Break Dance trifft Heavy Shanty

Dinslaken.   Breakdance und Shanties. Eine verwirrende Kombination. Aber nur, wenn man in eingafahrenen Denkmustern bleibt. Und das ist bekanntlich etwas, was Kunst statt Leerraum (KSL) konsequent aufbricht.

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Breakdance und Shanties. Eine verwirrende Kombination. Aber nur, wenn man in eingafahrenen Denkmustern bleibt. Und das ist bekanntlich etwas, was Kunst statt Leerraum (KSL) konsequent aufbricht.

Also machen, gucken, das Aha-Erlebnis genießen und auf eimal lösen sich alle scheinbaren Wiedersprüche auf: Am Dienstag gab der Shanty Chor Hiesfeld bei tropischen Temperaturen im KSL-Wettbüro auf der Friedrich-Ebert-Straße 90 ein Konzert. Das Publikumsinteresse war enorm, und nicht nur die, die noch einen Platz im Liegestuhl ergattert haben, kamen auf ihre Kosten. Denn auch optisch hatte das Konzert (abgesehen von den singenden Rotbach-Seebären natürlich) einiges zu bieten. Zu den multikulturellen Klängen der klassischen Seemannslieder, in denen sich europäische, karibische und afrikanische Musikstile mischen, tanzte Nina Schmoller von Funky’s Dance Point Breakdance. Drehte und kugelte sich auf dem Boden, wie man es seit den 1980er Jahren kennt, animierte das Publikum zum Mitklatschen: Hoch die Arme, „up she rises early in the morning“. Die Matrosen waren auf Landgang im Hafenviertel irgendwo auf der Welt, die Kids auf den Straßen tanzen, Arbeitslieder und Street Art. Das Leben war bunt an diesem Abend im KSL-Wettbüro: Der Wahlhamburger Wittek hielt die Momentaufnahmen des Konzerts mit schnellen, sicheren Strichen fest. Die Bilder konnten vor Ort gegen Spende erworben werden, die KSL-Roboter zur Finanzierung des Kunstfestivals sind kleine Euro-Mampfer: Sie möchten mit Metall- und noch lieber mit Papier gefüttert werden.

Ein Wittek-Werk wurde zum besonderen Andenken. Shanty Chor-Leiter Thomas Baumann forderte zum Wunschkonzert auf, jemand wollte die „Kaperfahrt“ hören. Das Lied von den „Männern mit Bärten“ war im Arrangement des Shanty Chors unkonventionell Metal-lastig. Eine junge Frau trat mit Baumann zum Headbangen an, Wittek hielt das als „Heavy Shanty“ fest.

Später zeigte KSL-Organisator Ben Perdighe sein Anker-Tattoo, das ihn zum Mitsingen der „Liebe im Hafen“ legitimierte. Und zur Zugabe gab eine weitere junge Frau im Publikum noch eine Bauchtanzeinlage. Ein Konzert, grenzenlos wie das Meer. Die Wellen der Begeisterung schwappten über. Der Shanty-Breakdance-Abend war ein Experiment. Es ist geglückt.

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