Coronavirus

Peta in Corona-Krise an OB: Düsseldorf soll Tauben füttern

Die Tauben in Düsseldorf sollen von der Stadt gefüttert werden, fordert Peta.

Die Tauben in Düsseldorf sollen von der Stadt gefüttert werden, fordert Peta.

Foto: Uwe Schaffmeister

Düsseldorf.  Tierrechtsorganisation Peta befürchtet massenhaften Tod von Tauben. Sie fordert eine Aufhebung des Fütterungsverbotes und kommunale Fütterungen.

Aufgrund der Ausgangsbeschränkungen sind Düsseldorfs Straßen mittlerweile weitgehend leer. Dies hat jedoch zur Folge, dass zahlreiche Tauben nun keine Nahrung mehr finden und zu verhungern drohen.

Daher wandte sich Peta an Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel, das zuständige Veterinäramt sowie an den Umweltausschuss der Stadt.

„Kommunale Fütterungen organisieren“

In ihrem Schreiben – das auch 77 weitere deutsche Städte erhielten – appellierte die Tierrechtsorganisation an die Verantwortlichen, Taubenfütterungsverbote auszusetzen und ihrem Schutzauftrag nachzukommen, indem sie zudem kommunale Fütterungen organisieren.

„Ein isoliertes Fütterungsverbot – also ein Fütterungsverbot ohne oder ohne zureichend betreute Schläge für Tauben – wie in Düsseldorf bedeutet für die Tiere selbst unter normalen Bedingungen karge Mahlzeiten, die aus ungeeigneten Essensresten bestehen“, so Peta-Rechtsanwalt Christian Arleth. „In einer Ausnahmesituation wie der gegenwärtigen wird daraus innerhalb kürzester Zeit eine akute Lebensgefahr für die Tiere.“ Deutschlands Kommunen seien aufgrund des Staatsziels Tierschutz rechtlich dazu verpflichtet, die Tiere vor dem Hungertod zu bewahren, indem sie isolierte Fütterungsverbote aussetzen und kommunale Fütterungen veranlassen.

Tiere sind auf Hilfe angewiesen

Fütterungsverbote sind für Peta auch unabhängig von Krisen bedenklich. So leiden viele der Tiere in städtischen Populationen aufgrund der für die Vögel oft ungeeigneten Nahrung ohnehin bereits an chronischer Schwäche und sind krankheitsanfälliger. „Gerade in schweren Zeiten wie jetzt während der Corona-Pandemie sind die Tiere umso mehr auf unsere Hilfe angewiesen. Köln hat bereits reagiert und lässt Fütterungen nun zu – wir hoffen, dass die anderen Städte diesem Vorbild folgen“, so Arleth. „Es wäre Wahnsinn, ehrenamtliche Tierschützer in Düsseldorf in diesen Tagen auch noch für ihr Engagement zu bestrafen und den Tod zahlreicher Mitlebewesen in Kauf zu nehmen.“

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