Karneval ist jetzt endgültig vorbei, und die Fastenzeit hat begonnen: In den nächsten sieben Wochen versucht der eine oder andere auf etwas zu verzichten, beispielsweise auf Schokolade, Fernsehen oder das Smartphone. Für die evangelische Kirchengemeinde in Heerdt bedeutet Fasten, dass man im Alltag kurz innehält, um über bestimmte Dinge im Leben nachzudenken.

Lokale Künstler zeigen Werke zur Fastenzeit

„Zeig Dich! – Sieben Wochen Ohne Kneifen“ ist das diesjährige Motto der Fastenzeit. „Das bedeutet unter anderem, dass man sich den eigenen Fehlern stellt und zu ihnen steht“, sagt Pfarrer Jörg Jerzembeck-Kuhlmann. In der offenen Kirche im Paul-Gerhardt-Haus, Heerdter Landstraße 30, findet dazu eine Ausstellung von diesem Sonntag an bis zum 15. April statt.

Sie wurde von dem Pfarrer in Kooperation mit verschiedenen Künstlern und der diesjährigen Konfirmandengruppe organisiert. Die neun Ausstellungsstationen bestehen aus ganz unterschiedlichen Kunstobjekten: Fotografien, Reliefs, Gemälde und Installationen.

„Manche Objekte geben sofort einen Eindruck, bei anderen muss man etwas genauer hinschauen“, so Pfarrer Jerzembeck-Kuhlmann. Die Exponate sollen die Betrachter provozieren, aber „auf eine liebevolle Weise“.

Jedes Ausstellungsstück ist mit einer Geschichte aus der Bibel verbunden, die auf einem Schild daneben abgedruckt ist. „Man soll sich mit den Objekten auseinandersetzten und mit anderen in Dialog treten“, sagt Gert Kiessling. Er ist Bildhauer und hat ein Ton-Relief zu der Geschichte des barmherzigen Samariters beigesteuert. „Dieser literarische Bezug zur Kunst war für mich etwas ganz neues“, sagt er.

In der Ausstellung können sich Besucher auf Bilder vom Heerdter Heimatmaler Horst Surall oder Fotografien von Wolf Ussler und Thomas Stelzmann freuen. Der Pfarrer hat sich mit der Konfirmandengruppe ebenfalls etwas einfallen lassen.

Ausstellung ist Thema beim Gottesdienst

So haben sich die vier Konfirmanden beispielsweise in der bunten Installation „Gottes-Spuren“ mit der Frage auseinandergesetzt, wo Gott heute zu finden ist. „Es ist eine ganz ungewöhnliche, aber spannende Mischung“, so Bildhauer Kiessling.

In den Predigten im Gottesdienst und anderen Veranstaltungen, wie Führungen oder Konzerten, setzt sich Pfarrer Jerzembeck-Kuhlmann mit den jeweiligen Kunstobjekten auseinander und lädt zur Diskussion ein.

Info: Die Ausstellung im Paul-Gerhardt-Haus, Heerdter Landstraße 30, ist montags und donnerstags von zehn bis 12 Uhr und donnerstags noch einmal von 15 bis 18 Uhr geöffnet, sowie vor und nach Veranstaltungen oder nach Vereinbarung. Weitere Informationen telefonisch bei Jörg Jerzembeck-Kuhlmann unter 502 29 1 oder im Internet auf www.evangelisch-in-heerdt.de.