Alkoholverbot

Alkoholverbot in Duisburger City wird bis März verlängert

Ausnahmen des Alkoholverbots in der Duisburger Innenstadt zu Veranstaltungen, wie derzeit auf dem Weihnachtsmarkt, soll es auch künftig geben. In die verlängerte Pilotphase fällt beispielsweise die Karnevalszeit.

Ausnahmen des Alkoholverbots in der Duisburger Innenstadt zu Veranstaltungen, wie derzeit auf dem Weihnachtsmarkt, soll es auch künftig geben. In die verlängerte Pilotphase fällt beispielsweise die Karnevalszeit.

Foto: Christoph Wojtyczka

Duisburg.   Der Duisburger Rat beschließt die Verlängerung eines befristeten Alkoholverbots in der Innenstadt bis Ende März. Testphase wird noch ausgewertet.

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Das Alkoholverbot in der Innenstadt wird bis Ende März verlängert. Dies beschloss gestern der Rat mehrheitlich mit den Stimmen von CDU und SPD. Damit folgten die beiden großen Fraktionen dem Wunsch der Verwaltung, die Mitte November ausgelaufene Probephase zeitlich auf weitere vier Monate auszuweiten. Bislang habe sich das Alkoholverbot auf das Erscheinungsbild in der Innenstadt „positiv“ ausgewirkt, erklärte der Oberbürgermeister.

Durch entsprechende Kontrollen des Ordnungsamtes hätten die Störungen durch die Trinkerszene am Kuhtor abgenommen. Ein im September der Szene zur Seite gestellter Sozialarbeiter baue Vertrauen auf. Er arbeite mit dem Verein gegen Kälte zusammen, sei dreimal in der Woche vor Ort und solle die alkoholkranken Menschen für weitergehende Hilfen beispielsweise bei der Wohnungs- oder Jobsuche motivieren. Fünf Szeneangehörige konnten bislang an die ZABV (Zentrale Anlauf-, Beratungs- und Vermittlungsstelle) vermittelt werden.

Gespräche am Runden Tisch laufen weiter

Mustafa Arslan vom Suchthilfeverbund Duisburg e.V. weiß, dass eines der größten Probleme die Obdachlosigkeit der Betroffenen ist. Manche lebten seit mehr als 10 Jahren auf der Straße. „Wir brauchen eine intensive Betreuung, kein Verbot“, sagt er. Allerdings habe das Alkoholverbot auch ein Gutes. Das Thema werden anders wahrgenommen, Lösungsansätze entwickelt.

Und genau deshalb bat Sören Link um die Verlängerung des Verbotes. Derzeit werden noch die Ergebnisse der ersten Pilotphase ausgewertet. Mit genauen Fakten rechnet die Verwaltung Anfang 2018. „Außerdem laufen die Gespräche am Runden Tisch“, erklärte der OB.

Bis zur Ratssitzung im März sollen Ergebnisse vorliegen

Wie schon im März kritisierten die kleineren Fraktionen das Verbot. Von einer „Wunschlesart“ und davon, dass die „Menschen kriminalisiert“ werden, sprach Grünen-Fraktionssprecher Sait Keles. Ratsfrau Britta Söntgerath sieht nur eine Lösung für den Moment und eine Verdrängung der Szene. Dies sei „kein schönes Stadtmarketing.“

Sören Link betonte noch einmal, dass es darum gehe, „ein Verhalten anzusprechen und zu ahnden, was nicht in Ordnung ist. Und es geht nicht nur um ein Gefühl, sondern um Daten und Fakten.“ Bis zur nächsten Ratssitzung am 5. März sollen diese vorliegen.

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