Flugsicherheit

Verdi beklagt fehlende Kontrolleure am Flughafen Düsseldorf

Wegen einer laut Verdi verspäteten Personalplanung und einem hohen Krankenstand kommt es an den Sicherheitskontrollen im Düsseldorfer Flughafen derzeit zu langen Warteschlangen.

Wegen einer laut Verdi verspäteten Personalplanung und einem hohen Krankenstand kommt es an den Sicherheitskontrollen im Düsseldorfer Flughafen derzeit zu langen Warteschlangen.

Foto: dpa

Düsseldorf.  Wegen Fehlplanung und hohem Krankenstand müssen Passagiere lange warten. Verdi: In Stoßzeiten kann Sicherheit nicht mehr garantiert werden.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Rund 90.000 Passagiere heben derzeit täglich vom größten NRW-Flughafen in Düsseldorf ab - fast ein Drittel mehr als an normalen Verkehrstagen. Das sorgt seit Ferienbeginn für lange Schlangen. Sei es am Check-In oder bei den Sicherheitskontrollen. Wegen dieser Zustände schlägt jetzt die Gewerkschaft Verdi Alarm. "Wenn die Mitarbeiter in der Sicherheitskontrolle vier bis sechs Stunden durchkontrollieren müssen, geht das zu Lasten der Konzentration", erklärt Gewerkschaftsekretär Özay Tarim. Und auch der Sicherheit, "die wir in den Stoßzeiten nicht mehr garantieren können."

Prognosen für Passagieraufkommen kamen zu spät

Adressat dieser Kritik sind zum einen die Firma Kötter, die die Luftsicherheitsassistenten an den Kontrollpunkten stellt, aber auch die Bundespolizei, die Auftraggeber des Sicherheitsunternehmens ist. Eine Ursache für die aktuellen Probleme seien falsche und späte Prognosen der Bundespolizei zum Passagieraufkommen in den Ferien, sagt Gewerkschafter Özay Tarim.

Ende April hätte die Bundespolizei in Hinblick auf die Ferien die sogenannte Kontrollstunden-Prognose korrigiert, gefordert wurden nun 30.000 Kontrollstunden mehr. Für den Dienstleister zu spät, um darauf zu reagieren. Denn neues Personal könne wegen notwendiger Sicherheitsfreigaben und der Ausbildung erst nach mehreren Monaten eingesetzt werden, so der Tarim. "Der Vorlauf müsste bei sechs Monaten liegen, die aktuellen Probleme beschäftigen uns also noch bis Oktober."

Flughafen fordert "personell bestmögliche Aufstellung" bei Partnerunternehmen

Ein weiteres Problem: Der Krankenstand liege laut Verdi derzeit bei rund 20 Prozent und führe zu einer weiteren Überlastung. Die gehe sogar so weit, dass sich Mitarbeiter fünf Minuten auf den Toiletten einschließen, um eine Ruhepause zu bekommen, hat er erfahren. "Das ist zwar nicht erlaubt, aber es ist auch ein Hilferuf der Mitarbeiter."

Das Essener Sicherheitsunternehmen Kötter teilt die Kritik und Einschätzung der Gewerkschaft nicht und bestätigt auch die von Verdi angeführten Zahlen nicht: "Unser Unternehmen hält sich bei den Fluggast- und Gepäckkontrollen an alle tariflichen Vereinbarungen und gesetzlichen Vorgaben." Dass es während der Ferienzeit zuweilen Wartezeiten gibt, sei eine normale Erfahrung an allen Airports", heißt es in einem schriftlichen Statement der Firma.

Zwar rät auch der Flughafen den Passagieren, insbesondere in den Ferien sehr frühzeitig zum Airport zu kommen, aber in diesem Jahr scheint die Situation doch angespannter. "In solchen absoluten Spitzenzeiten sind Warteschlangen leider auch am Airport nicht gänzlich auszuschließen. Und natürlich erwarten wir auch von unseren Partnern, mit denen wir in sehr engem Kontakt stehen, dass sie sich personell bestmöglich aufstellen", so Flughafen-Sprecher Christian Hinkel.

Betriebsversammlung am Mittwoch - gestreikt wird aber nicht

Das sieht Verdi-Sekretär Özay Tarim ähnlich. "Das Personal kann nur gut sein, wenn die Rahmenbedingungen stimmen." Genau deshalb will die Gewerkschaft nun handeln. Am Mittwochvormittag gibt es eine Betriebsversammlung der Kötter-Mitarbeiter am Düsseldorfer Flughafen. Dort soll auch über ein "Schutzinstrument" beraten werden, mit dem "juristisch und politisch Wirkung" erzielt werden soll. Was sich genau dahinter verbirgt, dazu hält sich der Gewerkschafter aber noch bedeckt.

Mit einem Streik, mit dem in Barcelona das Sicherheitspersonal den Flugbetrieb lahm gelegt hat, muss in Düsseldorf jedoch nicht gerechnet werden: "Das ist verboten und unser Ziel ist es nicht, den Fluggästen zu schaden."

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben