Infinius-Pleite

Düsseldorfer Ordensbrüder bangen um 7,2 Millionen Euro

Bruder Matthäus Werner rechtfertigt die Geldanlage bei Infinius. Die  Gelder waren die Investitionsrücklage für Renovierung ordenseigener Immobilien.

Bruder Matthäus Werner rechtfertigt die Geldanlage bei Infinius. Die Gelder waren die Investitionsrücklage für Renovierung ordenseigener Immobilien.

Foto: Sergej Lepke

Düsseldorf.   7,2 Millionen Euro hatte die Düsseldorfer „Ordensgemeinschaft der armen Brüder des heiligen Franziskus“ bei dem Anlage-Unternehmen „Infinius“ angelegt. Das ist jetzt pleite und das Geld erst einmal weg. Die Ordensbrüder fühlen sich von dem Dresdner Unternehmen "getäuscht und hintergangen".

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„Verlässlichkeit für Ihre Finanzgeschäfte“ wirbt das Dresdner Unternehmen „Infinius“ auch gestern noch auf seiner Internet-Seite. Das Sozialwerk der Düsseldorfer Ordensgemeinschaft „Arme Brüder des heiligen Franziskus“ hat sich seit 2006 darauf verlassen – nun sind 7,2 Millionen Euro erst einmal futsch.

Bereits Samstag hatte die NRZ vom Millionen-Schaden für das Sozialwerk berichtet, am Montag nannte es selbst die Summen. „Es wurden 3,2 Millionen Euro im langfristigen Bereich und 4 Millionen im kurzfristigen Bereich angelegt“, sagte Bruder Matthäus Werner, der 1. Vorsitzende des Sozialwerks der Armen Brüder. Seit 2006 haben man mit einer Tochter der Infinius-Gruppe erfolgreich zusammengearbeitet, man habe sich auf Empfehlungen und gute Ratings verlassen. Im November jedoch flogen die betrügerischen Machenschaften auf. Sechs Infinius-Manager, die ein Luxus-Leben in Saus und Braus führten, sitzen in Haft.

"Betrügerische Absichten"

„Wir fühlen uns getäuscht und hintergangen“, sagte Bruder Matthäus. „Niemand hat nach all den Jahren der positiven Erfahrungen mit einer betrügerischen Absicht der Infinius-Gruppe gerechnet.“ Eigene Fehler sieht er nicht. Auch sei man nicht stutzig geworden, dass es bei Düsseldorfer Banken oder der Sparkassen teils nur Anlage-Zinsen von unter einem Prozent gegeben habe, bei Infinius aber satte 5 Prozent.

Bruder Matthäus hofft, dass aus den von den Behörden sichergestellten Werten der Infinus-Gruppe möglichst viel der 7,2 Millionen Euro wieder zurückfließen. Wenn nicht? „Dann wird es schwierig, aber irgendwie werden wir es schaffen...“

Die bei Infinius angelegten Gelder waren die Investitionsrücklage für Renovierung und Instandsetzung ordenseigener Immobilien. Die Ordensgemeinschaft betreibt Obdachlosen-Heime an Harkortstraße und Kaiserswerther Straße sowie zwei Altenheime in Rath. Durch den Finanzskandal ist das laufende Geschäft nicht betroffen, auch stehe der Fortbestand nicht auf dem Spiel. Bruder Matthäus bedauerte, dass die Angelegenheit nun skandalisiert werde und dem Orden eine Mitschuld am möglichen Verlust der Millionen gegeben wird.

Insgesamt sollen etwa 25.000 Anleger rund 400 Millionen Euro bei der Infinius-Gruppe angelegt haben.

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