Im Jahr 1997 schlossen sich vier Versicherer zu einer großen Gruppe zusammen. Aus D.A.S., DVK, Hamburg-Mannheimer und Victoria wurde die Ergo Versicherungsgruppe. Als Standort wählten sie den Victoria-Platz in Pempelfort, der auch heute noch, trotz globaler Expansion, der Hauptsitz des Unternehmens ist.

„In Pempelfort gibt es eine gute Mischung zwischen allen Bereichen menschlichen Lebens: Beruf, Politik, Kultur, Wohnungen und Kirche“, sagt Markus Holmer, Historiker und Archivar von Ergo. Gemeint sind die Gebäude der Düsseldorfer Bezirksregierung, die Tonhalle, der Ehrenhof und die Katholische Sankt Adolfus Kirche. Neben diesen Aspekten seien auch die gute Infrastruktur, die Nähe zur Altstadt und zum Rhein und die gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel positive Argumente für den Standort in Pempelfort gewesen.

In der Mitte der 80er Jahre hat die Victoria Versicherung das Grundstück an der Fischerstraße gekauft. Damals befand sich auf dem Areal das ehemalige Messegelände mit der Stadthalle und dem Radschlägersaal. Bis 2011 wurde innerhalb von 25 Jahren und vier Bauabschnitten der große Gebäude-Campus so errichtet, wie man ihn heute kennt.

29 Stockwerke und 108,8 Meter

Die wohl markanteste Bauphase, abgeschlossen im Jahr 1997/98, brachte den Victoria-Turm hervor. Das Hochhaus erhebt sich mit seinen 29 Stockwerken 108,8 Meter über den Boden. Damit ist das Ergo-Gebäude das dritthöchste Bauwerk Düsseldorfs, hinter dem Arag- und dem LVA-Turm. „Der Ergo-Turm war eigentlich erst zur Fremdnutzung geplant, wurde dann aber für den eigenen Bürobedarf genutzt“, so Holmer. Eine Besonderheit ist die Solaranlage auf dem Dach, in der Form eines Pfeils. „Dieser Pfeil zeigt nach Osten, nach Berlin. Der Sitz und der Gründungsort der alten Victoria-Versicherung“, verrät der Archivar.

Markus Holmer (li.) und Alexander Zanke im Ergo-Gebäude vor dem Gemälde Victoria I. von Gerhard Richter.
Markus Holmer (li.) und Alexander Zanke im Ergo-Gebäude vor dem Gemälde Victoria I. von Gerhard Richter.© Linda Wiethaus

„Der Turm war zu seiner Zeit sehr modern. Die Doppelfassade ermöglicht etwa eine natürliche Belüftung der Büroräume und trägt so sehr positiv zum Raumklima bei.“ erzählt Alexander Zanke. Die Planung aller vier Bauabschnitte der ERGO-Liegenschaft wurde durch das Düsseldorfer Architekturbüro HPP erstellt. Als Architekt arbeitet Alexander Zanke direkt bei der Ergo als Projektleiter.

Eintrag ins Handelsregister

Nach der Gründung von Ergo im Jahr 1997 wurde die Versicherungsgruppe ein Jahr später in das Handelsregister eingetragen. Die vier Versicherer hatten sich zusammengeschlossen, da sie zwar alle marktführend im Bereich der Privatkundenberatung waren, aber nicht im internationalen Geschäft tätig waren. Bei dem Zusammenschluss lag der Schwerpunkt demnach auf der Erschließung des europäischen Marktes. „Im Ausland wurden Gesellschaften aufgekauft, um einen schnellen, sichtbaren Markterfolg zu erzielen“, so Holmer. Ab dem Jahr 2000 nahm das internationale Geschäft der Ergo dann stark zu. Heute ist sie in circa 30 Ländern Europas und Asiens vertreten.

4500 Mitarbeiter in Pempelfort

2010 verabschiedete sich das Unternehmen von seiner Mehrmarkenstrategie. Bis dahin hatten die alten Versicherer, Hamburg-Mannheimer und Victoria, ihre Namen und Marken behalten. Heute sind sie unter dem einheitlichen Namen „Ergo Group“ zusammengefasst.

Am Standort in Pempelfort arbeiten 4500 Mitarbeiter, global sind es knapp 43 000. Die Innenhöfe und Teile der Dächer der Gebäude sind mit besonderen Gärten gestaltet. „Die konsequente Einbeziehung der Grünflächen in die Gebäudekonzeption steigert insbesondere die Arbeitsplatzqualität und ist zum anderen ein kleiner Beitrag für die Umwelt“, so Zanke.

Außerdem hat die Ergo einen eigenen Kurator, der sich um die Kunstsammlung auf dem Campus kümmert. Jede Etage hat ein eigenes Kunstkonzept. „Die Kunst ist dort angebracht, wo täglich viele Menschen vorbeikommen“, so Holmer. Insgesamt sind im, am und um das Gebäude knapp 3500 Kunstwerke, inklusive der Gärten, angebracht.