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Dinslakener kritisiert die Maßnahmen an der Emschermündung

Die Emscher soll im Mündungsbereich sehr viel Platz erhalten.

Foto: Heiko Kempken

Die Emscher soll im Mündungsbereich sehr viel Platz erhalten. Foto: Heiko Kempken

Dinslaken.   Für Wilhelm Laszlob ist das Projekt von Gutachtern auf dem Reißbrett entworfen worden. Es sei einmalig, dass ein Rheindamm durchbrochen werde.

Zwei Meinungen treffen hier aufeinander. Da ist die Emschergenossenschaft, die beim Projekt Umgestaltung der Emschermündung auf Berechnungen und Gutachten verweist.

Da ist der Dinslakener Wilhelm Laszlob, der selbst im Deichbau tätig war und die Maßnahme kritisch begleitet. Was in den vergangenen Jahren an der Emschermündung passiert ist und bis zur geplant Fertigstellung in 2020 passieren wird, gefällt dem 76-Jährigen gar nicht.

Vor allem kritisiert Laszlob, dass der bestehende Rheindeich durchbrochen werden soll, damit die Emscher, nachdem sie die Auenlandschaft am Hof Emschermündung passiert hat, in den Rhein münden kann.

„Es gibt kein Praxisbeispiel“

Seiner Meinung nach gibt es so etwas in Deutschland bislang nicht. Bislang sei noch kein bestehender Rheindeich durchbrochen worden. Laszlob zweifelt an den Aussagen der Experten, an den vorgelegten Gutachten. „Für mich ist da zu viel Theorie drin, es gibt kein Praxisbeispiel“, sagt er. Was passiere bei Hochwasser, wenn sich die Emscher staut?

Der Dinslakener, der häufig an der Emschermündung vorbeischaut, kritisiert auch, dass die Fläche am Hof Emschermündung mehrmals im Jahr unter Wasser stehen soll. „So schnell regeneriert sich die Fläche nicht“, meint er.

„Gutachter haben sich auch schon geirrt“

Laszlob greift auch die Äußerung von Joachim Hercik auf. Der Mitarbeiter der Bezirksregierung Düsseldorf hatte bei der Deichschau in der vergangenen Woche erklärt, der Hochwasserschutz sei sehr großzügig geplant. Dass der Schutz wirklich bestehe, so Wilhelm Laszlob, habe die Emschergenossenschaft bisher nur mit Modellrechnungen nachgewiesen.

Alles sei Neuland, ein bestehender Rheindamm werde geöffnet und das Hochwasser in die neue Auenlandschaft der Emscher geleitet. „Wie das alles in Wirklichkeit im Jahr 2020 aussehen wird, ist abzuwarten. Gutachter haben sich auch schon geirrt“, meint Laszlob.

Das Wasser soll sich kurz stauen

Für die Umgestaltung der Emschermündung werden Millionen von Euro ausgegeben, „nur um den Traum der Emschergenossenschaft zu verwirklichen“. Das könne ein teures Unterfangen werden.

Seit dem Start der Bauarbeiten ist sehr viel an der Emschermündung passiert. Heute ist der künftige Flussverlauf schon zu erkennen. Mit dem Umbau wird der Emscher die Möglichkeit gegeben, in der weiten Aue ihr Bett zu verlagern, auf einer Fläche von rund 30 Hektar. Das Wasser der Emscher soll in die Landschaft fließen, sich kurz stauen und dann in den Rhein schwappen.

Das Flussbett wird zugeschüttet

Vom bisherigen Emscherverlauf bleibt nur das Betonbauwerk, der Absturz, stehen. Der Wunsch, es nicht abzureißen, kam aus der Bevölkerung. Das davor liegende Flussbett wird zugeschüttet.

Es ist ein markanter Punkt. Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind und der Deich durchbrochen ist, gibt es für Radfahrer und Wanderer einen Weg, der um das Mündungsgebiet führt.

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