Zechenbahn

Die Brücke der Lohberger Zechenbahn wird nun zerlegt

Die Brücke hängt am Haken des Schwerlastkrans. Die Planungen für die Demontage begannen vor drei Jahren.

Die Brücke hängt am Haken des Schwerlastkrans. Die Planungen für die Demontage begannen vor drei Jahren.

Foto: Heiko Kempken

Dinslaken.   Am Samstag hob die alte Eisenbahnbrücke ein Schwerlastkran von den Pfeilern. Aufwändige Aktion an der Hochstraße in Hiesfeld.

Ein Kohlenzug ist schon lange nicht mehr über diese Brücke gefahren. Mit der Schließung der Zeche ist auch für die Trasse der Zechenbahn, zu der die Brücke am Kreisverkehr Hochstraße/Marschallstraße gehört, überflüssig. Deshalb kann sie entfernt werden.

Am Samstag war es soweit, ein 750-Tonnen-Kran hebt die Brücke von den Sockeln. Langsam dreht sich der Kran mit seiner 84 Tonnen schweren Fracht und setzt sie auf einer neben der Straße Landwehr vorbereiteten Fläche ab. Hier wird sie in den nächsten Wochen zerteilt und abtransportiert.

Verbindung wird zunächst nicht komplett gekappt

Der Stahl, so Stephan Conrad, Pressesprecher der RAG Montan Immobilien GmbH, werde der Wiederverwertung gefügt.

Seit 0.50 Uhr ist die Zugstrecke, die unter der Brücke befindet, gesperrt. Ab dem frühen Morgen laufen Vorbereitungsarbeiten, gegen 7.30 Uhr sind Arbeiter auf Hebebühnen dabei, Schweißarbeiten an den Auflegern durchzuführen. Doch komplett wird die Verbindung von Brücke und Aufleger noch nicht gekappt.

Mit Ketten und Gurten aus Nylonfasern

Das passiert erst, wenn die Ketten angelegt, die Nylongurte am Haken des Autokrans hängen. So gesichert werden dann die letzten Verbindungen gekappt und die Brücke kann von den beiden Sockeln entfernt werden.

Der Motor des Schwerlastkrans wird gestartet, der nächste Arbeitsschritt kann beginnen. Ketten werden auf die Brücke gehievt, dann werden lange, orange-rote Gurte aus Nylonfasern angehängt.

An vier Punkten werden sie an der Brücke befestigt. Gegen 10.30 Uhr ist es soweit, die Brücke löst sich von den Sockeln, langsam schwebt sie durch die Luft und wird auf der vorbereiteten Fläche abgesetzt.

Rückbauarbeiten dauern bis Ende September

Die Aktion am Samstagmorgen hatte sich schon vor einiger Zeit angekündigt. Die Straße Landwehr wurde bereits Ende August gesperrt, die Hochstraße am 14. August. Das Ausheben der Brücke hat planmäßig geklappt.

Die Rückbauarbeiten werden, wenn keine Komplikationen auftreten, bis Ende September andauern. Nach deren Abschluss werden die Sperrungen aufgehoben. Zurückgebaut werden auch die beiden Sockel.

Eine von mehreren Brücken in Dinslaken

Der Rückbau der 40 Meter langen, fünf Meter breiten und 84 Tonnen schweren Stahlkonstruktion ist seit mehreren Jahren geplant worden. „Der Termin der Sperrung der Bahnstrecke stand seit drei Jahren fest“, sagt Marc-Ulrich Goer, der für die RAG den Rückbau organisiert.

Die Brücke an der Hochstraße ist eine von mehreren Brücken in Dinslaken, die zur Infrastruktur der RAG gehören. Für die es aber nach dem Kohleausstieg von Seiten des Unternehmens keine Verwendung mehr gibt. Es gebe für alle RAG-Brücken eine Rückbauverpflichtung, sagt Marc-Ulrich Goer. In Dinslaken könnte als nächstes Bauwerk die Brücke über der Ziegelstraße demontiert werden.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben