder das Abstellen seines Fahrzeugs an dieser Stelle kosten.
Weitere falsch abgestellte Fahrzeuge finden die beiden Politessen rund um den Parkplatz an der Klosterstraße. Das Abstellen von Fahrzeugen im eingeschränkten oder absoluten Halteverbot ist für die beiden ein Alltagsdelikt. Noch während die zwei den nächsten Fall von Falschparkerei aufnehmen, will direkt nebenan ein weiterer Fahrer sein Auto ins Halteverbot stellen. Beim Anblick der beiden Damen in ihren Jacken mit der Aufschrift „Ordnungsamt“ überlegt er es sich anders und fährt davon.
„Es geht uns nicht darum, möglichst viele Knöllchen zu verteilen. Wir möchten präsent sein. Auch als Ansprechpartner“, erklärt Birgit Ludwig. Und tatsächlich kommen immer wieder Bürger zu den beiden, um zu fragen, wo man eventuell noch Parkplätze findet. Besucher von außerhalb erkundigen sich nach der Neutor-Galerie oder der Martinikirmes und manchmal lautet die Frage auch einfach, ob man am Samstagnachmittag tatsächlich kostenfrei in Dinslaken parken darf.
Wenn in der Stadt etwas besonderes los ist, wie die Martinikirmes, nimmt die Zahl der Parksünder zu. Besonders gerne stellen diese sich auf Behindertenparkplätze. Das ist dann einer der Fälle, bei denen Birgit Ludwig, Nalan Tükenmez und ihre Kolleginnen keine Gnade kennen. „Da warten wir nicht. Da wird direkt abgeschleppt“, sagt Birgit Ludwig. Auch zugestellte Bushaltestellen und Feuerwehreinfahrten sind ihnen ein rotes Tuch. Ansonsten drücken sie aber auch schon mal ein Auge zu. „Man muss bei dieser Arbeit immer auch menschlich bleiben“, sagt Birgit Ludwig.
Auf Seiten der Parksünder trifft sie allerdings nicht immer Freundlichkeit an. Einige werden da gerne mal laut oder äußern sich abfällig, wenn sie nur eine Politesse sehen. „Da darf man nicht zu zart besaitet sein. Sowas sollte man nicht mit nach Hause nehmen“, sagt Birgit Ludwig. Dafür sind sie und ihre Kolleginnen geschult. „Wir haben auch regelmäßig Seminare zur Selbstverteidigung“, erklärt die Politesse. „Anwenden musste ich das bisher allerdings noch nicht.“


