„Das ist kein gesunder Maßstab mehr“, sagte Lukas Risse (Peto), als seine Fraktion die mit 1,9 Millionen Euro veranschlagte Zweigbrücke vom Parkhaus zum Monberg letztes Jahr ablehnte. Auch Bürgermeister Daniel Zimmermann meinte, dass man einen barrierefreien Zugang zu diesem Hügel mit Gastronomie und Rheinblick „für einen Bruchteil dieser Kosten schaffen“ könne. Bei 1,5 Millionen Euro liegt nun der Kostenrahmen, den die Verwaltung für die Installation eines Schrägaufzuges zum 70 Meter hohen Monberg vorschlägt.

Im März 2018 hatte der Rat die Verwaltung beauftragt, nach alternativen Beförderungsmethoden für gehbehinderte Menschen zu suchen. Denn der einst für 70.000 Euro angeschaffte Treppenlifter ist sehr langsam und störanfällig, erklärt Gebäudemanager Michael Lobe. Fünf Minuten dauere eine Fahrt. Benötigten ihn mehrere Mitglieder einer Gruppe, müsse man schon mal eine halbe Stunde einplanen. „Er ist auch sehr anfällig für Bedienfehler und auch für Vandalismus“, ergänzt Zimmermann.

Eine Plattform für alle

Das Rathaus nehme den Inklusionsgedanken als „Stadt für alle“ ernst, die Plattform mit Biergarten, Almhütte und Strandbar auf dem Monberg solle daher für alle Menschen erreichbar sein, betont das Stadtoberhaupt. Eine Machbarkeitsstudie habe verschiedene Lösungsansätze untersucht: Die Anlage eines Weges würde zu stark in den Kunstberg eingreifen. Eine Rolltreppe wäre zu sehr dem Wetter ausgesetzt und für Rollstuhlfahrer gar nicht nutzbar. Ein Senkrechtaufzug – über einen Steg mit dem Plateau verbunden – wäre letztlich so teuer wie die Brücke.

Die realistischste Option wäre eine Standseilbahn, so wie sie zur Bundesgartenschau in Koblenz zur Feste Ehrenbreitstein gebaut wurde. Auf einer an die Flanke des Monbergs gelegten Trasse würde die Transportkabine per Zugseil nach oben und unten befördert werden. Die Kostenschätzung liegt bei 1,46 Millionen Euro. „Billiger geht es nicht“, sagt Zimmermann. Es sei die wirtschaftlichste Lösung. Insgesamt sei sie aber nicht gerade wartungsarm, sagt Lobe. Die Betriebskosten werden auf 45.000 Euro pro Jahr geschätzt.

Planung dürfte länger dauern

Zudem gibt es ein genehmigungsrechtliches Hindernis: Nach dem Seilbahngesetz des Landes muss die Stadt für eine planungsrechtliche Genehmigung wahrscheinlich ein Planfeststellungsverfahren durchlaufen, hat diesbezüglich eine Anfrage an die Bezirksregierung Düsseldorf gestellt. Die Alternative wäre ein einfaches Bebauungsplanverfahren mit Planungshoheit der Stadt. Bis zum Baurecht könnten gut anderthalb Jahre vergehen. Auf jeden Fall bedürfe die Seilbahn einer Betriebserlaubnis durch die Bezirksregierung.

Die günstigste Variante sei diejenige, die der Betreiber der Monberg-Gastronomie anwende, wenn der Lifter mal wieder hake, erklärte Markus Gronauer (CDU) vor einem Jahr: „Er bringt die Leute mit seinem SUV die Rettungsrampe hoch.“ Das gilt jedoch nur für die Nutzer seiner Veranstaltungsräume.