Geschichte

Als die ersten Bomben auf Düsseldorf fielen

Der Tag danach: Zerstörte Häuser und Menschen an einem Bunker. Am 1. August 1942 gab es den ersten Luftangriff auf Düsseldorf.

Der Tag danach: Zerstörte Häuser und Menschen an einem Bunker. Am 1. August 1942 gab es den ersten Luftangriff auf Düsseldorf.

Foto: Stadtarchiv Düsseldorf

Düsseldorf.   Marcel Lesaar veröffentlicht ein Buch über den ersten Luftangriff auf Düsseldorf am 1. August 1942.

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Es ist Sommer 1942. Auch in Düsseldorf bestimmt der Krieg den Alltag. Der damals 15-Jährige Joachim Fuchsberger ist gerade mit seinen Eltern hierher gezogen und meldet sich als Freiwilliger für die nächtlichen Brandwachen. Als Gegenleistung erhält er eine Sonderration Kommisbrot, 40 Gramm Margarine und eine dicke Scheibe westfälischer Schinkenwurst. Einsatzort des späteren Schauspielers und Entertainers ist der hölzerne Beobachtungsturm über dem Dach des Düsseldorfer Rathaus.

Wie er und andere am 1. August 1942 den verheerenden Luftangriff der Royal Air Force erlebt haben, schildert Marcel Lesaar in seinem aktuellen Buch „Luftangriff auf Düsseldorf und Neuss“. Lesaar berichtet präzise über ersten Großangriff, der 250 Menschen das Leben kostete.

Anlass für den gebürtigen Düsseldorfer ein Werk über diese Kriegsnacht zu verfassen, waren seine Recherchen über den Absturz eines britischen Bombers bei Knittkuhl. Das Flugzeug war an dem Angriff mit dem Ziel „Die Stadt vernichten“ beteiligt. Weitere Recherchen ergaben interessante Details über den Angriff, die Beteiligten auf Seiten der Royal Air Force, der deutschen Abwehr sowie den Opfern auf deutscher und alliierter Seite.

Was die Arbeit von Lesaar auszeichnet ist, dass er sich, ohne zu werten, akribisch mit den Fakten auseinander setzt. Statistiken, Fotos aus den Archiven der Stadt und des Konzerns Rheinmetall, spiegeln das damalige Geschehen. Er berichtet von den „Scheinanlagen“ die beispielsweise in Lohausen gebaut wurden, um dort Industriegebäude vorzutäuschen.

Greifbar, oder genauer: begreifbar für die Nachkriegsgeneration wird der Schrecken der Zeit jedoch durch das, was die damaligen Betroffenen zu sagen haben. Wie sie beschreiben, was sie fühlten, als um 0.30 Uhr die Sirenen Alarm schlugen.

Neben den Aufzeichnungen von Joachim Fuchsberger präsentiert Marcel Lesaar unter anderem Tagebuchauszüge der 16-jährigen Gisela. Sie erlebt die völlige Zerstörung ihrer Nachbarschaft. Dieser Part des Buchs verdeutlicht, worauf es Lesaar ankommt. „Es ist für mich besonders erschreckend, die Nachrichten der heutigen Zeit zu verfolgen und zu sehen, dass an vielen Stellen der Welt weiterhin Konflikte mit Waffengewalt ausgetragen werden und zahlreiche Opfer fordern,“ sagt er. Anderthalb Jahre lang hat er für das Buch geforscht. Das Sichten der Sterbeurkunden, die Beschreibungen der Zeitzeugen haben bei ihm einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

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