Geburtstag

Wie ein Mini-Theater zur Institution in Dinslaken wurde

Kordula Völker und Bürgermeister Dr. Michael Heidinger hatten gut lachen: Das kleine Theater Halbe Treppe in Dinslaken-Lohberg feierte sein fünfjähriges Bestehen.

Foto: Bernd Obermann

Kordula Völker und Bürgermeister Dr. Michael Heidinger hatten gut lachen: Das kleine Theater Halbe Treppe in Dinslaken-Lohberg feierte sein fünfjähriges Bestehen. Foto: Bernd Obermann

Dinslaken.   Das Theater „Halbe Treppe“ Dinslaken feiert 5-jähriges Bestehen. Die Gründerin verrät, woher der Name kommt - und wie die Lebenshilfe sie verzauberte.

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„Liebe Prinzessinnen, die ihr alles hingeworfen habt“, begrüßt Bürgermeister Dr. Michael Heidinger das Publikum und würdigt mit diesen heiteren Worten die Arbeit des Teams Theater Halbe Treppe, deren Jubiläumsveranstaltung am vergangenen Samstagabend in der ehemaligen Johannesschule in Lohberg stattfand. Diese einzigartige Spielstätte in Dinslaken sei alle Anerkennung wert, so Heidinger, denn sie begeistere die Menschen durch Erfahrung und Eigeninitiative. Und in der Tat lebt die „Halbe Treppe“ durch die Ehrenamtlichen, die Sponsoren und die Politiker der Stadt, sagt Kordula Völker, Initiatorin des kleinen Theaters. „Ich kann meine eigene Welt auf der Bühne erschaffen und die Kraft der Kreativität macht mich glücklich“, meint sie.

Eine Brücke zwischen den Zeiten

Völker, die eigentlich hatte Lehrerin werden wollen, gründete 2007 den Verein „Kleinkunstakademie e.V.“ Sie habe andere Menschen zum Lachen bringen, sie berühren und Lebensfreude vermitteln wollen. Der Begriff „Halbe Treppe“ entstand durch den kleinen Treppenansatz im Zwischengeschoss des Ledigenheims, in dem alles begann. Vor zwei Jahren zog die Truppe dann in die Schule an der Teerstraße um. Lohberg sei ein spannender Stadtteil und das Theater eine Brücke zwischen der regenerativen Zeit des Bergbaus und der heutigen Kunst- und Kulturzentren, erklärt Heidinger. „Auch unter den Bergleuten habe es schon eine Bühne gegeben“

Neue Pläne mit Jugendlichen, Senioren, Müttern

Dass ihr Traum vom eigenen Theater einmal auf diese Weise wahr werden würde, damit habe sie nie gerechnet, sagt Völker. „Einen Bühnenraum bieten, Mut machen, gemeinsam durch einen Prozess gehen, das macht Theater aus!“ Sie will mit dem freien autonomen Theater die Dinslakener Kulturlandschaft ein Stück lebendiger machen und den Menschen etwas geben, das man mit keinem Eintrittsgeld, mit keiner Gage bezahlen kann: Leidenschaft für die eigene Sache. Es gebe Pläne für die Zukunft, mit Jugendlichen, Müttern und ihren Kindern und mit Senioren.

„Im Theater sind wir auf Augenhöhe“

„Im Theater sind wir alle auf Augenhöhe“, sagte Heidinger in seiner Eröffnungsrede und meinte genau das: Egal wer du bist oder woher du kommst – wenn du auf der Bühne stehst, bist du frei.

Und so wird an diesem Abend deutlich, dass das fünfjährige Jubiläum des „Theater Halbe Treppe“ sicher nicht der letzte Akt war. Für die Zukunft wünscht das Team sich weiterhin Unterstützung durch Fördermitglieder und Sponsoren, denn „The Show must go on“ – das Theater lebt nicht von Applaus und Liebe allein…

Das war das schönste Erlebnis

Bevor Völker sich ganz besonders bei den Ehrenamtlichen bedankt, erzählt sie von einem Auftritt der Lebenshilfe im Theater. Das sei das schönste Erlebnis überhaupt gewesen. „Das war etwas ganz Großes“. Als eine der Akteurinnen frei und glücklich mit ausgestreckten Armen den verdienten Applaus entgegennahm, habe sie nur gedacht: „Wenn du Theater spielst, kannst du fliegen und das Publikum ist der Wind unter deinen Flügeln.“

>>DIE NÄCHSTEN VERANSTALTUNGEN

„Auswärtsspiele“ im Ledigenheim finden am 14.-16.Oktober mit frei Vorstellungen im Ledigenheim statt. Tickets unter 02064/ 4800677.

Die „Spielwiese“ ist eine Nachwuchsshow, bei der junge Talente ihr Können zeigen. Nächster Termin ist der 4.November.

„Total lokal“: Die überwiegende Zahl der Künstler kommen aus Dinslaken oder vom Niederrhein.

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