Kundgebung

Düsseldorf zeigt sich solidarisch mit Kapitänin Rackete

An einer solidarischen Kundgebung auf dem Düsseldorfer Rathausplatz für die in Italien inhaftierte Carola Rackete nahmen mehrere Hundert Menschen teil.

An einer solidarischen Kundgebung auf dem Düsseldorfer Rathausplatz für die in Italien inhaftierte Carola Rackete nahmen mehrere Hundert Menschen teil.

Foto: Tobias KaluzA

Düsseldorf.  Mehrere Hundert Düsseldorfer folgten dem Aufruf, ein Zeichen für die in Italien inhaftierte Kapitänin der „Sea Watch 3“ zu setzen.

Mehrere hundert Menschen nahmen Montagnachmittag vor dem Rathaus an einer solidarischen Kundgebung für die in Italien inhaftierte Kapitänin der „Sea Watch 3“, Carola Rackete, teil. Organisiert wurde die Veranstaltung von „Flüchtlinge Willkommen in Düsseldorf“ und der Flüchtlingsinitiative „Stay“.

Zivilgesellschaft setzt Zeichen für Seenotrettung

„Ich habe die Kundgebung vor 24 Stunden angemeldet. Der Polizei habe ich gesagt, dass wir mit 50 Teilnehmern rechnen. Dass nun so viele ihre Unterstützung für die Seenotretter zu zeigen, ist überwältigend“, sagte Hildegard Düsing-Krems von „Flüchtlinge Willkommen in Düsseldorf“. „Das ist heute ein Zeichen der Zivilgesellschaft, dass die Rettung von Menschen etwas selbstverständliches ist, das nicht kriminalisiert werden darf.“

Auch Oliver Ongaro von „Stay“ betonte, „dass es wichtig ist, aktiv zu werden, wenn Leute wie Carola Rackete dafür festgenommen werden, dass sie Menschenleben gerettet haben.“ Die Festnahme sei ein Angriff auf alle Flüchtlingshelfer, so Ongaro. „Wir haben uns damals im Fall Deniz Yücel auch so weit aus dem Fenster gelehnt. Daher müssen wir jetzt ebenso laut protestieren, wenn so etwas in einem EU-Staat passiert.“

Düsseldorfer Oberbürgermeister fordert Politik auf zu handeln

Oberbürgermeister Thomas Geisel sieht die Politik in der Pflicht. „Was sich in Italien abspielt ist einer zivilisierten Nation unwürdig. Es ist perfide, dass man ein Schiff, das Menschen vor dem Ertrinken gerettet hat, drei Wochen auf dem Mittelmeer herumirren ließ“, so Geisel. „Wenn wir unser Ansehen bewahren und morgen noch in den Spiegel sehen wollen, müssen wir jetzt handeln. Es gibt mittlerweile mehr Städte als Menschen auf der ,Sea Watch 3’, die bereit sind diese Menschen aufzunehmen. Auch Düsseldorf.“ An Italiens Innenminister Matteo Salvini gerichtet fügte Geisel hinzu: „Es ist eine Schande, dass eine Gründungsnation der EU, deren Werte mit Füßen tritt.“

Scharfe Kritik an Matteo Salvini

Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Andreas Rimkus kritisierte die Politik Salvinis scharf: „Zu ihm sage ich ganz klar: ,Hör auf faschistoid zu sein!’ Auch Italien hat eine Verantwortung, wie wir alle.“ Düsseldorf sei ein sicherer Hafen, sagte Rimkus. Er folgte damit der Aussage des Oberbürgermeisters und betonte, dass es nun an der Zeit sei zu handeln „Es kann nicht sein, dass wir Menschen im Mittelmeer ersaufen lassen. Europa muss endlich handeln. Wir müssen eine gemeinsame Lösung finden.“

Carola Rackete ist eine Ehrenfrau“, sagt Grünen-Chefin Paula Elsholz. „Vor einem Jahr gab es einen ähnlichen Fall mit der ,Lifeline’, die mit 234 Menschen an Bord nicht anlegen durfte. Wir dürfen nicht zulassen, dass Politik auf dem Rücken der Ärmsten ausgetragen wird.“

Abschließend nahm auch Oliver Ongaro Matteo Salvini unter Beschuss: „Wer wie Salvini Flüchtlinge lieber tot, als in seinem Land sieht, der muss als das betitelt werden, was er ist: Ein Faschist!“

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