Schließung

Politiker verärgert über Situation bei Sana-Klinik

Bei der Sana-Klinik in Gerresheim musste der Kreißsaal bis auf weiteres geschlossen werden – wegen Personalmangel.

Bei der Sana-Klinik in Gerresheim musste der Kreißsaal bis auf weiteres geschlossen werden – wegen Personalmangel.

Foto: Sergej Lepke

Düsseldorf.   Der Kreißsaal der Düsseldorfer Klinik musste wegen Personalmangel schließen – Kritik an der aussichtslosen Lage nach Krankenhaus-Privatisierung.

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Die Probleme mit der Sana-Klinik in Gerresheim reißen nicht ab: Erst gestern wurde bekannt, dass wegen Hebammen-Mangel der Kreißsaal geschlossen werden musste – Geburtshilfe kann dort mindestens bis Neujahr nicht mehr durchgeführt werden NRZ berichtete). Und jetzt: Die Vertreter des Stadtbezirks 7 wurden noch nicht einmal über die Schließung seitens der Sana-Klinik informiert. Obwohl die Stadt immerhin noch 49 Prozent Anteil an der Klinik hält und Ratspolitiker im Aufsichtsrat des Krankenhauses sitzen.

Ärger fing mit der Privatisierung der Klinik an

Bei den politischen Vertretern des Stadtbezirks 7 ist das Debakel um die Sana-Klinik schon lange ein Ärgernis: „Seit der Privatisierung der Klinik haben wir die Misere“, erklärt Wolfram Müller-Gehl von der Linken. Schon als die Versorgungslage der Patienten mit Herzinfarkten beim Sana-Klinikum verbessert werden sollte, „wurden wir von der Geschäftsleitung abgebügelt“, so Müller-Gehl. Jetzt fehlen Hebammen, Schwangere können nicht mehr versorgt werden und werden an andere Krakenhäuser verwiesen. Es zeigt sich: Die Stadt ist machtlos.

Politiker wurden über Schließung nicht informiert

„Dass wir über die Schließung nicht informiert wurden, ist schon ein starkes Stück“, kommentiert Bezirksbürgermeister Karsten Kunert (SPD). Mit ihrem geringen Anteil an der Klinik habe die Stadt ihr Bestimmungsrecht abgegeben, „die Privatisierung war nicht richtig“, sagt Kunert. Wenn die Stadt schon nicht mehr mitentscheiden kann, so habe sie immerhin noch einen minimalen Einfluss durch den Aufsichtsrat: „Es gibt eine Informationspflicht gegenüber den Vertretern der Stadt“, so der Bezirksbürgermeister. Immerhin könne so ein geringes Maß an Transparenz gewährleistet werden.

Überlegungen zur Vollprivatisierung der Klinik

„Das Problem ist, dass auch wir in der Bezirksvertretung am Personalmangel nichts mehr ändern können“, sagt FDP-Politiker Sönke Willms-Heyng. Es sei nicht schön, was derzeit bei der Gerresheimer Klinik passiere, „doch nun hat Sana den Hut auf“, so der FDP-Politiker. Während Bezirksbürgermeister Kunert eine Vollprivatisierung der Klinik für verfehlt hält, kann sich Willms-Heyng einen Verkauf der letzten Anteile gut vorstellen: „Ich finde es sinnvoll, die letzten 49 Prozent zu verkaufen, das Geld könnte im Stadthaushalt besser genutzt werden, etwa für mehr Krankenhauspersonal“.

Derzeit sucht die Sana-Klinik laut eigener Aussage bundesweit nach Hebammen, eine Aufstockung des Personals ist bislang erfolglos geblieben. Im Gerresheimer Krankenhaus gab es 2017 etwa 600 Geburten.

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