Das Ergebnis als Auftrag begreifen

Dinslaken.   Herbe Verluste für die SPD gegenüber der Landtagswahl 2012, die CDU konnte sich steigern, die Linken legten zu, sind aber nicht im Landtag. FDP und AfD gewannen Stimmen. 67,12 Prozent der Dinslakener gingen zur Wahl. So kommentieren Dinslakens Politiker die Ergebnisse für das Stadtgebiet:

Herbe Verluste für die SPD gegenüber der Landtagswahl 2012, die CDU konnte sich steigern, die Linken legten zu, sind aber nicht im Landtag. FDP und AfD gewannen Stimmen. 67,12 Prozent der Dinslakener gingen zur Wahl. So kommentieren Dinslakens Politiker die Ergebnisse für das Stadtgebiet:

„Dinslaken ist eine liberale Hochburg“ - so lautete gestern die enthusiastische Bilanz von Mirko Perkovic (FDP) zur NRW-Wahl. Knapp 4000 Stimmen für die FDP - das habe es in Dinslaken „so gut wie nie“ gegeben. Die FDP habe mit ihrer jungen Mannschaft liberale Akzente auch vor Ort setzen können. „Nach einem langen Tal der Tränen“ sei die Partei nun wieder im Aufwind, auch dank Christian Lindner. Die „gute Stimmung“ nutze die Partei nun, um die „Jungen Liberalen Dinslaken“ zu gründen. Ein vorbereitendes Neumitgliedertreffen dazu findet Donnerstag, 18. Mai, 19 Uhr (König am Altmarkt) statt. Von einer schwarz-gelben Koalition in Düsseldorf „bin ich nicht überzeugt“, sagt Perkovic. Damit habe die FDP zwischen 2009 und 2013 auf Bundesebene keine guten Erfahrungen gemacht.

Gerd Baßfeld (Die Linke), zeigte sich „enttäuscht“ vom Wahlergebnis. Zwar habe man sich gegenüber der Landtagswahl 2012 verbessert – „trotzdem hat es knapp nicht gereicht“. Das Thema der Linken, soziale Gerechtigkeit, sei aktuell, möglicherweise habe man Wähler an die AfD verloren. „Protestwähler“, wie Baßfeld vermutet. Auch, dass die großen Parteien eine Koalition mit den Linken ausschlössen, habe Stimmen gekostet. „Ich kann das nicht verstehen. Wir zeigen seit zehn Jahren, dass wir eine demokratische Partei sind und vor Ort sachbezogen arbeiten.“

„Schrecklich“ - so reagierte Michael van Meerbeck (CDU) auf die zweistelligen Wahlergebnisse der AfD in Hiesfeld und Lohberg, die er als Auftrag begreift: „Wir müssen uns überlegen, wie wir die Menschen neu ansprechen, wo wir sie abholen.“

Dass die AfD im Landtag vertreten ist, sei für ihn keine Überraschung, kommentierte SPD-Kandidat Stefan Zimkeit das Ergebnis. Er sei aber darüber enttäuscht, dass eine in ihrem Kern undemokratische Partei nun im Parlament sei. Eine so starke FDP habe er dagegen nicht erwartet, zumal die Liberalen ihren Wahlkampf auf Lindner zugeschnitten hätten, der gar nicht dem Landtag angehören wird.

Patrick Voss (Grüne) findet, seine Partei habe ein sehr schlechtes Ergebnis erreicht, es sei im Wahlkampf nicht gelungen, die Wähler zu überzeugen. Das Ergebnis dürfe nicht schön geredet werden, man müsse schauen, wo die Schwächen liegen. Im Wahlkampf habe er erfahren, dass die Bürger unzufrieden mit der Bildungspolitik der Grünen seien.

Reinhard Wolf, Vorsitzender der SPD Dinslaken, empfiehlt seinen Parteikollegen auf Landesebene, sich nicht auf eine Große Koalition einzulassen. Auf Bundesebene seien die Sozialdemokraten zurzeit der Juniorpartner der Koalition. Die SPD könne zwar Erfolge verbuchen, aber die würden der Kanzlerin oder der CDU zugute geschrieben.

Seite
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik