Corona

Nach Verstößen: Düsseldorf plant „Verweilverbot“ in Altstadt

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Der Frühling im Februar hat viele Passanten am vergangenen Wochenende ans Düsseldorfer Rheinufer gelockt. Das Ordnungsamt der Stadt hat viele Verstöße gegen die Corona-Bestimmungen feststellen müssen.

Der Frühling im Februar hat viele Passanten am vergangenen Wochenende ans Düsseldorfer Rheinufer gelockt. Das Ordnungsamt der Stadt hat viele Verstöße gegen die Corona-Bestimmungen feststellen müssen.

Foto: kk / FFS

Düsseldorf.  Viele Menschen haben am Wochenende in Düsseldorf gegen die Corona-Bestimmungen verstoßen. Nun sind deutliche Einschränkungen geplant.

Nach einem unerwartet hohen Besucheraufkommen in der Düsseldorfer Altstadt am Samstag und Sonntag plant die Landeshauptstadt für das kommende Wochenende deutliche Einschränkungen. So soll die Maskenpflicht in der Altstadt ausgeweitet werden. Im Geltungsbereich der Maskenpflicht soll es außerdem ein sogenanntes Verweilverbot geben, wie Ordnungsdezernent Christian Zaum am Montag mitteilte.

Es soll dann nicht mehr erlaubt sein, sich etwa für ein Picknick hinzusetzen oder ein Eis zu essen. Die Besucher müssten sich bewegen, so Zaum. Eine am Wochenende stark frequentierte Freitreppe solle bis auf weiteres gesperrt bleiben. Die Stadt will außerdem die Zufahrt für Autos beschränken.

Polizei will Zusammenarbeit mit der Stadt intensivieren

Zaum gab die Zahl der am vergangenen Wochenende festgestellten Ordnungswidrigkeiten mit „weit über 300“ an. Die Stadt will die verschärften Regeln über eine Allgemeinverfügung in Kraft setzen. Das Gesundheitsministerium habe bereits zugestimmt, so Zaum. Mit den Neuregelungen will die Stadt nach Zaums Angaben schärfere Maßnahmen wie Zugangsbeschränkungen oder Alkoholverkaufsverbote verhindern.

Am Wochenende waren bereits gemeinsame Streifen von Polizei und Ordnungsamt in der Stadt unterwegs gewesen. "Darüberhinausgehende konkrete Ersuchen um Unterstützung durch die Polizei gab es von Seiten der Stadt am vergangenen Wochenende nicht", sagte ein Sprecher der Polizei auf Anfrage dieser Redaktion. Die Polizei habe die Ereignisse aber zum Anlass genommen, die bewährte Zusammenarbeit mit der Stadt zu intensivieren. "Wir haben bereits zusätzliche Gespräche geführt", sagte der Polizeisprecher.

OB Keller: Absolut unhaltbare Zustände angesichts der Pandemie

Das frühlingshafte Wetter am vergangenen Wochenende hatte viele Menschen in die Düsseldorfer Altstadt gelockt. Gerade im Rheinufer-Bereich sei es zu großen Menschenansammlungen und dadurch zu Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung gekommen, wie ein Sprecher der Stadt mitteilte. Es seien, angesichts der Pandemie, absolut unhaltbare Zustände gewesen, sagte Oberbürgermeister Stephan Keller am Sonntagnachmittag der Rheinischen Post.

"Freitag war es noch relativ leer. Samstag und Sonntag haben wir aber einen deutlichen Anstieg von Ordnungswidrigkeiten im Bereich des Rheinufers aufgenommen", berichtet der Pressesprecher am Montagmorgen unserer Zeitung. Bei den meisten eingeleiteten Verfahren handle es sich um Verstöße gegen die geltenden Kontaktbeschränkungen oder das Fehlen einer Mund-Nasen-Bedeckung.

Polizei wird ihre Präsenz am Wochenende verstärken

Die Stadtspitze äußerte gegenüber der Rheinischen Post ebenfalls Kritik an der Polizei. Die Stadt habe vorige Woche mehrfach gebeten, die Hundertschaft einzusetzen, dies sei abgelehnt worden. Man halte dies für einen schweren Fehler der Polizeiführung, heißt es im Bericht der RP.

Die Düsseldorfer Polizei wollte unserer Redaktion am Morgen noch kein Statement geben. Erst am Nachmittag liege ein Bilanz vor und auch erst dann könne man sich zum vergangenen Wochenende äußern, lautet die Antwort der Polizei-Pressestelle auf die Anfrage unserer Zeitung. Wie die Stadt in einer Pressemitteilung am Montagabend mitteilte, wird die Polizei ihre Präsenz am kommenden Wochenende in Düsseldorf nun verstärken verstärken.

Diese Vorkehrungen will Düsseldorf treffen:

  • 1. Die Zufahrt zum Mannesmannufer wird an den Wochenenden für den Verkehr mit Ausnahmen für Anlieger, Anlieferung und Busse gesperrt, jeweils freitags, 15 bis 1 Uhr, sowie samstags und sonntags von 11 bis 1 Uhr.
  • 2. Ausweitung der Maskenpflichtzone Altstadt am Rheinufer zwischen Dreieckswiese bis Rheinterrasse und zeitliche Verlängerung- täglich von 10 bis 1 Uhr.
  • 3. Kontrolle der Maskenpflicht am Rheinufer am Unteren Rheinwerft zwischen Dreieckswiese bis Freitreppe am Burgplatz über Zugänge von freitags bis sonntags.
  • 4. Verweilverbot von der Dreieckswiese - Mannesmannufer und Unteres Rheinwerft - bis zu den Rheinterrassen inklusive des Maskenschutzgebietes Altstadt von freitags, 15 Uhr, bis montagsmorgens, 1 Uhr.
  • 5. Die Freitreppe bleibt bis auf weiteres gesperrt.
  • 6. Die Polizei wird ihre Präsenz in Düsseldorf am Wochenende verstärken.

Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller äußerte sich in einer Pressemitteilung zu den Maßnahmen: „Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass das schöne Wetter lockt und wir uns alle nach ein wenig Normalität und Sonne sehnen, aber wir stehen angesichts der hochansteckenden Virus-Mutationen nun an einem kritischen Punkt. Schaffen wir es die Infektionszahlen zu senken - oder geraten wir in eine schwere dritte Welle. Daher bitte ich Sie: Schützen Sie sich und andere. Vermeiden Sie Menschenansammlungen, halten Sie sich an Abstandsregeln und tragen Sie eine medizinische Maske. Nur gemeinsam können wir es schaffen!“, so Keller.(mit dpa)

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