Verkehrspolitik

Düsseldorf bekommt die ersten Umweltspuren

Eine Umweltspur soll auf die Merowinger Straße kommen.

Eine Umweltspur soll auf die Merowinger Straße kommen.

Foto: Anne Orthen

Düsseldorf.   Die Politik hat grünes Licht für die Einrichtung der Sonderfahrspuren gegeben. Sie sollen auf Merowinger- und Prinz-Georg-Straße entstehen.

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In Düsseldorf werden in den nächsten Monaten mehrere Umweltspuren eingerichtet. Das hat am Mittwochabend die Politik beschlossen. In seiner Sondersitzung mit den Bezirksvertretungen 1 und 3 gab der Ordnungs- und Verkehrsausschuss des Stadtrates grünes Licht für die Einrichtung von Sonderfahrspuren auf der Merowinger- und der Prinz-Georg-Straße sowie für die Prüfung einer großen Spur quer durch die Innenstadt vom Werstener Kreuz bis zur Kaiserstraße.

Auf den Spuren dürfen dann nur Busse, Fahrräder, E-Autos und Taxis fahren. Auf der Merowinger- und Prinz-Georg-Straße sollen zunächst für ein Jahr Umweltspuren eingerichtet werden. Bis Ostern sollen diese fertig sein.

Auch eine Spur quer durch die City ist geplant

Sollten die Spuren bislang nur stadteinwärts verlaufen, beantragte die Ampel-Kooperation aus SPD, FDP und Grünen zusätzlich, dass auf der Prinz-Georg-Straße auch stadtauswärts eine Umweltspur eingerichtet wird. Für die Merowingerstraße soll das auch geprüft werden. Für die dritte, große Spur, die unter anderem über die Corneliusstraße führt, wird bis zum Sommer geprüft, wie diese eingerichtet werden kann. Darüber hinaus wird geprüft, ob auch Fahrgemeinschaften die neue Spur nutzen dürfen.

Ob das möglich ist, ist rechtlich noch nicht geklärt. Gefasst wurde der Beschluss zu der großen Umweltspur einstimmig, bei Merowinger- und Prinz-Georg-Straße stimmte die CDU-Fraktion dagegen.

Fahrverbote für Dieselautos sollen vermieden werden

Die Stadt, das NRW-Umweltministerium und die Bezirksregierung hoffen, dass durch die Umweltspuren Fahrverbote für Dieselautos vermieden werden können. In Düsseldorf werden an einigen Straßen seit vielen Jahren Grenzwerte zur Belastung mit Stickstoffdioxid in der Luft überschritten. Die Bezirksregierung muss deshalb einen neuen Luftreinhalteplan für die Landeshauptstadt erstellen. Er enthält Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität und soll am 1. Februar in Kraft treten. Dieselfahrverbote sind darin nicht enthalten – dagegen klagt aktuell die Deutsche Umwelthilfe vor dem Oberverwaltungsgericht.

„Die Verkehrspolitik in Düsseldorf wandelt sich trotz großer Widerstände und Beharrungskräfte“, kommentierte gestern Dietmar Wolf, Ratsherr der Grünen, die Themen im Verkehrsausschuss. „Umweltspuren auf zentralen Verkehrsachsen, Radwege auf der Kaiserstraße und eine ‚Protected Bike Lane‘ auf der Klever Straße wären noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen. Düsseldorf nimmt die Verkehrswende jetzt ernst.“

Grüne: Mutig, aber auch kritisch vorgehen

Wichtig für die Gestaltung der zukünftigen Mobilität ist aus Sicht der Grünen ein mutiges aber gleichzeitig testendes und kritisches Vorgehen. Wolf: „Niemand kann behaupten, für jede Straße, für jede Herausforderung mit 100-prozentiger Sicherheit die richtigen Lösungen zu haben. Daher sind Pilotversuche und vorläufige Markierungen genau der richtige Ansatz. Wir gehen große Schritte – aber wir können sie auch noch verbessern und weiterentwickeln, bevor viel Geld in Asphalt und Beton fließt“.

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