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Verwirrung um Reduzierung beim Stern-Verlag

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Stadtmitte.  Im Internet-Portal Immobilienscout24 war an der Adresse Friedrichstraße 24 eine Gesamtfläche von 2265 Quadratmetern zur Vermietung ausgeschrieben. Detailreich und mit Skizzen der Räumlichkeiten auf drei Etagen konnten sich Interessenten ein Bild von dem Angebot machen. Dazu der Mietpreis von monatlich 24 500 Euro. Als Ansprechpartner wurde die Firma Stille Immobilien aus Düsseldorf genannt.

Doch auf Nachfrage beim Stern-Verlag bestreitet Inhaber Klaus Janssen, etwas mit der Anzeige zu tun zu haben: „Die Veröffentlichung ist nicht durch uns veranlasst worden. Wir haben dazu keine Entscheidung getroffen.“ Janssen, der mit öffentlichen Äußerungen zu seinem Geschäft als sehr zurückhaltend gilt, wollte sich auch nicht dazu äußern, ob er eine Vermietung von Teilflächen seines Geschäfts anstrebt. Die Anzeige war gestern schon bald wieder aus dem Internet-Portal verschwunden.

Bereits im Dezember war die größte Buchhandlung Deutschlands in die Schlagzeilen geraten. Damals hatte ein Bericht des Online-Dienstes des Börsenblatts für Aufmerksamkeit gesorgt. Darin wurde berichtet, dass die Kölner Buchhandlung VUB offenbar vor der Übernahme des Stern-Verlags sei. Janssen hatte damals erklärt, diese Gerüchte wolle er nicht kommentieren.

Seit vor etwa zehn Jahren sein Bruder starb, der auch sein Geschäftspartner im Stern-Verlag war, führt Janssen das Familienunternehmen in dritter Generation allein. 2001 hatte sich der Stern-Verlag nach einem Umbau mit einer Fläche von 8000 Quadratmetern als eines der größten Buchhandlungen in Europa präsentiert. Dort sind nach Angaben des Stern-Verlags 400 000 Bücher, CD-ROMs, DVDs und Hörbücher im Angebot vorrätig.

Aufgrund seiner Größe, aber auch wegen seiner umfangreichen Serviceleistungen ist die Buchhandlung nicht nur in Düsseldorf ein beliebtes Ziel. Auch aus der weiteren Region verbinden Buchliebhaber gerne den Besuch an der Friedrichstraße mit einem Abstecher in die Landeshauptstadt.

Doch der Versandhandel und die Zunahme von E-Books und E-Readern geht am Buchhandel nicht vorbei. In den vergangenen Jahren haben bundesweit die großen Ketten wie Thalia und Mayersche die Zahl ihrer Filialen reduziert und Verkaufsflächen verkleinert. Und der bundesweite Trend, dass die Zahl der Buchhandlungen sinkt, hat in den vergangenen Jahren auch vor Düsseldorf nicht Halt gemacht. So verzeichnete die Regionalgeschäftsstelle NRW des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels 2002 noch 76 Buchhandlungen in der Landeshauptstadt. Im vorigen Jahr lag die Zahl bei 47.

Aufgeben mussten in dieser Zeit auch zwei alteingesessene Geschäfte auf der Königsallee: Auf dem südlichen Teil der Kö schloss die Buchhandlung Linke, am nördlichen Teil verkündete 2004 Schrobsdorff das endgültige Aus. Zuvor hatte die Buchhandlung ihre Verkaufsfläche reduziert. Zu schaffen machten damals beiden vor allem auch die hohen Mietpreise an der Kö.

Immobilie ist in der Handdes Stern-Verlages

Von unschätzbarem Vorteil für den Stern-Verlag ist daher, dass die Immobilie in eigener Hand liegt. Das böte dem Unternehmen auch die Möglichkeit, Teile der Fläche zu vermieten. So hatte eine Zeit lang auch „Zweitausendeins“ seine Waren im Stern-Verlag angeboten. Bereits vor einiger Zeit hatte der Untermieter den Standort aber wieder aufgegeben.

Der Stern-Verlag ist eine Düsseldorfer Institution. Trotz Amazon und der Tatsache, dass immer mehr Menschen, Bücher in digitaler Form lesen, hat die Buchhandlung eine große und feste Stammkundschaft. Das ist nicht zuletzt den engagierten und fachkundigen Mitarbeitern zu verdanken. Egal, ob es um internationale Fachliteratur oder einen Geschenk-Tipp geht, sie setzten ihren Ehrgeiz daran, das richtige Buch zu finden.

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