Flughafen

Vor 25 Jahren kam der erste Flug aus der DDR nach Düsseldorf

Die Besatzung der Interflug mit Flugkapitän Eberhard Wallroth (4. von rechts) am 11. August 1989 vor ihrem Erstflug von Leipzig nach Düsseldorf. Die Maschine der DDR-Staatslinie war eine Iljuschin 62 M.

Die Besatzung der Interflug mit Flugkapitän Eberhard Wallroth (4. von rechts) am 11. August 1989 vor ihrem Erstflug von Leipzig nach Düsseldorf. Die Maschine der DDR-Staatslinie war eine Iljuschin 62 M.

Düsseldorf.   Am 11. August 1989 landete erstmals regulär ein Jet der DDR-Airline Interflug in Düsseldorf. Sie musste über Prag fliegen.

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Das Verhältnis beider deutscher Staaten war besonders. Das galt nicht nur beim kleinen Grenzverkehr, sondern auch in der Luft. Linienflüge von West nach Ost gab es in der Geschichte der deutschen Teilung nicht. Doch in den späten 1980er Jahren schienen sich die Beziehungen zu normalisieren. Die Teilung war – dachte man – zementiert. Und so führte man langwierige Verhandlungen, um Flüge vom einen in den anderen deutschen Staat durchführen zu können.

Einen ersten Versuch zu einem Flug Düsseldorf-Leipzig gab es 1986. Die beiden deutschen staatlichen Airlines, im Westen die Lufthansa, im Osten die Interflug, hatten sich auf einen Linienflug zwischen den Messestädten geeinigt. Doch überraschend machte ein anderer Akteur einen Strich durch die Rechnung. Die Alliierten, allen voran die USA, verhinderten die Aufnahme der Linienverbindung. Offiziell aus politischen Gründen, tatsächlich dürften handfeste wirtschaftliche Aspekte dahinter gestanden haben. Denn die Airlines der Alliierten hatten eine Art Monopol auf Flüge von Westdeutschland nach Berlin.

1989 gab es einen zweiten Versuch, wenige Wochen vor dem Ende der DDR. So einigten sich schließlich Lufthansa und Interflug auf gegenseitige Linienflüge von Ost nach West. Die Strecke von Frankfurt nach Leipzig bediente die westdeutsche Kranichairline. Der erste Flug fang am 10. August 1989 statt. Einen Tag später, heute vor 25 Jahren wurde die Verbindung Leipzig - Düsseldorf aufgenommen. Offizielle Begründung: Messeunterstützungsverkehr. Dass in jenem Sommer 1989 weder eine Messe in Düsseldorf noch eine in Leipzig stattfand, passt irgendwie in die Geschichte der deutsch-deutschen Beziehungen.

Während der Landung der Lufthansa in der DDR kaum Aufmerksamkeit geschenkt wurde, feierte die westdeutsche Presse den DDR-Flieger in Düsseldorf wie eine Sensation, es war eine Maschine russischer Produktion vom Typ Iljuschin 62 M. Viel Prominenz war Rhein-Ruhr Airport gekommen, unter anderem Lufthansa-Vorstandschef Heinz Ruhnau, Flughafenchef Bernd Rietdorf und der legendäre Kruppstiftungs-Lenker Berthold Beitz standen am Flugfeld – neben Dutzenden Journalisten. Düsseldorfs Oberbürgermeister Klaus Bungert sprach von einem „zweifelsfrei historischen Ereignis“, lobte die wachsende Partnerschaft mit Leipzig, die „Aktuelle Kamera“, die Nachrichtensendung des DDR-Fernsehens, berichtete ausführlich, zeigte auch Bungerts Rede.

Kurios ist der Weg, den die Interflugmaschine bei ihren wöchentlichen Flügen nahm: Sie überflog Prag. Direkt betrüge die Strecke 390 Kilometer, so sind es knapp 900. Das Überfliegen der deutsch-deutschen Grenze war ausgerechnet deutschen Flugzeugen verboten.

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