Bürgerinitiative

Dinslaken: Bürgerinitiative droht die Auflösung

Die Erweiterung der Deponie Wehofen war der Grund, warum sich die Bürgerinitiative gegen Giftmülle gegründet hatte.

Die Erweiterung der Deponie Wehofen war der Grund, warum sich die Bürgerinitiative gegen Giftmülle gegründet hatte.

Foto: Foto: Heiko Kempken / Heiko Kempken / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Die Mitglieder der Bürgerinitiative gegen Giftmüll (BIGG) müssen bei ihrer nächsten Versammlung entscheiden, ob und wie es weitergeht.

Werden sie weiter für ihre Anliegen kämpfen können oder nicht? Diese wichtige Frage werden die Mitglieder der Bürgerinitiative gegen Giftmüll (BIGG) bei ihrer nächsten Mitgliederversammlung, die am Montag, 5. Oktober, ab 18.30 Uhr im König am Altmarkt stattfindet, zu beantworten haben.

Sie müssen einen neuen Vorstand wählen, denn: Keines der aktuell fünf Vorstandsmitglieder wird sich erneut zur Wiederwahl aufstellen lassen. Es müssen sich bei der Versammlung also mindestens drei neue Freiwillige für die Ämter Sprecher, Vertreter des Sprechers und Kassenwart finden.

Möglicher Punkt der Tagesordnung

„Wir hoffen natürlich, dass sich innerhalb der Initiative Leute finden die sagen: Wir machen das, wir kämpfen weiter“, erklärt Detlef Kolaric, derzeit noch Sprecher der BIGG. „Falls sich aber keiner findet, ist die BIGG und damit das letzte Aufpass-Organ Geschichte.“ Für diesen Fall hat die BIGG vorgesorgt – und auf die Tagesordnung auch den möglichen Punkt „Antrag auf Auflösung der BIGG“ gesetzt.

Wie Kolaric auf NRZ-Anfrage erklärt, habe die BIGG sich im Jahr 2006 oder 2007 gegründet, als Thyssen Krupp Steel (TKS) beabsichtigte, den 3. Bauabschnitt der Deponie Wehofen-Nord auf den Weg zu bringen. „Damit waren wir hier im Averbruch dann direkt Betroffene“, erklärt er. Auch gegen den im Oktober startenden Bau des Holzheizkraftwerks (die NRZ berichtete) in dem Stadtteil hat sich die BIGG aufbegehrt. Doch Kolaric sagt: „Wir sehen keine Möglichkeit mehr, dass Vorhaben noch vor Baubeginn stoppen zu können.“ Selbst wenn man mit einer Klage gegen das Vorhaben am Ende Erfolg habe – bis es soweit sei, sei das Holzheizkraftwerk längst fertig gebaut. Und dass die Dinslakener Bürger dann für die Rückbaukosten aufkommen von etwas aufkommen müssten, dass sie ja erst kurz zuvor bezahlt hätten, sei schließlich auch nicht im Sinne aller Bürger.

Frustriert über Verzögerung

BIGG-Sprecher Kolaric zeigt sich „absolut frustriert darüber, wie in der kommunalen sowie in den übergeordneten Stellen wie unter anderem der Bezirksregierung gearbeitet wird“. Als Beispiel führt er die Klage an, die der BUND NRW beim Oberverwaltungsgericht Münster gegen die Erweiterung der Deponie eingereicht hat (die NRZ berichtete). Sie läge dort schon anderthalb Jahre und noch immer sei nichts passiert. Wenn also auch alle übergeordneten Stellen Prozesse maximal verzögerten, „ja, was sollen wir als BIGG oder der BUND als Umweltorganisation da tun?“ Der Einsatz habe die Vereinsmitglieder frustriert und mürbe gemacht. „Wir haben sehr viel Arbeit und Zeit investiert. Für nichts“, sagt Detlef Kolaric.

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