Kraftwerk Voerde

Kraftwerk Voerde: Stadt sendet klares Signal an den RVR

Auf dem Gelände des stillgelegten Steinkohlekraftwerk sollen nach dem Wunsch der Stadt auch Wohnen und Gastronomie möglich sein.

Auf dem Gelände des stillgelegten Steinkohlekraftwerk sollen nach dem Wunsch der Stadt auch Wohnen und Gastronomie möglich sein.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Voerde.  Der Rat bringt einstimmig die Stellungnahme der Stadt zum Kooperationsstandort „Kraftwerk Voerde“ auf den Weg. Die Ziele sind klar formuliert.

Die Stadt kann mit gestärktem Rücken in die anstehenden Gespräche zur Nachfolgenutzung des vor dreieinhalb Jahren stillgelegten Kraftwerksareals in Möllen gehen. So jedenfalls kommentierte Bürgermeister Dirk Haarmann das Votum, das der Rat in einer Sondersitzung am Donnerstagabend in der Aula des Gymnasiums in Friedrichsfeld abgegeben hat: Das Gremium brachte einstimmig die Stellungnahme der Stadt zur geplanten Ausweisung der brach liegenden Industriefläche als regionaler Kooperationsstandort auf den Weg.

Haarmann dankte dem Rat für das eindeutige Votum, das dem Willen der Stadt Nachdruck verleihe. Auf dem Gelände sollen ihrem Wunsch nach neben der Ansiedlung von Gewerbe auch Wohnen und Gastronomie ermöglicht werden. Da jedoch beides an Kooperationsstandorten ausgeschlossen ist, schlägt die Stadt dem Regionalverband Ruhr (RVR) in der Stellungnahme vor, das als eine solche Fläche von ihr angemeldete Gelände des früheren Kraftwerks um ein Drittel auf etwa 40 Hektar zu verkleinern. Die übrigen 20 Hektar möchte die Kommune als Allgemeinen Siedlungsbereich (ASB) ausgewiesen wissen.

Bürgermeister warb bei der Bürgerschaft um Verständnis für Vorgehen der Stadt

Bürgermeister Haarmann machte erneut die Notwendigkeit deutlich, dass das rund 60 Hektar große Gelände als Kooperationsstandort beim RVR angemeldet wurde. Nur darüber gebe es die Chance, das Gelände als Gewerbefläche zu sichern. Der Grund: Nach den Berechnungen der Regionalplanungsbehörde hat Voerde keinen zusätzlichen Bedarf an Gewerbeflächen, sondern im Gegenteil ein Zuviel . Angesichts dieser Sachlage warb Haarmann in Richtung der Bürgerschaft um Verständnis für das Vorgehen der Stadt: Wegen der an Kooperationsstandorten möglichen Ansiedlungen regt sich in Möllen Widerstand gegen die Ausweisung des früheren Kraftwerksgeländes als solch eine Fläche. Der Bürgermeister bat darum, das Handeln der Kommune als verfahrensrechtliche Notwendigkeit zu sehen.

Ähnlich hatte CDU-Fraktionschef Ingo Hülser zuvor argumentiert, als er auf den letzten Satz in der „Mustereinwendung“ an den RVR hinwies, für die nun in Möllen Unterschriften gesammelt werden. Dort wird der Ausweisung des ausgedienten Kraftwerksareals als Kooperationsstandort widersprochen. Hülser bezeichnete den von der Stadt eingeschlagenen Weg als richtig. Sollte dieser am Ende allerdings nicht funktionieren, dann müsse ein „Ausweg da sein“, mahnte er. Die Stadt wäre nicht gut beraten, wenn der Kooperationsstandort so komme, wie er sich heute darstelle.

Stadt schließt Möglichkeit einer Ansiedlung stark emittierender Betriebe aus

Dazu könnte auch die von Bürgern befürchtete Ansiedlung stark emittierender Betriebe zählen. Die ist nach Ansicht der Stadt aufgrund der einzuhaltenden Abstände zur Wohnbebauung ausgeschlossen – was sie in ihrer Stellungnahme auch deutlich macht. Eine solche Nutzung wolle man nicht, bekräftigte der Bürgermeister im Stadtrat.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben