Grüne Jugend

Ur-Dinslakenerin ist NRW-Sprecherin der Grünen Jugend

Julia Wenzel ist Sprecherin der Grünen Jugend in NRW. Die 27-Jährige ist in Dinslaken aufgewachsen, sie studiert nun in Duisburg.

Foto: Lars Fröhlich

Julia Wenzel ist Sprecherin der Grünen Jugend in NRW. Die 27-Jährige ist in Dinslaken aufgewachsen, sie studiert nun in Duisburg. Foto: Lars Fröhlich

Dinslaken.   Die Ur-Dinslakenerin Julia Wenzel wurde nun zum dritten Mal zur Landessprecherin gewählt. Sie schätzt den politischen Einsatz in der Stadt.

Atom- und Umweltpolitik, diese beiden Themen ermunterten Julia Wenzel als Jugendliche, sich politisch einmischen, mitwirken und -gestalten zu wollen. 2009 war es, als die nunmehr 27-Jährige gemeinsam mit Niklas Graf die Grüne Jugend in Dinslaken gründete.

„Was ich bei den Grünen schon damals bewundernswert fand, war, dass dort viele Frauen aktiv waren“, nennt die erst im Averbruch und später dann in der Stadtmitte groß gewordene Wenzel einen weiteren Grund für ihre politische Zugehörigkeit. Seit 2013 ist Julia Wenzel Mitglied bei den Grünen.

Zum Studium ist Wenzel nach Duisburg gezogen

Mittlerweile studiert sie Anglistik und Hispanistik an der Universität Duisburg-Essen, deshalb auch ist Wenzel nach dem Abitur, das sie am Theodor-Heuss-Gymnasium ablegte, nach Duisburg gezogen. Mittlerweile ist die Ur-Dinslakenerin seit 2015 Landessprecherin der Grünen Jugend: In diesem Jahr wurde sie zum bereits dritten Mal wiedergewählt. „Mittlerweile sind es vor allem die gesellschafts- und hochschulpolitischen Themen, die mich antreiben“, sagt die 27-Jährige.

Ein Aufregerthema für sie ist beispielsweise der Vorstoß der neuen schwarz-gelben Landesregierung: Die will von jedem ausländischen Studierenden künftig Studiengebühren verlangen und mit den 1500 Euro pro Semester den Bildungshaushalt aufbessern. „Das ist nicht nur unnötig, das ist auch diskriminierend und geht gegen die Schwächeren.“

Lobende Worte für Kommunalpolitik

Für die Politik hier hingegen findet Wenzel viele lobende Worte: „Die Dinslakener zeichnet ihr Willen aus, Politik zu gestalten. Es gibt hier keine Angst: Das hat mich schon immer sehr beeindruckt.“ Dinslaken sei keine besonders große Stadt „und dennoch kommt hier sehr viel her“, sagt Wenzel und hebt die Grünen-Politiker in der Stadt besonders hervor: „Wir haben hier sowohl eine starke Grüne Partei als auch eine starke Grüne Jugend, das ist nicht überall der Fall.“ Ebenfalls besonders sei das junge Durchschnittsalter in der hiesigen Jugendorganisation: „Alle sagen sonst, die Jugend sei politikverdrossen. In Dinslaken sehen wir ja: Das ist nicht der Fall.“

>> DAS SAGEN DIE GRÜNE-JUGEND-SPRECHER ZUR SONDIERUNG

Angesprochen auf die missglückten Jamaika-Sondierungen auf Bundeseben, äußern Grüne-Jugend-Landessprecherin Julia Wenzel und auch Patrick Voss, Sprecher im Vorstand der Grünen Jugend Kreis Wesel, vor allem Kritik an den Liberalen: „Die FDP hatte von Anfang an gar kein Interesse an Jamaika“, sagt Patrick Voss. Die Partei von Christian Lindner habe sich „unglaublich unkonstruktiv“ verhalten.

Generell, findet auch Julia Wenzel, sei bei den Gesprächen zu wenig durchgesetzt worden. „Die anderen Parteien haben zu sehr blockiert.“ Bei Ideen, die Umweltschutz und Digitalisierung umfassten, sei kein Vorschlag der Grünen auf fruchtbaren Boden gefallen, findet Wenzel.

Was für eine Bundesregierung sich die jungen Sprecher wünschen, können beide nicht endgültig beantworten. „Keine Option die wir haben, ist eine, die wir uns wünschen“, sagt Patrick Voss. Eine GroKo bedeute „zu viel Stillstand“, schwarz-gelb sei „an vielen Stellen eine Katastrophe“, Kenia – also schwarz, rot, grün – sei „ziemlich absurd“.

Eine Minderheitsregierung halten hingegen beide nicht für unmöglich. Und Neuwahlen? „Die wären kein Untergang“, findet Julia Wenzel. „Davor hätten wir keine Angst“, sagt auch Patrick Voss.

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