Kultur

Jan Kittmann ist "der jugendliche Liebhaber"

Jan Kittmann im Film "Überqualifiziert".

Jan Kittmann im Film "Überqualifiziert".

Foto: Institut für Schauspiel, Film- und Fernsehberufe

Düsseldorf.   Der Schauspieler Jan Kittmann begeistert in der Düsseldorfer Komödie.

Ein gut trainierter Körper, ein sympathisches Gesicht und extrem wandlungsfähig. So gilt Jan Kittmann in der Theaterszene als gut aussehender, Everybody’s Darling. Klar, dass Regisseure ihn gerne als „jugendlichen Liebhaber“ einsetzen. Und, wegen seines leicht südeuropäischen Aussehens und seiner pechschwarzen Locken, gerne auch als Latin Lover. Er ist der nette junge Mann von nebenan. Für reifere Frauen und Mütter eine Art Wunsch-Schwiegersohn.

Kittmann kündigt TV-Engagement an

„Es ist schon a bissel nervig, darauf festgelegt zu sein“, lächelt der 34-jährige Mime, der noch bis Anfang Januar in der Komödie als taxifahrender Turnschuh-Don Juan John Smith einen Lach-Marathon provoziert. Und sich als Komiker par excellence erweist. Erstaunlich, dass Fernsehmacher noch nicht auf ihn aufmerksam wurden. Das werde sich 2018 ändern, sagt er. Der Vertrag sei zwar noch nicht unterschrieben. Aber alles deutet auf eine Hauptrolle in einer neuen TV-Serie. Mehr dürfe er noch nicht verraten.

Auch in diesem Schwank „Taxi Taxi“ aus der Feder von Ray Cooney himmeln ihn gleich mehrere Frauen an. Zweimal ist das Schlitzohr verheiratet und pendelt zwischen zwei Wohnungen. In Affenzahn, versteht sich. Für den sportlichen Jan Kittmann kein Problem.

Denn eigentlich wollte er Tänzer werden, kam durch seine damalige Freundin zum Modern Jazz und absolvierte nach dem Abitur eine kombinierte Schauspiel- und Musicalausbildung. Konditionsprobleme kennt er jedenfalls nicht.

Schon in der Schulzeit in Berlin konnte er in der Oberstufe einen Kurs ‚Darstellendes Spielen“ belegen. Und stand, noch bevor die Ausbildung begann, bei der Berliner Truppe „Rote Grütze“ in „Was heißt hier Liebe?“ auf den Brettern. Mittlerweile tummelt er sich seit zehn Jahren auf Bühnen, quer durch die Republik.

Lebensmittelpunkt bleibt Berlin

Trotz vieler Reisen und Gastspiele – sein Lebensmittelpunkt ist und bleibt Berlin, obwohl er in letzter Zeit dort gar nicht auftritt. Denn „Ich bin ein Familienmensch“, sagt er. Seine Freundin, eine Krankenschwester, lebt in der Hauptstadt, ebenso seine Eltern und Geschwister. Mit denen verbringt er die Weihnachtstage und freut sich jetzt schon auf die große Tafel zu Hause. Da kommt ihm sehr gelegen, dass er erst wieder am zweiten Weihnachtstag in der Komödie auftreten muss und einige Tage frei hat.

Thema Familie: Geboren in Ost-Berlin, der Vater war DDR-Diplomat. Als Junge erlebte er den Mauerfall 1989 in Budapest, wo sein Vater eingesetzt war. Nach der Wende musste die Familie von vorne anfangen, denn Jans Papa wurde nicht vom Auswärtigen Amt übernommen und musste sich eine neue Existenz aufbauen.

Moderne politische Maßstäbe

Ist er politisch? „Ja, zwar nicht parteipolitisch, ich denke aber eher rot-grün.“ So kann er sich über Homophobie ganz schön aufregen und sorgte (zusammen mit seinem Kollegen und Gegenspieler Michael Schäfer) dafür, dass die schwulenfeindlichen Sätze im Original von „Taxi Taxi“ herausgestrichen wurden. Sonst hätte er an der Produktion nicht teilgenommen.

Ebenso ärgert ihn die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern. Das sei auch in manchen Theatern noch so. „Intendanten können das nur machen, weil die meisten Mimen nicht über Gagen reden.“ Das sei ein ungeschriebenes Gesetz. Zu seinem politischen Interesse passt, dass Jan Kittmann von der „Heute Show“ schwärmt und gerne selbst mal Kabarett oder Comedy machen würde.

Gibt es zur Schauspielerei für ihn eine Alternative? „Ja, ich habe eine große Affinität zur Technik und zu Computern.“ Er habe sogar ein paar Semester Informatik studiert. „Zumindest war ich eingeschrieben“, schmunzelt er. Kittmann meint, er könne schon einen Computer auseinandernehmen und wieder zusammenbauen. Begeistert ist er von Videoschnitt und Foto-Bearbeitung. Und: „Meinem Vater habe ich den PC eingerichtet. Und alles funktioniert!“

Taxi-Taxi in Düsseldorf

Taxi-Taxi, Schwank von Ray Cooney, uraufgeführt 1983 in London. Regie: Peter Millowitsch, Bühne: Bodo Wallerath. Unter anderem mit Jan Kittmann, Alexander von der Groeben, Verena Wüstkamp und Swetlana Saam. Läuft bis 5. Januar in der Komödie Steinstraße. Telefon: 0211/133707, www.komoedie-steinstrasse.de

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