Notschlafstelle

Stadt Düsseldorf eröffnet neue Schlafstelle für Obdachlose

An vielen öffentlichen Orten werden Obdachlosen-Schlafplätze nicht mehr geduldet. Die Stadt stellt stattdessen Notunterkünfte.

An vielen öffentlichen Orten werden Obdachlosen-Schlafplätze nicht mehr geduldet. Die Stadt stellt stattdessen Notunterkünfte.

Foto: Paul Zinken / dpa

Düsseldorf.  Die Stadt bietet Obdachlosen einen neuen Schlafplatz und schließt zwei Einrichtungen. Straßenmagazin kritisiert das Räumen von Schlaflagern.

Wieder Zoff zwischen der Stadt und der Obdachlosenhilfe von Fiftyfifty: Gestern eröffnete die Stadt eine neue Notschlafstelle an der Graf-Adolf-Straße 73 mit 80 Plätzen über drei Etagen, dafür werden in den nächsten Tagen die Einrichtungen an der Aldekerkstraße und am Vogelsanger Weg (je 30 Plätze) dicht gemacht. Fiftyfifty kritisiert gleichzeitig, dass die Stadt die Schlafstellen am Kom(m)ödchen, am Ratinger Tor und am NRW Forum nicht mehr duldet. Die Stadt soll die Betroffenen kurzfristig aufgefordert haben, die Flächen zu verlassen.

Schlaflager von Obdachlosen an vielen Orten nicht geduldet

Für die Streetworker von Fiftyfifty sind Notschlafstellen keine optimale Lösung. Aus Angst vor Gewalt, Drogen, Diebstählen und den hohen psychischen Belastungen meide ein Teil der Obdachlosen die Notschlafstellen, heißt es bei Fiftyfifty weiter. Die Landesregierung biete zurzeit mit Hilfe eines Notfallfonds kurzfristig Geld an, damit Hilfsorganisationen Schlafsäcke kaufen und verteilen können. Andere Kommunen in NRW duldeten angesichts der massiven Wohnungsnot in den Städten Zelt- und Schlafplätze von Obdachlosen explizit und versuchen, Hilfen dort anzusetzen. „Dass die Stadt kurz vor Weihnachten die Schlafplätze der Ärmsten der Armen in der Stadt räumen lassen will, kann ich nur als unchristlich bezeichnen. Eine erneute törichte Aktion“, erklärt Streetworker Oliver Ongaro.

Neues Angebot für Wohnunterkünfte im nächsten Jahr

„Wenn es an einem Ort häufig zu Beschwerden wegen den Obdachlosen kommt, dann werden wir die Platten nicht dulden und räumen lassen“, hält ein Sprecher der Stadt dagegen: „Wir als Stadt tun ansonsten alles dafür, um Obdachlose menschenwürdig unterzubringen.“ Zudem soll im kommenden Jahr das Angebot „Wohnen für Obdachlose“ weiter ausgebaut werden“, so der Stadtsprecher weiter. Darüber hinaus gäbe es nur noch einen Problemfall in Sachen Platte – am Kom(m)ödchen.

Ende September kam Düsseldorf bundesweit in die Medien, weil ein Obdachlosenlager unter der Kniebrücke geräumt worden war und unter die Brücke Wackersteine gesetzt wurden, damit die Obdachlosen nicht wiederkommen. Die angebotenen Hilfen seien nicht für alle bedarfsgerecht und sollten eher „Notnagel“ statt „Konzept“ sein, so Julia von Lindern von Fiftyfifty.

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