Ehe für alle

Ehe für alle - Gegenwind für den Düsseldorfer CDU-Chef

Bundestagswahl 2013 CDU-Kandidat Thomas Jarzombek Wahlkreis Wahlkreis 106 (Düsseldorf 1)

Bundestagswahl 2013 CDU-Kandidat Thomas Jarzombek Wahlkreis Wahlkreis 106 (Düsseldorf 1)

Foto: Partei

Düsseldorf.   Heftige Kritik an dem Düsseldorfer Bundestagsabgeordneten Thomas Jarzombek nach seiner Schwulen-Äußerung bei Facebook.

Wenn der Bundestag an diesem Freitag über die „Ehe für alle“ abgestimmt, die auch gleichgeschlechtlichen Paaren Hochzeiten erlaubt, dann stimmen die Düsseldorfer CDU-Bundestagsabgeordneten Sylvia Pantel und Thomas Jarzombek dagegen. Das haben sie angekündigt. Jarzombek, der auch Vorsitzender der Düsseldorfer CDU ist, hatte sich frühzeitig mit einer Stellungnahme bei Facebook gemeldet: „Ich habe mich immer gegen die Diskriminierung von Homosexuellen eingesetzt und habe hier eine sehr liberale Haltung. Aber Ehe ist für mich die Verbindung von mann und Frau. Dinge, die nicht gleich sind, sollen auch nicht gleich heißen. Ich werde auf keinen Fall für einen Gesetzentwurf stimmen, der die Ehe für andere Verbindungen öffnet.“

Aufgrund dieser Stellungnahme gab es bis gestern Nachmittag mehr als 260 Kommentare – und fast alle äußerten Unverständnis über die Haltung des Düsseldorfer CDU-Mannes, der sich teils harte Kritik gefallen lassen muss. Viele kündigten an, Jarzombek nicht zu wählen – auch CDU-Mitglieder.

Auszüge aus den Antworten an Jarzombek:

  • Der frühere NRW-Staatssekretär Karl-Heinz Krems aus Gerresheim: „So habe ich mir immer den Vorsitzenden einer modernen Großstadtpartei vorgestellt.“
  • Ex-Prinz Carsten Franke: „Sorry, aber damit unwählbar bei der Bundestagswahl. Meine bisher tiefschwarze Stimme bekommt jetzt eine andere Partei!“
  • Sein Mann Thomas-Sebastian Merz, ebenfalls Ex-Prinz: „FDP wählen!“
  • Sönke Willms-Heyng, Sprecher der FDP in der Bezirksvertretung 7: „Was für eine Schwurbelei, um klarzumachen, dass man homosexuelle Menschen nicht gleichstellen will. Was für eine Anmaßung!“
  • SPD-Ratsfrau Claudia Bednarski schreibt: „Es ist aber definitiv diskriminierend und keineswegs liberal gleichgeschlechtlichen Paaren die Ehe zu verwehren.“
  • WDR-Moderatorin Petra Albrecht: „Schade, lieber Thomas Jarzombek. Das finde ich schade und es erstaunt mich, dass Sie diese Haltung vertreten.“
  • Der Düsseldorfer Schwulen-Aktivist Christian Naumann: „Open up your heart!“
  • Die Düsseldorfer Jusos haben geschrieben: „Sylvia Pantel teilt AfD-Posts und Thomas Jar- zombek stellt sich gegen die Ehe für alle. Diese CDU ist unwählbar!“
  • Gottfried Boessen, früher für die CDU im Stadtrat von Meerbusch: „Lieber Thomas, die vielen Reaktionen hier sollten Dir zeigen, dass Deine Haltung nicht nachvollziehbar ist. Die Mehrheit der Bevölkerung (ca. 70 - 80 %) ist für die ,Ehe für alle’. Gerade die CDU, die ja behauptet, eine Partei der Mitte zu sein, bedient mit der Ablehnung aber nicht mehr die Mitte der Gesellschaft, sondern eine Minderheit der Bevölkerung. Diese Ablehnung kann aus dem Grundgesetz heraus auch nicht begründet werden. Dort steht nirgendwo, dass die Ehe nur zwischen einem Mann und einer Frau geschlossen werden kann. Die Ablehnung erfolgt aus religiösen Gründen, die nichts, aber auch gar nichts, mit dem Staat zu tun haben. Die Mütter und Väter des Grundgesetzes waren möglicherweise viel weiter, als ihr es heute seid. Ich kann Dich nur bitten, Deine Haltung zu überdenken.“
  • Jens Löwcke: „Damit machen Sie es mir als CDU Mitglied und in ihrem Wahlkreis lebend sehr schwer! Auf meine Stimme werden sie dann im September verzichten müssen. Ich kann niemanden wählen der nicht im 21 Jahrhundert angekommen ist!“
  • Gero Blödorn: „Herr Jarzombek, sagen sie mal, ist Frau Pantel in ihrer Rückständigkeit ansteckend? Scheint ja wohl der Fall zu sein!“
  • Klaus Brunner: „Soweit ich weiß, ist das ein Bündnis für die Ewigkeit (Bis das der Tod euch scheidet). Da passt natürlich eine Meldung vom 26.7.2011 in das christliche Leben von Ihnen, Herr Jarzombek. Was soll man da sagen? Sie sollten sich schämen, sich scheiden zu lassen. Auch das hat Gott nicht gewollt.“
  • Christian Zimmermann: „Machen Sie ruhig weiter so Herr Jarzombek, damit machen Sie die Entscheidung am 24. September im Düsseldorfer Norden für jeden Wähler leichter. Meine Stimme bekommt auf jeden Fall Philipp Tacer, denn der steht für eine moderne Gesellschaft.“

Laut „Passauer Neue Presse“ haben in einer Vorstandssitzung der CDU-Fraktion im Bundestag mehrere Mitglieder in Abwesenheit der Kanzlerin ihren deutlichen Unmut über Merkels Vorstoß geäußert. „Wir haben die Nase voll“, hieß es nach Angaben von Teilnehmern. Laut Zeitung gehörte zu den Kritikern auch Jarzombek. (gömi)

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