Corona und Schule

Luftfilter: Linke wirft Stadt Dinslaken Dilettantismus vor

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Die Linke fordert Luftfilter in allen Schulen und Kitas in Dinslaken.

Die Linke fordert Luftfilter in allen Schulen und Kitas in Dinslaken.

Foto: Bernd Thissen / dpa

Dinslaken.  „Dilettantisch“ und „peinlich“: Vor der Ratssitzung am Dienstag zu Luftfiltern in Schulen übt die Linke harsche Kritik an der Stadt Dinslaken.

Als „dilettantisch“ bezeichnet die Linke die Bemühungen der Stadtspitze, der fortschreitenden Ansteckung mit dem Coronavirus an Schulen und Kitas gezielt etwas entgegenzusetzen. Investitionen zum Einsatz von Luftfiltern in Bildungseinrichtungen würden „von der Sozialdezernentin, Baudezernenten und der Bürgermeisterin offenbar ohne Not kategorisch abgelehnt.“

„Eigenwillige und objektiv falsche Interpretation des Gutachtens“

Dieter Holthaus, stellvertretender Vorsitzender der Linksfraktion ist hierüber sehr ungehalten: „Erst dauert es etwa sieben Monate, bis es der Verwaltung gelingt, einen eigens in Auftrag gegebenen wissenschaftlich begleiteten Feldversuch durchführen zu lassen. Als das Ergebnis dann vorliegt, wird dies von der Stadtspitze mit einer sehr eigenwilligen und objektiv falschen Interpretation des Gutachtens dazu genutzt, zu begründen, warum allein das Querlüften alle 20 Minuten besser sei als Luftfilter mit einem entsprechenden Lüftungs- und Hygienekonzept versehen, anzuschaffen.“

„Peinlich“ sei, dass sich das betroffene Institut IUTA, um seinen guten Ruf bemüht, dazu genötigt sehe, sich in der Presse zu Wort zu melden, um zu erklären, „dass Lüften und Luftfiltergeräte auf wissenschaftlichen Erkenntnissen fußend, in der Klasse sehr wohl eine sinnvolle und erstrebenswerte Ergänzung zum Schutz vor dem gefährlichen Coronavirus“ seien.

„Die aggressivste Mutante des Coronavirus bedroht die Gesundheit unserer Kinder“

„Erst nach Bekanntwerden des Lapsus der Verwaltung in der Öffentlichkeit und auch wegen des zunehmenden Widerstands in den gut vernetzten Schulpflegschaften“ sowie bei bei Lehrerinnen und Lehrern an Dinslakener Schulen und in der Politik überrasche die Stadtspitze nun alle mit einem neuen „Überraschungsei“, so die Linke: der Reduzierung des Coronavirus mithilfe von Fensterventilatoren, Messgeräten und einer Kipplüftung (die NRZ berichtete).

„Das hat nichts mehr mit den Ergebnissen des in Auftrag gegebenen Gutachten und dem städtischen Querlüftungskonzept zu tun. Die Verwaltung schmeißt ihr eigenes teuer bezahltes Lüftungskonzept über Bord und probiert was Neues aus, erläutert Holthaus. Gerd Baßfeld, Vorsitzender der Linksfraktion ist über ein solches konzeptloses Handeln betroffen. „Die vierte Welle hat bereits begonnen, die aggressivste Mutante des Coronavirus bedroht die Gesundheit unserer Kinder und die Verwaltungsspitze hat nichts anderes zu tun als wiederum auf Zeit zu spielen. Es gibt darauf nur eine Antwort, nämlich einer solchen Ungehörigkeit ein Ende zu setzen.“

Am Dienstag, 24. August, 17 Uhr, tagt der Rat

Die Linksfraktion fordert den Rat, der dazu am Dienstag, 24. August, in einer Sondersitzung zusammenkommt, auf, „der Verwaltung einen klaren Auftrag zur Beschaffung von geeigneten Luftfiltern für alle Dinslakener Schulen und Kitas zu erteilen.“

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