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Stefan Zimkeit (SPD) gewinnt zwar, spricht aber von Desaster

Dieses Mal gab es keine Jubelfeier: Stefan Zimkeit, hier mit SPD-Ratsherr Johannes Niggemeier (li.) und Bürgermeister Dr. Michael Heidinger.

Foto: Lars Fröhlich

Dieses Mal gab es keine Jubelfeier: Stefan Zimkeit, hier mit SPD-Ratsherr Johannes Niggemeier (li.) und Bürgermeister Dr. Michael Heidinger. Foto: Lars Fröhlich

Dinslaken.   Stefan Zimkeit (SPD) gewinnt zwar seinen Wahlkreis, bekommt aber deutlich weniger Stimmen als vor fünf Jahren. Wahlbeteiligung bei 66,88 Prozent.

Stefan Zimkeit hat gewonnen, aber zum Feiern war dem Sozialdemokraten gestern Abend nicht zu Mute. Dafür ist sein persönliches Ergebnis im Wahlkreis 56 zu schlecht ausgefallen und seine SPD hat auch auf Landesebene eine herbe Niederlage einstecken müssen. „Es ist ein absolutes Desaster“, sagte Zimkeit mit Blick auf die Ergebnisse. Eine Enttäuschung. Woran hat es? An bestimmten Themen, an Personen? „Ich habe absolut keine Erklärung, das hatte ich vorher nicht erwartet.“

Zimkeit kam bei den Erststimme auf 41,75 Prozent, vor fünf Jahren gewann er den Wahlkreis 56 mit 54,10 Prozent der Stimmen. Auch bei den Zweitstimmen schnitt die SPD schlechter ab als vor fünf Jahren. Von 49,12 Prozent der Stimmen sanken die Sozialdemokraten auf 38,62 Prozent. Den Rücktritt von Hannelore Kraft nannte er konsequent.

Stimmung bei CDU-Anhängern war deutlich besser

Viel besser war dagegen die Stimmung bei den CDU-Anhängern, die zur Ergebnispräsentation ins Dinslakener Rathaus gekommen waren. Ihr Blick richtete sich mehr auf den Umstand, dass die rot-grüne Landesregierung abgewählt wurde. Sicherlich hatte niemand geglaubt, dass man sich im Wahlkreis gegen den SPD-Kandidaten durchsetzt.

Simone Tatjana Stehr blieb wie vor fünf Jahren nur der zweite Platz hinter Stefan Zimkeit: Sie bekam gestern 30,69 Prozent der Erststimmen, bei der Wahl vor fünf Jahren waren es 23,33 Prozent. Bei den Zweitstimmen kam die CDU auf 27,06 Prozent (2012: 18,55 Prozent).

Wahlkampf in diesem Jahr war deutlich politischer

Für Stehr habe sich im Wahlkampf eindeutig gezeigt, warum Rot-Grün so hohe Verluste erleiden musste: „Die Menschen haben SPD und Grüne wegen ihrer unzulänglichen Schulpolitik abgewählt.“ Im Wahlkampf sei die Stimmung deutlich politischer gewesen als vor fünf Jahren. „Die Bürger wollten sehr genau wissen, was wir anders machen wollen.“

Rainer Hagenkötter, Parteichef der CDU-Dinslaken, sieht den Erfolg der Christdemokraten in den grundlegenden Themen: innere Sicherheit und Bildung. Das Hin und Her von Bildungsministerin Sylvia Löhrmann (Grüne), aber auch die Diskussionen über Innenminister Ralf Jäger zählt er auf.

Als ein „absolutes Desaster für die SPD“ bezeichnete Bürgermeister Dr. Michael Heidinger das SPD-Ergebnis auf Landesebene. Gut sei, dass Stefan Zimkeit weiterhin dem Düsseldorfer Landtag angehöre, so kommentierte Reinhard Wolf, Chef der Dinslakener SPD, den Ausgang der Wahl. Zimkeit habe in der Vergangenheit eine Menge für die Stadt getan.

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