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Grüne bleiben bei „Nein“ - und kippen Ed-Sheeran-Konzert

Ed Sheeran wird am 22. Juli wohl nicht in Düsseldorf spielen.

Ed Sheeran wird am 22. Juli wohl nicht in Düsseldorf spielen.

Foto: dpa

Düsseldorf.   Die Düsseldorfer Grünen sehen weiter kritische Punkte für das Riesen-Konzert. Damit gibt es keine Mehrheit für das Event mit 85.000 Besuchern.

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Die Grünen im Düsseldorfer Stadtrat bleiben beim „Nein“ für das geplante Ed Sheeran-Konzert mit 85 000 Zuschauern am 22. Juli auf dem Messeparkplatz P 1. Damit wird das Konzert immer unwahrscheinlicher, da eine politische Mehrheit fehlt. „Auch auf Basis der neuen Verwaltungsvorlage werden wir die Ausnahmegenehmigung für das Ed-Sheeran-Konzert ablehnen“, hieß es am Montagabend nach einer Sitzung der Fraktion. Fraktionssprecher Norbert Czerwinski: „Die kritischen Punkte sind unverändert: es müssten über 100 Bäume für die Tribünen gefällt werden, ohne dass Alternativen geprüft wurden. Und es geht um eine Ausnahmegenehmigung für ein einziges Konzert, ohne belastbare Perspektive für die weitere Nutzung. Das ist unverhältnismäßig“. Die Drohungen von Konzertveranstaltern weisen die Grüne zurück: „Politik darf sich ihre Entscheidungen nicht diktieren lassen.“

Grüne kritisieren Verfahren für das Konzert: Voraussetzungen haben gefehlt!

Die Grünen kritisieren erneut das Verfahren und die Kommunikation rund um das Konzert. Fraktionssprecherin Angela Hebeler: „Der Oberbürgermeister und die Stadttochter DLive haben das Konzert zugesagt und verkündet, obwohl alle Voraussetzungen fehlten. Es geht dabei um mehr als eine routinemäßige Genehmigung, wie sie der Veranstalter immer erst kurz vor knapp erwartet. Es geht um die erstmalige Nutzung dieser Fläche und es geht um eine Ausnahme vom gültigen Bebauungsplan“. Wenn Düsseldorf als Konzertstandort jetzt einen Imageschaden erleide, dann einzig und allein aufgrund der ungedeckten Zusagen und dieses desaströsen Verfahrens. Hebeler: „Wir sind nicht einverstanden mit einer Stadtpolitik, in der einzelne Personen eine Idee verkünden und dann die Stadtverwaltung sowie alle politischen Gremien folgen müssen. Wir sind 2014 für eine andere Form von Politik angetreten“.

Grüne nicht grundsätzlich gegen das Konzert-Gelände

Die grundsätzliche Idee auf dem Parkplatz eine nachhaltige Fläche für Openair-Events zu ermöglichen, wollen die Grünen aber weiter verfolgen. Hebeler: „Für Ed Sheeran sollte aber eins zu eins das Konzept aus Essen kopiert werden. Eine freiere Planung würde hingegen Events mit 80 000 oder mehr Besuchern erlauben, ohne dass Bäume gefällt werden müssten. Dafür müssen die Beteiligten aber flexibler und kreativer sein. So würden Veranstaltungen möglich, die für Düsseldorf, Bürger und Gäste ein Gewinn sind.“

OB Geisel enttäuscht über Entscheidung der Grünen

Oberbürgermeister Geisel zeigte sich nach der Entscheidung der Grünen am Montag Abend enttäuscht – zumal der Konzert-Veranstalter zugesagt habe, in der Düsseldorfer Innenstadt Straßenbäume im Wert von 500 000 Euro zu spenden.

Bürger und Politiker sind „Drohungen“ ausgesetzt

Unterdessen fordert Andrea Vogelgesang von der Baumschutzgruppe eine Stellungnahme vom Oberbürgermeister zu Aussagen von Konzert-Veranstaltern. Die warnen bei einer Absage des Ed Sheeran-Konzertes davor, keine Veranstaltungen mehr in der Stadt durchzuführen, sprechen von einer „gefährlichen Posse“, „Debakel“ und „Makel“ für die Stadt. „Es ist unglaublich, dass die Düsseldorfer Politiker und Bürger mittlerweile Drohungen, man könnte auch sagen Erpressungen, ausgesetzt sind“, so Vogelgesang. „Schon lange wäre es an der Zeit gewesen, dass sich Thomas Geisel als Oberbürgermeister vor seine Bürger und seine Politiker-Kollegen aus allen Fraktionen stellt und sich klar gegen die von Herr Koopmans von FKP Scorpio als ,politisch verquere’ bezeichnete Diskussion positioniert.“

Nun aber auch noch Druck durch massive Drohungen von Veranstalter-Seite für die Zukunft zu erhalten, könne eigentlich von keiner einzigen Partei mehr gut geheißen werden, so die Baumschutz-Aktivistin. In einer Mail an den OB schrieb Andrea Vogelgesang: „Wir wünschen uns einen Oberbürgermeister, der sich für die Bürger einsetzt und nicht vornehmlich den Interessen seiner Geschäftspartner dienen möchte.“

„Das tut unserer Stadt nicht gut“

Auch Michael Brill, Chef der städtischen Veranstaltungstochter DLive, der das Mega-Konzert nach Düsseldorf holen will, steht in der Kritik. „Er lässt das richtige Fingerspitzengefühl in der Stadt fehlen“, so Grünen-Ratsherr Dietmar Wolf. „Und das tut unserer Stadt nicht gut...“

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