Friedrichstadt/Unterbilk.

„Herzog-Terrassen“ statt West-LB

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Friedrichstadt/Unterbilk.  In edlem Grau prangt bereits der neue Name am Eingang zum ehemaligen West-LB-Hochhaus: „Herzog-Terrassen“ heißt nun der frühere Sitz der Bank an der Ecke Herzog-/ Friedrichstraße. Der elfstöckige Prachtbau bekommt nun auch neue Mieter. Die Deutsche Bank wird ab Januar nächsten Jahres auf rund 5000 Quadratmetern ihre Büros für 400 Mitarbiter einrichten.

Marcel Abel, Düsseldorfer Chef des internationalen Maklerunternehmens Jones Lang LaSalle, ist sicher, auch die restlichen 30 000 Quadratmeter ziemlich schnell vermieten zu können.

Den früheren West-LB-Bau am Kirchplatz mit der Weltkugel vor dem Portal wird das NRW-Innenministerium mitsamt Verfassungsschutz im nächsten Herbst beziehen, die Umbauten beginnen Anfang 2014, berichtet Klaus Killinger von „Portigon Financial Services“, einem Nachfolgeunternehmen der früheren West-LB.

Umbauten braucht das Hochhaus an der Herzogstraße kaum noch, betonen Makler Abel und Portigon-Manager Killinger, es ist ja bereits alles vorhanden.

Wie berichtet, wurde als Folge von Bankenkrise und Fehlspekulationen die West-LB auf Drängen der EU aus Brüssel ab 2012 zerschlagen. Von den in Düsseldorf tätigen über 4000 Mitarbeitern sind noch rund 1300 in der Auffanggesellschaft „Portigon“ im Haus tätig. Am 1. Juli, so Killinger, wurde die „Portigon Financial Services“ gegründet, die mit rund rund 450 Mitarbeitern zum 1. November nach Heerdt ziehen wird. Die anderen werden nach und nach ausziehen.

Abel betont, „wir wollten schon mit dem Namen ‘Herzog-Terrassen’ einen klaren Bezug zum Stadtteil setzen.“ Die Interessengemeinschaft Friedrichstraße der Geschäftsleute sei bereits informiert worden, „die Einzelhändler sind sehr erleichtert“, so Abel, dass wieder Kundschaft für die Einkaufsstraße einziehen wird.

Das Haus biete etwa Wirtschaftsprüfern, Steuerberatern oder anderen Dienstleistern sehr flexible Büros zwischen wenigen Hundert bis über 5000 Quadratmetern, die ja bereits mit aller Technik ausgestattet seien. Dazu kommen ein großer Konferenzraum und mehrere kleine, Sicherheits-Service ebenso wie ein Restaurant im Haus, kleine Cafés, und eine Tiefgarage mit rund 1000 Plätzen und Ladestationen für Elektroautos. Um die 400 Parkplätze sind zurzeit für die Anwohner geöffnet. Außerdem gibt es im Komplex bereits eine Kita mit 25 Plätzen. Die Mieten sollen etwa bei 20 Euro pro Quadratmeter liegen. In der elften Etage werden einzelne „Logen“ angeboten mit Büros, Terrasse und einem sagenhaften Ausblick auf die Stadt.

Übrigens: Vor dem Bau der West-LB arbeiteten Ecke Tal-/ Herzogstraße bis in die 1970er-Jahre Dominikaner-Mönche, die schon im 19. Jahrhundert dorthin gezogen waren, um etwas gegen den „sittlichen Verfalls des Stadtteils“ zu tun.

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