Logistikpark Barmingholten

Projekt: Natur- und Umweltschutzverbände sehen nur Nachteile

| Lesedauer: 2 Minuten
Auf dem Gelände soll möglicherweise ein neuer Logistikpark entstehen.

Auf dem Gelände soll möglicherweise ein neuer Logistikpark entstehen.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Natur- und Umweltschutzverbände BUND und NABU lehnen Ausweisung eines Interkommunalen Gewerbegebietes an der Brinkstraße in Barmingholten ab.

Noch könnten Kiebitze auf den Grünflächen in Barmingholten ihren Nachwuchs großziehen, Breitflügelfledermäuse dort in der Nacht auf Insektenjagd gehen. „Geht es jedoch nach dem Willen des RVR und mancher Politiker in Dinslaken, wird diesen Tieren, die zu den geschützten Arten gehören, der Lebensraum genommen, denn der RVR plant hier ein 31 Hektar großes Gewerbegebiet,“ so Günther Rinke, BUND-Kreisgruppe Wesel.

In einer an der RVR gerichteten gemeinsamen Stellungnahme haben die Natur- und Umweltschutzverbände BUND und NABU die Ausweisung eines Interkommunalen Gewerbegebietes auf den Flächen an der Brinkstraße abgelehnt. Diese Ablehnung wird aber nicht nur mit dem Verlust von Lebensraum für bedrohte Arten begründet.

Emissionsbelastungen durch Lkw-Verkehr

Peter Malzbender (NABU-Kreisgruppe Wesel) kritisiert: „Das geplante Gewerbegebiet besitzt weder eine Anbindung an Wasserstraßen noch an den Schienenverkehr. In Zeiten, in denen es zentral um CO2-Einsparung geht, reicht allein diese Tatsache schon als Ablehnungsgrund für ein Logistikzentrum aus.“ Und Günther Rinke ergänzt: „Demzufolge sind erhebliche Emissionsbelastungen durch vermehrten Lkw-Verkehr zu erwarten. Das ist eine für die Anwohner unzumutbare Beeinträchtigung.“ Die Freiflächen in Barmingholten seien nicht nur für die Tiere von Bedeutung: Das Gebiet habe für Dinslaken die Funktion einer Frischluftschneise, die zu angenehmen Temperaturen in der Stadt beitrage.

Peter Malzbender: „Klimaschutz, Emissionsschutz und Artenschutz sprechen gegen diesen Standort für ein neues Gewerbegebiet. Dazu kommt der Verlust landwirtschaftlicher Flächen: Boden ist einwertvolles nicht vermehrbares Gut. Es bedarf wirklich überzeugender Gründe, die im vorliegenden Fall nicht zu erkennen sind, will man auf nutzbaren Boden verzichten.“

Kritik an RVR: „Völlig veraltete Bedarfsanalyse“

NABU und BUND kritisieren, dass der RVR seine Planung auf der Grundlage einer „völlig veralteten Bedarfsanalyse vorlegt. Korrekterweise hätte die Planung im Rahmen des Regionalplans Ruhr erfolgen müssen, in dem auch die notwendigen Freiräume und Naturflächen ausgewiesen werden“. Da der RVR den Regionalplan nicht fristgerecht habe erstellen können, „sollen die Gewerbegebiete kurzerhand vorab genehmigt werden. Diese Vorgehensweise ist unzulässig. Hier werden Fakten geschaffen, denn jetzt bereits ausgewiesene Gewerbegebiete sind im noch zu erstellenden Regionalplan nicht mehr als Naturschutzflächen oder Erholungsräume nutzbar.“

Beide Verbände finden: „Die Dinslakener Politik und der RVR sollten eine nüchterne Bilanz ziehen und erkennen, dass dieses Projekt umweltpolitisch und wirtschaftlich für Dinslaken nur Nachteile mit sich bringt.“

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Dinslaken / Hünxe / Voerde