MIETEN

Die Mieten sind zu teuer in Düsseldorf

Demonstranten protestieren

Demonstranten protestieren

Düsseldorf.   Zu diesem Resultat kommen viele Düsseldorfer laut Bürgerbarometer. Zudem fehlt es in der Landeshauptstadt an günstigen Wohnungen

Was für Deutschland im Allgemeinen gilt, ist für die Düsseldorfer ein altbekanntes und daher ständiges Problem: Es gibt zu wenig bezahlbaren Wohnraum. Und, insbesondere für die Landeshauptstadt als attraktiven Wohn- und Arbeitsort, gilt, dass die Mieten (viel) zu teuer sind – Tendenz steigend. Zu diesem Ergebnis kommt auch das NRZ-Bürgerbarometer. Mehr als 55 Prozent der Düsseldorfer finden, dass die sehr hohen Mietpreise nicht gerechtfertigt seien. Die vergleichsweise hohe Lebensqualität in Düsseldorf wiege dies auch nicht auf.

„Die Mietpreise sind zu hoch“

Silke Gottschalk, Geschäftsführerin des Deutschen Mieterbundes NRW mit Sitz in Düsseldorf, kann dieses Stimmungsbild gut nachvollziehen. „Die Preise können nicht bezahlt werden, gerade für Studenten und junge Berufstätige fehlt es an bezahlbarem Wohnraum in der Stadt.“ Diese Einschätzung Gottschalks, deren Organisation die Interessen aller landesweiten Mietervereine politisch vertritt, deckt sich mit den Aussagen der jüngeren Düsseldorfer. Die drei jüngsten Alters-Kohorten des Bürgerbarometers (von 14 bis 19, von 20 bis 29 und von 30 bis 39 Jahren) sagen mehrheitlich, dass die Lebensqualität in Düsseldorf die sehr hohen Mietpreise nicht rechtfertigt und die Mieten im Allgemeinen zu hoch seien. Nicht wenige Studenten entscheiden sich dann für andere Universitätsstandorte wie Bochum, Duisburg-Essen oder Dortmund, da dort Wohnungen günstiger sind, sagt Silke Gottschalk.

Schaut man sich den Mietspiegel einmal genau an, dann ergibt für Düsseldorf ein statistischer Durchschnittswert von 11, 33 pro Quadratmeter. Zum Vergleich: In NRW liegt er bei 7,53 Euro und im Bundesdurchschnitt bei 7,97 Euro. Fakt ist, die Mieten liegen weit über dem Durchschnitt. Bundesweit, auch das trifft eindeutig auf die Landeshauptstadt zu, werde Baugrund immer teuer. Selbst viele Bauträger können sich in den Großstädten kaum noch Grund und Boden leisten. Dafür, das sagt auch der Deutsche Bauindustrie-Verband, müssten die Bauträger sehr teure Wohnungen bauen, damit sich ein Bauvorhaben für sie überhaupt noch rentiert.

„Hier ist die Politik gefragt“

Die Folge ist, dass am Bedarf vorbeigebaut wird, da viele Einfamilienhäuser, Luxusappartements sowie Vier- und Fünfzimmerwohnungen errichtet würden – die sich nur ein geringer Teil der Bevölkerung leisten kann. Und Studenten, Geringverdiener, junge Berufstätige sowie Rentner, die dringend auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen sind und die über relativ gesehen weniger Einkommen und Vermögen verfügen als die Alters-Kohorte von 40 bis 60, die die Mietpreise laut Bürgerbarometer angemessen findet, sind umso mehr die Leidtragenden.

Hier sei, so Silke Gottschalk, auch die Politik gefragt. „Es gibt genug hochpreisige Wohnungen in der Stadt, es fehlt aber vor allem an Zwei- und Drei-Zimmerwohnungen. Die Politik muss sich dafür einsetzen, dass der Anteil auch an diesen Wohnungen und an Sozialwohnungen gesteigert wird.“ Zwar seien die Förderkonditionen von öffentlich geförderten Wohnraum in NRW alle abgerufen worden, dennoch brauche man mehr unbefristete Wohnverhältnisse für den öffentlich geförderten Wohnungsmarkt. „Die Politik muss endlich eine längere Bindung für Sozialwohnungen erreichen, denn die öffentliche Förderung endet nach nur zwanzig Jahren. Danach können die Vermieter wieder die Mieten erhöhen“, sagt die Geschäftsführerin des Mieterbundes NRW.

Mieterbund für Zweckentfremdung

Ein weiteres Problem auf dem knappen und daher immer teureren Düsseldorfer Wohnungsmarkt, in den eigentlich seit diesem Jahr auch vermehrt Flüchtlinge drängen sollten, ist das leidige Thema Zweckentfremdung. „Es gibt im ohnehin schon knappen Düsseldorfer Wohnmarkt zu viel Leerstände. Potenzieller Wohnraum darf nicht leerstehen, das tut er aber in der Stadt.

Es müsste eine Satzung für Düsseldorf geben, die leerstehende Ladenlokale, die teilweise sogar vordergründig gewerblich genutzt werden, in bezahlbaren Wohnraum umzuwandeln hilft“, sagt Gottschalk. Die Stadt, das räumt sie aber auch ein, habe es nicht leicht, freie Flächen im weitestgehend zugebauten innerstädtischen Bereich zu finden.

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