Hilfsprojekt

Düsseldorfer können Obdachlosen mit einem Euro helfen

Thomas Meyer (von links) und Hannelore Rau (Hilf Mahl) präsentieren mit Gastronom Gianni Vitale die Flyer, die in den Düsseldorfer Restaurants ausliegen.

Thomas Meyer (von links) und Hannelore Rau (Hilf Mahl) präsentieren mit Gastronom Gianni Vitale die Flyer, die in den Düsseldorfer Restaurants ausliegen.

Foto: Andreas Bretz

Düsseldorf.  In fünf Düsseldorfer Restaurants werden unkompliziert Spenden für Wohnungslose gesammelt. Bedauert wird, dass nicht mehr Gaststätten mitmachen.

Als Hannelore Rau bei einem Besuch in einem Münchener Restaurant im vergangenen Jahr bezahlen wollte, bekam sie neben ihrer Rechnung auch einen Flyer auf den Tisch gelegt. Darauf bat die Initiative „Hilf Mahl!“ um einen Obolus von einem Euro für Obdachlose. Eine Idee, die der Neusserin gefiel. „Ich habe mir gedacht, das könnte man auch in Düsseldorf umsetzen“, erzählt sie. Und das tat sie schließlich auch.

Mitstreiter fürs Projekt in Düsseldorf gefunden

Wenige Monate später fand sie mit dem Düsseldorfer Arzt Thomas Meyer einen Mitstreiter, sodass die beiden schließlich mit weiteren Unterstützern einen Verein in Düsseldorf gründeten. Die Idee hinter ihrem Projekt ist es, auf unkomplizierte Weise Spenden für Wohnungslose zu sammeln. Wer in einem der teilnehmenden Restaurants isst, bekommt auf seine Rechnung einen Spendenbetrag von einem Euro aufgeschlagen. Wer diesen Betrag nicht bezahlen möchte, kann den Kellner darüber informieren; auch eine Erhöhung der freiwilligen Spende ist möglich. Neben Düsseldorf und München gibt es das Projekt auch in Hamburg und Bremen. Die ursprüngliche Idee stammt jedoch aus London, wo die Initiative bereits seit 1998 existiert.

Dann begann die Suche nach Restaurants – eine große Herausforderung

Die große Herausforderung für die beiden Initiatoren in Düsseldorf war, Restaurants zu finden, die sich an dem Projekt beteiligen wollen. Denn viele Gastronomen, die Hannelore Rau ansprach, winkten schnell ab. Insbesondere Restaurants aus dem hochpreisigen Segment zeigten sich wenig überzeugt, wie sie berichtet. So eine Aktion passe nicht zum Haus, hieß es oft. „Daraufhin meinte ich, dass es um Spenden geht und die Obdachlosen nicht dort essen sollen“, erzählt Rau. Doch es half nichts. Also gingen die beiden einen anderen Weg. „Ich habe dann viele mir bekannte Restaurants kontaktiert“, erzählt Meyer. So ließen sich letztendlich doch noch fünf Unterstützer finden. Einer davon ist der Flinger Gastronom Gianni Vitale. „Ich verstehe nicht, warum so viele Restaurants nicht mitmachen wollen“, erzählt er. Er habe, ohne groß zu überlegen, sofort zugesagt. Und auch bei den Gästen sei die Spendenaktion gut angekommen. Neben seinem Restaurant Cucina Vitale beteiligen sich noch das Bistro Fatal, das Luang Prabang, das Hashi sowie die Restaurants des Maritim-Hotels am Flughafen an dem Projekt.

Spenden werden nur im Winter gesammelte

Die Spenden werden jedoch nicht ganzjährig, sondern nur von November bis März gesammelt. Zum einen weil in dieser Zeit die Spendenbereitschaft größer sei, zum anderen um das Projekt – insbesondere bei Stammgästen der jeweiligen Restaurants – nicht abzunutzen. Im vergangenen Winter konnten bereits 3000 Euro an Spendengeldern gesammelt werden. Das gespendete Geld fließt zu 100 Prozent an den Gutenachtbus, die Initiative Housing First von Fiftyfifty sowie die Frauenunterkunft Ariadne der Diakonie. Andere Kosten wie für den Druck der Flyer werden durch anderweitige Spender finanziert. Einer davon ist die Düsseldorfer Sparkasse.

Für den kommenden Winter hoffen die beiden Vereinsgründer darauf, weitere Restaurants ins Boot holen zu können, um so mehr Spenden zu sammeln. Man sei bereits mit einigen Gastronomen im Gespräch.

Infos zu dem Verein sowie den teilnehmenden Restaurants gibt es unter www.hilfmahl-duesseldorf.de

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