Soziales

Medizinischer Hilfe für Wohnungslose geht das Geld aus

Das Team des Vereins Medizinische Hilfe für Wohnungslose.

Das Team des Vereins Medizinische Hilfe für Wohnungslose.

Foto: OH

Düsseldorf.   Der Spendenbereitschaft beim Düsseldorfer Verein Medizinische Hilfe für Wohnungslose sinkt. Die Einrichtung kann nicht mehr alles auffangen.

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Die Spendenbereitschaft ist rückläufig, während der Zulauf größer wird: Der Düsseldorfer Verein Medizinische Hilfe für Wohnungslose hat ein Problem. Seit 1995 bietet der Verein Hilfe für Menschen in prekären Lebenslagen an, mehr als 50 000 Behandlungen erfolgten in den vergangenen 22 Jahren.

Realität sieht anders aus

„Immer mehr nicht versicherte Menschen kommen aus Süd- und Osteuropa zu uns“, sagt Carsten König, der Vorsitzende des Vereins. Eigentlich muss jeder Mensch in Deutschland versichert sein, in der Realität sieht es aber anders aus. Während Flüchtlinge oder Arbeitslose eine Versicherung erhalten, gibt es EU-Staatenbürger, die keine Versicherung in Deutschland haben. „Unter bestimmten Voraussetzungen können sie Leistungen beziehen, aber es gibt viele Hürden“, weiß auch Marion Gather von der Altstadt-Armenküche.

Hinzu kommen Obdachlose, die ein Anrecht hätten, aber von sich aus nichts mehr mit Behörden zu tun haben möchten oder es einfach auch nicht können. Wenn diese Menschen krank werden, landen sie oftmals in den Praxisräumen der Medizinischen Hilfe an der Neusserstraße, im Praxisraum in der Tagesstätte „Café Pur“ der Diakonie am Mintrop-Platz oder im umgebauten Wohnmobil an ausgesuchter Stelle.

Vernetzte Arbeit

Die Patienten, die dann zu den Ärzten des Vereins kommen, tauchen mit allen möglichen Problemen auf, die es in normalen Praxen auch gibt. Aber: „Egal worum es geht, es taucht immer alles wesentlich schlimmer auf“, weiß Vorsitzender König. Mit einer Behandlung hört die Versorgung da meist nicht auf. Denn Wohnungslose müssen meist vielfach betreut werden – schließlich verschlimmert sich der Zustand auf der Straße. Also, wie von der Straße runterkriegen? „Es ist immer eine vernetzte Arbeit“, so König. Von entscheidender Bedeutung sei dabei die Zusammenarbeit mit verschiedenen Einrichtungen und Anbietern der Wohnungslosenhilfe der Stadt Düsseldorf, freien Trägern sowie die Vernetzung mit Pflege und Sozialarbeit.

Ungefähr die Hälfte der Patienten sind regulär versichert und können abgerechnet werden, der zunehmende Anzahl nicht versicherter Patienten stellt die Medizinische Hilfe aber vor große Probleme. Die bei diesen Behandlungen notwendigen Kosten können nicht mehr aufgefangen werden. Einen Großteil der Kosten für die Räumlichkeiten und das Personal werden seit 20 Jahren von einem Zuschuss der Stadt finanziert, jedoch gehen seit zwei bis drei Jahren die Spenden zurück. Warum? König glaubt den Grund zu kennen. Die Spendenbereitschaft der Menschen sei generell wegen des Misstrauens in der Gesellschaft rückläufig, so der Arzt.

Spenden erbeten

Mit einer Spenden von 30 bis 40 Euro können die Basiskosten für einen nicht versicherten Patienten in einem Quartal gedeckt werden, die notwendige Medizin ist darin nicht enthalten. Die Medizinische Hilfe für Wohnungslose bittet um eine Spende. IBAN: DE 1630 0606 0100 0788 8104. BIC: DAAEDEDDXXX

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