Rente

Altersarmut in Region Düsseldorf trifft fast jeden Zweiten

Treffen in der Rheinbahn: (v.l.) Gabriele Schmidt (Landesleiterin Verdi), Klaus Klar (Vorstand und Arbeitsdirektor der Rheinbahn) sowie Stephanie Peifer

Foto: Katharina Gilles

Treffen in der Rheinbahn: (v.l.) Gabriele Schmidt (Landesleiterin Verdi), Klaus Klar (Vorstand und Arbeitsdirektor der Rheinbahn) sowie Stephanie Peifer Foto: Katharina Gilles

Düsseldorf.   Erhebung zeigt, dass in der Region Düsseldorf annähernd die Hälfte der Bürger weniger als 2500 Euro Brutto verdienen. Verdi startet Aktionswoche.

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40 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Region Düsseldorf beziehen ein Bruttoeinkommen von unter 2500 Euro. Diese alarmierende Zahl ergab sich nach einer Erhebung des Eduard Pestel Instituts für Systemforschung im Auftrag von Verdi. Und die Gewerkschaft nutzt die Analyse nun für eine Aktionswoche zum Thema Rente. „Wir machen mobil. Denn Rente muss zum Leben reichen. Es ist unwürdig, nach einem langen Arbeitsleben eine kleine Rente zu bekommen“, sagt Verdi-Bezirksgeschäftsführerin Stephanie Peifer.

Denn in den 40 Prozent sind noch nicht die Minijobber eingerechnet. Von ihnen gibt es rund 190.000. Sie einbezogen, sind es sogar 46 Prozent, die unter 2500 Euro verdienen. „Vor allem der wachsende Niedriglohnsektor hat eine negative Wirkung auf das Lohnniveau und folglich auf die Rentenerwartung“, so Peifer.

Arbeitnehmer hangeln sich von Job zu Job

Hinzu komme, so die Bezirksgeschäftsführerin, dass das System immer „zerfaserter“ werde. Manch ein Arbeitnehmer hangele sich von Job zu Job und habe so keine Chance, auf die entsprechenden Rentenjahre zu kommen.

Denn die Rente ist wichtig für das Gefühl, findet auch Rheinbahnvorstand Klaus Klar, der die Aktion ebenfalls unterstützt. „Es ist wichtig, dass die Leute spüren: ‘Ich habe einen guten Umgang und werde nicht abgekoppelt.’“ Auch bei der Rheinbahn habe es lange befristete Arbeitsverhältnisse gegeben. Das Thema ist im Betriebsrat zur Sprache gebracht worden, und man habe sich lange damit intensiv auseinandergesetzt, so Klar. „Die befristete Arbeit gibt es nun bei uns nicht mehr. Denn man muss sich auch die Frage stellen: Was stellt das mit den Leuten an?“

Rentenniveau auf 50 Prozent heben

Auch das sinkende Rentenniveau gibt den Verdi-Leuten zu denken. Denn bereits heute ist es auf nur noch 43 Prozent ab 2030 festgelegt. In NRW gibt es für die Bürger eine Grundsicherung von 771 Euro, „aber Menschen, die weniger als 2500 Euro verdienen, kommen nah an das Grundsicherungsniveau heran – und das trotz jahrelanger Zahlungen“, so Peifer.

Für die Region Düsseldorf bedeutet das konkret, dass 2030 nach etwa 40 Beitragsjahren, 337.000 Menschen mit unter 600 Euro Rente rechnen müssen. Und der freie Fall nach unten ist weiterhin möglich, meint Peifer. Daher will sie mit Verdi und den Kollegen des DGB über das Thema Rente in einer Aktionswoche informieren. Das klare Ziel muss sein, dass Rentenniveau erst zu stabilisieren und dann in den nächsten Jahren anzuheben, „auf 50 Prozent“. Dabei sei eine Anhebung der Beiträge auch unumgänglich, so Peifer. Zudem müsse der Bundeszuschuss in die Rentenkasse erhöht und die Tarifbindung gestärkt werden. Denn „langfristig führen nur auskömmliche Löhne zu ebensolchen Renten.“

>> THEMA RENTE: DIE AKTIONSWOCHE

Die Verdi-Aktionswoche zum Thema Rente findet noch bis zu diesem Freitag, 23. Juni, statt. In der Zeit werden in Düsseldorfer Betrieben und Dienststellen Unterschriften für die Stabilisierung des gesetzlichen Rentenniveaus gesammelt.

Die Unterschriften werden in einem öffentlichen Gespräch an Bundestagskandidaten und -kandidatinnen am 23. Juni übergeben. In dem Gespräch werden noch einmal die Verdi-Positionen erläutert und die Resonanz der Aktionswoche dargestellt.

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