Ein Krankenhaus mit Tradition

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Den Düsseldorfern Bürgern ist das St. Vinzenz-Krankenhaus in Derendorf sicherlich bekannt. Es steht seit seiner Gründung in katholischer Trägerschaft und folgt seit jeher dieser Tradition. Doch woher stammt der traditionelle Name des Hauses?

Im Hintergrund der Gründung standen die Industrialisierung und Bevölkerungsentwicklung im 19. Jahrhundert. Wie viele konfessionelle Krankenhäuser entstand auch das St. Vinzenz-Krankenhaus durch das Engagement von Ordensgemeinschaften und der Notwendigkeit der Armutsbekämpfung. Denn auch Derendorf war Anfang des 19. Jahrhunderts ein explosionsartig wachsender Stadtteil von Düsseldorf, der große Scharen von Arbeitssuchenden anzog. Die damalige Pfarrgemeinde „St. Dreifaltigkeiten“ hatte mehr als 12 000 Mitglieder, von der die meisten Bewohner dem Arbeiterstand angehörten. Bei ihnen waren die Armut und das Elend besonders hoch. Obwohl die soziale Not in der Gemeinde zu Beginn noch überschaubar war, so war sie mit reiner Nachbarschaftshilfe und den staatlichen Einrichtungen dennoch nicht länger alleine zu bewältigen. Deshalb versuchte der damalige Pfarrer Heinrich Saedler (1887-1903) Abhilfe zu schaffen: Er rief 1894 einen karitativen Dienst ins Leben, der vor Ort die direkte Not lindern sollte. Er rief die Vinzentinerinnen aus Köln und bot ihnen eine Unterkunft.

So begannen die Schwestern mit der ambulanten Kranken- und Altenpflege zunächst in einem angemieteten Doppelhaus an der Schlossstraße. Schon nach kurzer Zeit entstanden in dem inzwischen erweiterten „Vinzenz-Haus“ ein Asyl für jugendliche Arbeiterinnen und weibliche Strafgefangene, eine Kinderbewahr- und Sonntagsschule, eine Suppenküche für Mittellose und vor allem eine kleine gynäkologische Medizinalstation, in der arme Frauen unentgeltlich behandelt und operiert werden konnte. Aus dieser 1894 gegründeten Station, dem „Vinzenz-Haus“, entstand das heutige St. Vinzenz-Krankenhaus, das immer noch an der Schloßstraße steht. Im Garten sind heute noch die alten Gebäudebestandteile des Vinzenz-Hauses als Grundmauern erhalten.

In der Derendorfer Krankenhausgeschichte spielte die Genossenschaft der Vinzentinerinnen, die damals in ganz Düsseldorf mit ihren „Flügelhäubchen“ einzigartig waren, eine besondere Rolle. Die Genossenschaft der Vinzentinerinnen wurde vom Heiligen Vinzenz von Paul und der Heiligen Louise von Marillac 1633 in Paris gegründet und widmete sich der Alten- und Krankenpflege.

Die Ordensschwestern betrieben die neu eingerichteten Stätten und obwohl sie durch ihre fremde Tracht zunächst misstrauisch beäugt wurden, waren sie schon nach kurzer Zeit bei der Bevölkerung sehr angesehen und wurden für ihre Tätigkeit hoch geschätzt.

Von 1898 bis 1914 wurden zahlreiche Erweiterungsarbeiten am Haus durchgeführt. Durch den Neubau wurden die vorherigen einzelnen Häuser zu einem Gebäudekomplex zusammengefügt, in dem es mehr Krankenzimmer und großzügigere Operationsräume gab. Im Endausbau befanden sich über 185 Betten. 1963 erfolgte die Grundsteinlegung zum heutigen Krankenhaus.

Die Geschichte um die Entstehung des St. Vinzenz-Krankenhauses zeigt, welche Bedeutung die Genossenschaft der Vinzentinerinnen für Derendorf hatte. Sie sorgten für eine Verbesserung der Lebenslage und kümmerten sich um die Armen. Der Name entstammt demnach eben dem Orden, der so viel dazu beigetragen hat, den damaligen Menschen in Not Hilfe anzubieten und das „Vinzenz-Haus“ in seinen Anfängen zu gestalten.

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