Kommunalwahl

Dinslaken: Grüne nominieren die Kandidaten

Am Samstag nominierte Bündnis 90/Die Grünen die Kandidaten für Kommunalwahl im September.

Am Samstag nominierte Bündnis 90/Die Grünen die Kandidaten für Kommunalwahl im September.

Foto: Grüne Dinslaken / Privat

Dinslaken.  Beate Stock-Schroer steht auf Listenplatz 1 von Bündnis90/Die Grünen. Bisherige Ratsfrauen sind auf der Liste nicht mehr vertreten.

Das Mitgliederwachstum bei den Grünen in Dinslaken sei in den vergangenen Monaten enorm angestiegen, gab Grünen-Sprecher Patrick Voss gleich zu Beginn der Mitgliederversammlung mit gewissen Stolz bekannt. Dennoch fanden sich nur 23 stimmberechtigte Mitglieder am Samstag im Restaurant „Zur Alten Apotheke“ ein. Nicht dabei waren die beiden Ratsfrauen Birgit Emmerich und Lilo Wallerich, die allerdings auch beide nicht mehr bei der Kommunalwahl im September antreten wollen. So sei der nächste Rat mit komplett anderer Besetzung aufgestellt und decke verschiedene Altersgruppen ab, so Voss.

Das die Hälfte aller Kandidaten Frauen sind, ist für die Grünen ja seit Jahren selbstverständlich. Und mit Michaela Eislöffel hätten die Grünen eine Bürgermeisterkandidatin aufgestellt (in Kooperation mit der CDU), die grüne und soziale Werte vertrete, so Voss. Er rechne mit einer guten Chance für die Kandidatin und eine stärkere Beteiligung der Grünen, die nächsten Jahre die Politik in Dinslaken maßgeblich für eine zukunftsorientierte Stadt mitgestalten zu können.

Platz eins wird traditionell an eine Frau vergeben

Die Mitgliederversammlung am Samstag stand danach allerdings ganz im Zeichen der Kandidatenwahl. Das grüne Wahlprogramm war nicht Bestandteil dieser Versammlung, darüber gibt es am 17. Februar Diskussionen. Traditionell wird der erste Listenplatz bei den Bündnisgrünen an eine Frau vergeben. Als einzige Kandidatin dafür stellte sich Beate Stock-Schroer der Wahl.

Die Fachfrau für integrative Medizin ist seit über 30 Jahren Mitglied bei den Grünen. Wichtig sei es für sie, grünes Gedankengut in die Kommunalpolitik einzubringen, dabei Verkehr und Wirtschaft mit ökologischen Gedankengut zu verbinden, aber auch alte grüne Themen im Fokus zu behalten. Sich einzubringen in einem Team sei gleichfalls bedeutsam. Mit 20 von 23 Stimmen wurde Stock-Schroer schließlich von den Mitgliedern gewählt.

Dinslaken soll „wieder grüner werden“

Niklas Graf schaffte es auf Mr. 100 Prozent, alle 23 Grüne stimmten für den bislang bei den Kreisgrünen tätigen Politiker. Viele Ideen hätten die Grünen in den vergangenen Jahren bereits in Dinslaken einbringen können, daran wolle er weiter arbeiten. „Gute Ideen, die uns als Grüne begeistern, möchte ich mittragen, egal von welcher Partei sie stammen, Hauptsache sie bringen etwas für Dinslaken.“ Stefanie Weyland, Oberstudienrätin und seit 22 Jahren am Berufskolleg tätig, wünscht sich, dass Dinslaken im wahrsten Sinne des Wortes wieder grüner wird. Der Verkehrsbereich müsse neu überdacht werden mit verkehrsberuhigten Zonen in der Innenstadt. Zwar nenne sich die Stadt fahrradfreundlich, aber hier gebe es mannigfaltige Defizite. 19 Ja-Stimmen bestätigten ihre Wahl.

Jonas Wischermann ist für Platz 4 nominiert. Der bei der Bankenaufsicht beschäftigte junge Mann arbeitet derzeit an seiner Masterarbeit. Durch seinen Beruf bringe er ökonomische Know-How mit ein, dementsprechend gilt sein Augenmerk auch dem wirtschaftlichen Bereich. Unternehmen vor Ort müssen gestützt werden, allerdings im ökonomisch-ökologischem Sinn. Auch müssten Arbeitsplätze nach Dinslaken geholt werden, das alles sei bei einer schwierigen Haushaltslage zwar nicht einfach aber machbar, so Wischermann.

Annette Berger, einst bei der Stadt Dinslaken nun beim Landesjugendamt beschäftig, hingegen steht für Soziales, Jugendhilfe und Bildung. Sie weiß um der vielen Förderprogramme, die nicht abgerufen werden, die es aber trotz Haushaltssicherung einer Stadt ermöglichten, aktiv mitzubestimmen. Um den Platz 6 kämpften Andreas Kalthoff und Rico Koske, der eine mit Schwerpunkt Jugendhilfe, der andere, Chemieingenieur.

Koske gewann das Rennen um den sechsten Listenplatz, mit dem er sehr wahrscheinlich in den Rat einziehen kann. CO2-Abbau, Klimaneutralität und der damit verbundene Ausbau des ÖPNV und der Radwege sowie der Erhalt der Artenvielfalt ist ihm ein Anliegen. Sein weiteres Herzensthema – Europa. Hier wünsche er sich eine Intensivierung zur Partnerstadt in Arad und vielleicht auch neue Partnerschaften, zum Beispiel Richtung Niederlande. Außerdem wünsche er sich Austauschmöglichkeiten für Azubis, welches über das Erasmus-Programm stattfinden könne.

Die weiteren Kandidaten

Bis zu Platz 22 stellten die Bündnisgrünen ihre Kandidatenliste auf. Es folgen ab Platz 7 Kerstin Engel, Andreas Kalthoff, Janin Holtwick, Jürgen Otte, Lissy Füllgraf, Chris Reimann, Bärbel Radmacher, Sammy Siegel, Maya Weyland, Martin Tenbieg, Hellen-Joelle Graf, Hans-Günther Menner, Carsten Blindauer, Fabian Matten, Simon Schonnop und Peter Schmidt.

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