Sicherheit

Düsseldorf will Alkohol-Verkaufsverbot an Altstadt-Büdchen

Kommt bald das Aus für das Kioskbier? Die Stadt strebt für manche Tage ein Verkaufsverbot ab 22 Uhr an Büdchen in der Altstadt an.

Kommt bald das Aus für das Kioskbier? Die Stadt strebt für manche Tage ein Verkaufsverbot ab 22 Uhr an Büdchen in der Altstadt an.

Foto: Michael Gottschalk/ddp

Düsseldorf.   Die Stadt Düsseldorf strebt ein Verkaufsverbot für Alkohol am Wochenende in der Altstadt an. Dadurch soll die Sicherheit verbessert werden.

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Auf Kioskbesitzer in der Altstadt könnten harte Zeiten zukommen. Denn wie Oberbürgermeister Thomas Geisel und Polizeipräsident Norbert Wesseler gestern nach der zweiten Sicherheitskonferenz mitteilten, wird ein Verkaufsverbot für Alkohol an den Büdchen in der Altstadt angestrebt. Die Besitzer sollen demnach an Frei- und Samstagen sowie an Tagen vor Feiertagen ab 22 Uhr keinen Alkohol mehr verkaufen dürfen. Nun wird das geprüft.

Mit dem Verbot soll auch die Sicherheit in der Altstadt verbessert werden. Denn Betrunkene fallen dort häufig wegen ihrer Aggressivität auf. „Das wäre kein Patentrezept, aber ein probates Mittel, um gegen diese Auswüchse vorzugehen und sie einzudämmen“, sagte gestern Oberbürgermeister Geisel.

Beamten sind unter 50 Sekunden am Tatort

Zur Altstadtsicherheit trägt aber auch die ausgedehnte Videoüberwachung bei, mit der sich die Düsseldorfer Polizei auf einem guten Weg sieht. „Die Beamten sind in brenzligen Situationen in unter 50 Sekunden am Tatort und können so Schlimmeres verhindern“, sagt Wesseler. Dennoch werde weiterhin geprüft, ob noch mehr Kameras zum Einsatz kommen. Gerade in Nebenstraßen könnten noch welche installiert werden.

An Silvester soll es wie im vergangenen Jahr eine Böllerverbotszone geben.

Zusätzliche Polizei am Wochenende

Zur Sicherheits in der Altstadt trägt aber auch bei, dass mehr Polizisten unterwegs, sind so Wesseler weiter. Besonders am Wochenende sind zusätzliche Beamte im Einsatz. Motto weiterhin: Präsenz zeigen. Kleine Erfolge können die Beamten so schon verbuchen. Die Zahl der Taschendiebstähle ist innerhalb von zwei Jahren von über 2000 auf etwa 1000 Delikte zurückgegangen. Gleiches gilt für Raub (2015: 93 Straftaten, 2017: 45). Dennoch seien die vier Messerstechereien innerhalb der letzten fünf Monate „beunruhigend“ gewesen. „Wir denken aber, dass das negative Ausreißer waren und bleiben“, so der Polizeipräsident.

In dem Zusammenhang sei zudem oft von einem Waffenverbot die Rede gewesen, so OB Geisel. Doch dazu wird es nicht kommen. „Die Waffen, die benutzt wurden, sind ohnehin nicht erlaubt.“

Sicherheit bei Großveranstaltungen

Weiteres Thema der Sicherheitskonferenz, an der unter anderem auch die Staatsanwaltschaft, die Gerichte und die Bundespolizei teilnehmen, war auch die Sicherheit bei Großveranstaltungen. „Wir sind bei solchen Events gut aufgestellt, wir führen viele Gespräche mit den Veranstaltern“, so Wesseler. Man denke hinsichtlich der Blockaden aber über längerfristige Lösungen nach. „Im Bereich der Altstadt könnte es bauliche Blockaden geben, die auch mal länger stehen gelassen werden können, bis zur nächsten Veranstaltung“, erklärt Wesseler.

Im Bereich des Hauptbahnhofs könnte sogar „im Zuge der Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes eine dauerhafte Lösung“ in Betracht kommen, so der Oberbürgermeister. Erstmal sei aber nur ein Provisorium möglich.

„Klientel in den Griff bekommen“

Ein thematisiertes Projekt der Konferenz befasst sich mit ausländischen Intensivtätern, also mit Menschen, die innerhalb eines Jahres fünf Straftaten begangen haben. Sie sollen, wenn sie keinen Aufenthaltstitel haben, in ihre Heimat zurückgeschickt werden. „Es ist wichtig, Konsequenzen aufzuzeigen“, so der Polizeipräsident dazu. Es sei ein mühsamer Prozess, der rechtlich sauber ablaufen muss.

Für das nächste Frühjahr möchte die Polizei sich zudem genauer mit der „Poser-Szene“ auseinandersetzen, die aufgemotzten Autos sind vor allem an der Kö und am Mannesmannufer zu sehen. „Dieses Klientel müssen wir in den Griff bekommen“, so Norbert Wesseler.

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