Mahnmal

Schüler der Dinslakener Gesamtschule gedenken Juden

Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe der EBGS gestalteten gestern die Gedenkfeier am Mahnmal. Musikalisch begleitet wurden sie dabei von Gabriele Korts-Zenz (Klavier) und Dorit Isselhorst (Querflöte).

Foto: Erwin Pottgiesser

Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe der EBGS gestalteten gestern die Gedenkfeier am Mahnmal. Musikalisch begleitet wurden sie dabei von Gabriele Korts-Zenz (Klavier) und Dorit Isselhorst (Querflöte). Foto: Erwin Pottgiesser

Dinslaken.   Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 e der Ernst-Barlach-Gesamtschule gedachten am Freitag der vertriebenen und ermordeten jüdischen Mitbürger.

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79 Jahre sind inzwischen vergangen seit jenem unheilvollen Morgen des 10. November 1938. „Es kamen viele Männer zu unserem Kinderheim und schlugen grundlos alles nieder“, schrieb Joseph Seligmann in seinen Briefen. Einst als Kind im jüdischen Waisenhaus, überlebte er den Holocaust.

„Viele der kleinen Kinder“, so schreibt der inzwischen verstorbene Seligmann, „gerieten in Panik und fingen an zu weinen. Unser Lehrer Herr Herz brachte uns in den großen Garten, doch die Männer hörten nicht auf, unser Zuhause zu zerstören. Wir mussten stundenlang auf der nassen Wiese stehen. Dabei waren viele von uns nur notdürftig angezogen und hatten keine warme Kleidung.“

Schüler erinnerten an die Kinder des Waisenhauses

An die Kinder des Waisenhauses, an die Schrecken, die die „Reichspogromnacht“ mit sich brachte, daran erinnerten gestern am Mahnmal im Stadtpark Schüler und Schülerinnen der 10 e der Ernst-Barlach-Gesamtschule in eindrucksvoller Weise. Organisiert von Kirsten-Luisa Wegmann, Synodalbeauftragte für christlich-jüdische Themen im evangelischen Kirchenkreis Dinslaken, gedachten zahlreiche Dinslakener aus Verwaltung, Politik, Institutionen und Vereinen der Verfolgung, Vertreibung und Ermordung zahlreicher jüdischer Mitbürger.

Das von Alfred Grimm gestaltete Mahnmal, der Leiterwagen, so einer der EBGS-Schüler, stehe für die „Judenparade“, bei der damals die Kinder des Waisenhauses wie Vieh durch die Straßen geführt wurden, unter dem jubelnden Beifall der Menge. „Ich hoffe, dass die Opfer niemals in Vergessenheit geraten“, so der Schüler. Verfolgt, erniedrigt, ermordet; nur weil sie jüdischen Glaubens waren, 46 Menschen, darunter 32 Kinder im Alter von sechs bis 16 Jahren, führten seine Klassenkameradinnen aus.

Tafel erinnert an die Schreckensherrschaft der Nazis

Eine Tafel, von den Schülern entworfen, erinnert an die Schreckensherrschaft der Nazis von ihrer Machtergreifung 1933 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. „Nicht vergessen, sondern erinnern und Verantwortung übernehmen“, fasste Kirsten-Luisa Wegmann die Intention der Veranstaltung zusammen. „Verantwortung übernehmen, das tun wir, wenn wir nicht vergessen, sondern die Erinnerung an jene Zeit, an jene Opfer wachhalten.“ Wegmanns Worte waren zugleich eine Mahnung, verbunden mit der Bitte an die Gäste, ihre Wünsche für die Zukunft an die Tafel zu heften. Ausgestellt werden sollen sie anschließend in der Schule.

„Respekt vor anderen“, „Frieden, keine Kriege“, „Gleichberechtigung für jeden“, „Aussehen und Hautfarbe – egal“, „keine bescheuerten Ideologien mehr“ schrieben die Teilnehmer der Gedenkfeier. Und: „Ich wünsche mir, dass alle Menschen anderen Glaubens hier in Frieden leben können.“

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