Gaslicht

Düsseldorfer Rat entscheidet im Dezember über Gaslaternen

Eine Gaslaterne leuchtet im Stadtteil Kaiserswerth. In Düsseldorf werden rund 14.560 Laternen mit Gas betrieben.

Eine Gaslaterne leuchtet im Stadtteil Kaiserswerth. In Düsseldorf werden rund 14.560 Laternen mit Gas betrieben.

Foto: dpa

Düsseldorf.   Die neue Initiative Düsseldorfer Gaslicht kämpft für den Kompletterhalt der historischen Beleuchtung. Der Stadt wirft sie gezielte Desinformation vor.

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Im Kampf um den Erhalt der Düsseldorfer Gaslaternen rennt den Befürwortern die Zeit davon. Am 10. Dezember soll der Rat entscheiden, ob und wenn ja, wo genau, die historischen Laternen erhalten werden. Aktuell sieht der Plan der Verwaltung vor, 4000 Gaslaternen in bestimmten Gebieten zu erhalten – darunter die Innenstadt, Flingern, Kaiserswerth und Teile Oberkassels. Der Initiative Düsseldorfer Gaslicht geht das nicht weit genug. Sie kritisiert zudem die Informationspolitik der Stadt und spricht von einem „ungewöhnlichen Hauruck-Verfahren“, mit dem der Plan „durch den Rat gepeitscht“ werden soll.

„Statt wie angekündigt zwei bis drei Veranstaltungen soll es nun nur noch eine Bürgerversammlung geben – für fast eine halbe Million Wahlberechtigte. Das ist für uns keine Information auf breiter Basis“, sagte Albert Günther, Mitgründer der neuen Initiative, die ihr Anliegen am Freitag im Kom(m)ödchen vorstellte.

„Die Stadt hat die einmalige Chance, ein weltweit einzigartiges Kulturgut zu erhalten und zu einer international beachteten Sehenswürdigkeit zu entwickeln“, sagte Barbara Rheinbay, die gemeinsam mit ihrem Mann Peter Rheinbay und weiteren Bürgern in kurzer Zeit rund 400 Unterschriften für den Erhalt der Gasbeleuchtung im Saarwerdenviertel in Oberkassel gesammelt hat. Dem pflichtete Mitgründer Lutz Cleffmann bei: „Es geht hier nicht um romantische Spinnerei und Nostalgie, sondern um handfeste wirtschaftliche Vorteile.“

Abrisskosten sind offenbar unklar

Während die Verwaltung davon spreche, dass Abriss und Umrüstung einer Laterne rund 4000 Euro kosten würden, geht die Initiative von 10 000 Euro aus. Sie stützt sich dabei auf bereits abgerechnete Projekte in Lohhausen und Frankfurt am Main. Die Umrüstung könnte damit nach Berechnungen der Gaslicht-Befürworter bis zu 250 Millionen Euro kosten. Auch in anderen Punkten verbreite die Stadt gezielt Unwahrheiten, so der Vorwurf der Initiative. Eine Auswahl:

Energieeffizienz: Angeblich müssten nach der Ökodesign-Richtlinie alle Straßenlaternen, also auch Gaslaternen, eine bestimmte Energieeffizienz und eine bestimmte Helligkeit gewährleisten. „Das stimmt nicht, da die Richtlinie ausschließlich Vorgaben für elektrische Leuchten macht und selbst dabei handelt es sich nur um unverbindliche Richtwerte“, erläuterte Rechtsanwalt Hermann Piepenbrock.

Gutachten: Gaslaternen können bleiben

Barrierefreiheit: „Oft wurde behauptet, die Gasbeleuchtung müsse ersetzt werden, da sie für sehbehinderte Menschen nicht hell genug sei“, so Piepenbrock. Die Stadt habe bei Straßenlaternen jedoch nicht die rechtliche Pflicht, diese Barrierefreiheit zu gewährleisten. Wünschenswert sei das natürlich trotzdem. „Wenn die Stadtwerke die Gaslaternen richtig warten würden, hätten wir ausreichend Licht“, meint der Anwalt.

Seit Ende August liege der Stadt zudem ein von ihr selbst in Auftrag gegebenes Gutachten vor, das feststelle, dass es keine rechtlich zwingenden Gründe gebe, die Gasbeleuchtung abzureißen. Trotzdem tut die Verwaltung genau das auch weiterhin. Zum Beispiel an der Park- und Gneisenaustraße in Pempelfort, wo jüngst Gaslaternen durch elektrische ersetzt worden sind.

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