Polizeigewalt

Düsseldorfer Muslimische Gemeinde fordert Aufklärung

| Lesedauer: 2 Minuten
Ein Beamter der Düsseldorfer Polizei fixiert einen 15-jährigen Jugendlichen mit dem Knie auf dem Boden. Im Video scheint es nicht eindeutig ersichtlich, ob der Polizist erlaubterweise auf dem Kopf oder verbotenerweise auf dem Hals kniete. Die muslimische Gemeinde Masjid Assalam fordert nun eine rasche und transparente Aufklärung des Falls.

Ein Beamter der Düsseldorfer Polizei fixiert einen 15-jährigen Jugendlichen mit dem Knie auf dem Boden. Im Video scheint es nicht eindeutig ersichtlich, ob der Polizist erlaubterweise auf dem Kopf oder verbotenerweise auf dem Hals kniete. Die muslimische Gemeinde Masjid Assalam fordert nun eine rasche und transparente Aufklärung des Falls.

Foto: Twitter

Düsseldorf.  Im Falle des am Samstag von Düsseldorfer Polizisten festgenommenen Mohamed A. (15) will die Gemeinde eine Suspendierung des Beamten.

Die muslimische Gemeinde Masjid Assalam fordert eine rasche Aufklärung in dem Fall des am vergangenen Samstag von Düsseldorfer Polizisten festgenommenen 15-jährigen Mohamed A. Videos der Festnahme hatten für einen Aufschrei gesorgt, da der Jugendliche mit Gewalt zu Boden gedrückt wurde und ein Beamter scheinbar auf seinem Kopf und Hals kniete.

Erinnerungen an Fall Floyd George

„Diese schreckliche Tat erinnert stark an den Polizeimord an George Floyd vor einigen Monaten in den USA. Auch hier hat der US-Polizist auf den Hals von George Floyd gekniet bis dieser erstickte und somit getötet wurde“, schreibt der Gemeindeverein in einer Mitteilung. Mohamed A sowie seine Eltern und Geschwister seien traumatisiert und man werde ihnen die nötige Hilfe zukommen lassen, heißt es weiter. Es müsse jedoch auch gefragt werden, wie es dazu kommen konnte.

Untersuchungsergebnisse veröffentlichen

Neben der Aufklärung fordert Masjid Assalam auch die Veröffentlichung der Untersuchungsergebnisse durch die Polizei Duisburg, als für die Untersuchung zuständige Behörde sowie eine Suspendierung des Beamten, „bis die Untersuchung abgeschlossen wurde, um eine mögliche Strafvereitlung zu verhindern“, so Gemeindevorstand Abdelaaziz Fachrou. Auch fordert man „eine Stellungnahme des Kontaktbeamten für muslimische Institutionen zum Sachverhalt und zu seinem Wirken zu den Themen Antirassismus und antimuslimischen Rassismus innerhalb der Polizei Düsseldorf“, heißt es weiter.

Kritik an Aussagen von OB Geisel

Die Gemeinde fordert die maghrebinische Community dazu auf, „nicht länger zu dieser bedrohlichen Entwicklung zu schweigen und sich für ihren Schutz und Ihre eigenen Interessen einzusetzen“, so Fachrou.

Er übt auch schärfste Kritik an Oberbürgermeister Thomas Geisel und einigen seiner früheren Äußerungen. Vergangenes Jahr habe Geisel maghrebinische Jugendliche für die Randale im Rheinbad verantwortlich gemacht, heißt es in der Mitteilung. Er habe seine Aussagen korrigieren müssen. Kürzlich habe Geisel ohne Beweise nordafrikanische Jugendliche für Randale am Burgplatz verantwortlich gemacht, kritisiert die Gemeinde weiter. Zuletzt habe der OB behauptet, diese Jugendlichen lebten in Parallelgesellschaften. Er habe mit diesem Pauschalurteil die gesamte maghrebinische Community in Düsseldorf brüskiert. Masjid Assalam fordert OB Geisel auf, sich für seine Aussagen zu entschuldigen.

Die Mitteilung haben neben Masjid Assalam auch zahlreiche andere Gemeinden und Vereine mitunterzeichnet.

Neue Videos sollen Polizisten entlasten

NRW-Innenminister Herbert Reul sprach am gestrigen Donnerstag von weiteren Aufnahmen, die den Beamten entlasten. So habe er lediglich auf dem Kopf des Jugendlichen gekniet, was eine erlaubte Zwangsmaßnahme sei. Das Ministerium untersuche den Fall jedoch weiter.

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