Open Source Festival

13. Open Source in Düsseldorf: Und am Abend waren alle Tocotronic

Tocotronic als Headliner auf der Main Stage räumten beim 13. Open Source ab.

Tocotronic als Headliner auf der Main Stage räumten beim 13. Open Source ab.

Foto: Stephan Wappner

Düsseldorf.   Perfektes Festivalwetter beim 13. Open Source auf der Düsseldorfer Galopprennbahn. Wenig Karten für Kongress am Freitag verkauft.

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Die Band Cigarettes After Sex spielt 80er-Ambient-Poprock, irgendwo angesiedelt zwischen The Jesus And Mary Chain und Echo And The Bunnymen, und das alles nochmal in Zeitlupen-Tempo. Der Sound ist durchaus interessant, für einen Abend auf der Hauptbühne beim 13. Open Source-Festival aber ziemlich gewagt. Eine Traube von vielleicht 150 Fans hat sich vorne an der Bühne versammelt und singt schwelgerisch die Songs von Greg Gonzalez mit. Der Rest geht Bier holen. Cigarettes After Sex haben fürs Erste das Gelände an der Galopprennbahn leer gespielt. Könnte man sagen. Man kann auch sagen: Die Besucher nutzen die Zeit, um Energie zu tanken für den Headliner Tocotronic, der im Anschluss ein tolles Konzert spielen wird.

Mit 7000 Besuchenr wieder ausverkauft

Ansonsten: Ein gewohnt toller Open Source-Tag auf der Rennbahn in Ludenberg bei überragendem Festivalwetter. Auch die 13. Ausgabe war mit gut 7000 Musik- und Kunstfans ausverkauft. Wobei für viele Besucher auch das ganze Drumherum zählt, nicht nur die Bands auf Hauptbühne, Carhartt- oder Young Talent-Stage. „Mir persönlich ist es viel wichtiger, Freunde zu treffen und zusammen einen schönen Tag zu erleben, als mir jetzt ständig über diesen oder jenen Music-Act ein Urteil zu bilden“, sagte am Samstagabend Nicole Konejung (38) aus Flingern. Und Katrin (25) und Lisa (22) kamen eigens aus Bielefeld angereist, um das Open Source zu erleben. „Wir sind zum ersten Mal hier“, meinte Katrin, die sich am „Pop-Impression“- Stand von Peek & Cloppenburg (ja, Sponsoren müssen auch sein) eine Festival-Blümchenfrisur hatte machen lassen. „Ich habe noch nie so ein entspanntes Festival erlebt.“

Auch Festivalleiter Philipp Maiburg war mehr als zufrieden. „Wie sich das Open Source in den letzten vier Jahren entwickelt hat, ist super. Wir hatten natürlich auch jedes Jahr Glück mit dem Wetter, dadurch sind wir stets einen großen Schritt weiter gekommen.“ Maiburg stand zwischenzeitlich bei der Performance von Joan as a Policewoman (übrigens sehr empfehlenswerte Musik) auf der Hauptbühne und ließ die Kulisse mit der Tribüne der Rennbahn im Hintergrund auf sich wirken. Großartig, wenn man so was auf die Beine gestellt hat. „Wenn man an unser erstes Jahr in Lörick denkt, dann ist das hier schon der Knaller.“

Mit DJ Frank D’Arpino in die Verlängerung

Neu in diesem Jahr: Ein vierter Floor (Carhartt WIP x NTS x OSF.) mit verschiedenen DJs. Dort, wo sonst die Jockeys auf die Waage steigen müssen, ging es mit dem Düsseldorfer DJ Frank D’Arpino bis 1 Uhr nachts in die Dance-Verlängerung – ohne taktisches Zeitspiel. Ebenfalls Premiere feierte der vorgelagerte Open Source-Kongress am Freitag mit mehr als 30 Sprechern, unter anderem war Richard David Precht am Mikrofon.

„Ich war anfangs total skeptisch mit dem Kongress“, gibt Philipp Maiburg zu. „Es gab entsprechend der Open-Source-Idee viel Einfluss von außen, daher hatte ich mich mit dem Programm auch gar nicht wirklich auseinandergesetzt. Dann aber war ich begeistert. Wir werden allerdings ein finanzielles Loch stopfen müssen, weil wir am Freitag nicht genug Tickets verkauft haben.“

Das wird Maiburg sicher hinbekommen.

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