Das Dinslakener Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa) meldet sich in Sachen Kathrin-Türks-Halle zu Wort. Für die Sitzung am Montag, 29. Januar, hat die Vertretung der Kinder und Jugendlichen in Dinslaken eine Beschlussvorlage erarbeitet, in der die Nutzungsmöglichkeiten der Stadthalle für die junge Bevölkerung kritisiert werden.

Seit der Wiedereröffnung der Kathrin-Türks-Halle nach der Sanierung im Jahr 2021 werde die Kultureinrichtung für eine Vielzahl an Veranstaltungen genutzt, so das Kinder- und Jugendparlament in der Vorlage. Neben Konzerten, Theateraufführungen und Feiern würden dort auch regelmäßig Sitzungen von städtischen Gremien stattfinden. „Die Halle für eigene Zwecke zu mieten, ist zwar möglich, allerdings nur unter einem sehr großen finanziellen Aufwand“, so das KiJuPa. Auf diese Weise werde es „potenziellen Veranstalter*innen erschwert, Events in der neuen Stadthalle durchzuführen“.

Geldbeutel entscheide darüber, wer Veranstaltungen abhalten kann

Das allerdings „passt in keiner Weise zum Konzept, unter dem die Kathrin-Türks-Halle gebaut wurde“, so das Kijupa. Das Parlament erinnert an das Motto „Halle für alle“, unter dem die Kathrin-Türks-Halle seit der Sanierung steht. „Eine ‚Halle für alle‘ verstehen wir als einen lebendigen Ort, der die Dinslakener Kulturszene vollumfänglich repräsentieren und zusammenführen soll. Aber keiner, an dem der Geldbeutel darüber entscheidet, wer Veranstaltungen abhalten kann und welches Publikum anwesend ist“, so das KiJuPa. Für die Kinder und Jugendlichen entstehe der „Eindruck, lediglich Events mit einem zahlungskräftigen Publikum seien in der ‚Halle für alle‘ willkommen“.

„Gegenüber den jungen Menschen in unserer Stadtgesellschaft ist das ein fatales Signal“

„Gegenüber den jungen Menschen in unserer Stadtgesellschaft ist das ein fatales Signal“, mahnt das Kijupa in der Beschlussvorlage. Gerade Schülerinnen und Schüler sowie Auszubildende hätten „nicht nur einen engen finanziellen Spielraum, sondern haben auch in den letzten Jahren besonders schwer unter den vielen Krisen gelitten“. Trotzdem seien jugendkulturelle Veranstaltungen „zu einem Großteil schlecht finanziert“. Es sei aber „ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber Jugendlichen, bezahlbare und niedrigschwellige jugendkulturelle Events in der Kathrin-Türks-Halle zu ermöglichen“.

In der Beschlussvorlage für das Kinder- und Jugendparlament wird gefordert, dass die Stadt Dinslaken für jeweils eine jugendkulturelle Veranstaltung im Jahr die anfallenden Kosten für die Nutzung der Kathrin-Türks-Halle übernimmt. Das Gremium diskutiert die Beschlussvorlage in der Sitzung. Der jeweilige Beschluss wird als Empfehlung an die Bürgermeisterin der Stadt Dinslaken weitergeleitet. Zuletzt hatte es mehrfach Kritik an der Vergabe der KTH gegeben – Schüler sollten rund 12.000 Euro für Abschlussveranstaltungen zahlen, auch vom gemeinnützigen Verein Gänseblümchen, der sich um krebskranke Kinder kümmert, wurde für eine Benefizveranstaltung eine hohe Miete verlangt.

KiJuPa wählt neuen Vorstand

In der Sitzung am 29. Januar wählt das Kinder- und Jugendparlament außerdem einen neuen Vorstand. Dieser wird aus der Mitte des Gremiums für zwei Jahre gewählt. Er setzt sich zusammen aus: dem/der Vorsitzenden, zwei stellvertretenden Vorsitzenden, Protokollant oder Protokollantin und Betreuer oder Betreuerin des Kinder- und Jugendparlamentes (beratend). Außerdem kann der Vorstand Mitglieder für bestimmte Aufgaben beratend nachträglich in den Vorstand übernehmen – etwa Mitglieder, die das Kinder- und Jugendparlament in Gremien beziehungsweise Ausschüssen vertreten.

KiJuPa: So kann man mitmachen

Beim Kinder- und Jugendparlament kann Mitglied werden, wer mindestens den fünften Jahrgang einer Dinslakener Schule besucht oder in Dinslaken wohnt oder hier eine Ausbildung macht (bis 21. Lebensjahr). Die Mitglieder des KiJuPa werden nicht gewählt, sondern können freiwillig einsteigen. Informationen und Kontakt gibt es auf https://www.kijupa-dinslaken.de.

Der aktuelle Vorstand besteht aus dem Vorsitzenden Colin Corbach, seinen Stellvertretenden Jonas Overländer und Antonina Wochna sowie dem Protokollanten Jason Adrian Kazmierczak. Dass mindestens ein Vorstandsmitglied weiblich und mindestens eines männlich ist, soll in der Sitzung durch eine Änderung der Geschäftsordnung manifestiert werden – vorausgesetzt, es stehen genügend Kandidaten zur Verfügung. Bei der Wahl von beratenden Mitgliedern in Ausschüssen soll künftig jeder Ausschuss durch ein weibliches und ein männliches Mitglied besetzt werden – nonbinäre Personen sind von dieser Regel ausgenommen.

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