Rosenmontag

Jüdische Gemeinde feierte mit Heine-Wagen 'Zoch'-Premiere

Heinrich Heine auf dem Wagen der Jüdischen Gemeinde.

Foto: Katharina Gilles

Heinrich Heine auf dem Wagen der Jüdischen Gemeinde. Foto: Katharina Gilles

Düsseldorf.   Die Jüdische Gemeinde Düsseldorf hat zum ersten Mal am Rosenmontagszug teilgenommen. Verwaltungsdirektor Michael Szentei-Heise kam die Idee.

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Schlaflose Nächte? Nervös? Nicht die Spur. Michael Szentei-Heise, Verwaltungsdirektor der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, steht lässig mit Bierchen in der Hand bei der Aufstellung neben dem ersten Rosenmontagswagen seiner Gemeinde. Zufrieden blickt er auf den Wagen, den der jüdische Sohn der Stadt, Heinrich Heine, mit Kippa und Gebetskette, ziert. Heine hält eine Schreibfeder in der Hand und verfasst gerade „Deutschland, ein Wintermärchen“. Ebenfalls auf dem Wagen zu sehen – Stadttypische Motive wie die Synagoge, Schlossturm, St. Lambertus Kirche und die Altstadt.

Die Idee zu dem Wagen kam von Szentei-Heise selbst. „Letztes Jahr hatte die evangelische Kirche einen tollen Wagen zum Luther-Jubiläum. Nun wollten wir auch mal einen haben.“ Schließlich nutzen Institutionen den Zug um sich zu zeigen.

Tilly von der Wagenidee begeistert

Mit dem Wagen ist der Gemeinde auf jeden Fall ein gelungener Auftakt geglückt, hat ihn doch niemand geringeres als Jacques Tilly gebaut. Dieser sei sofort begeistert gewesen von der Idee und für den Wagenbauer war schnell klar: Er macht den Rosenmontagswagen und kein anderer. Schnell war dabei auch klar, dass der Fokus auf dem jüdischen Sohn der Stadt, Heinrich Heine, liegt. „Es ist schon toll, dass nach fast 80 Jahren und dem damaligen Antisemitismus auf Karnevalswagen ein Zoch der Jüdischen Gemeinde mitfährt“, so Tilly.

1,3 Tonnen Süßigkeiten werden vom Wagen geworfen

Für den Rosenmontagszug an sich hat sich die Jüdische Gemeinde auch was ganz Besonderes einfallen lassen. Es gibt nicht nur Taschentücher von der Gemeinde, sondern Bonbons, die koscher sind. „Die Bonbons sind absolut vegan, enthalten keine Gelatine oder andere tierische Produkte“, so Szentei-Heise. Und: sie sind vor allem sehr süß, was ein herzhafter Biss zeigt. Gut 1,3 Tonnen hat der Wagen von diesem Süßkram geladen. Viel Kamelle also.

Und noch etwas ist besonders an dem Wagen: Von ihm tönt nicht nur die übliche Karnevalsmusik und Neue Deutsche Welle Lieder. „Wir spielen auch irsaelische Musik.“ In diesem Sinne: „Jüdische Gemeinde Shalom.“

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