Stadtentwicklung

Antrag im Duisburger Rat: Zurück zur „Duisburger Freiheit“

Vor dem DOC-Bürgerentscheid forderte Unternehmer Kurt Krieger, den Stillstand zu beenden. Jetzt tun dies fünf Ratsparteien – mit anderem Ziel.

Vor dem DOC-Bürgerentscheid forderte Unternehmer Kurt Krieger, den Stillstand zu beenden. Jetzt tun dies fünf Ratsparteien – mit anderem Ziel.

Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Fünf kleinere Rats-Parteien fordern per Antrag: Stillstand auf dem alten Güterbahnhofsgelände beenden, City stärken und Foster-Plan realisieren.

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Mit der Aufforderung, den Stillstand auf dem alten Güterbahnhofsgelände zu beenden, ging Unternehmer Kurt Krieger vor dem DOC-Bürgerentscheid auf Stimmenfang für seine Pläne, dort eine Designer-Outlet zu bauen. Damit ist er gescheitert. Jetzt drehen die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke, Junges Duisburg/DAL, Piraten-SGU-BL und die FDP-Gruppe ihrerseits den Spieß um, und fordern in einem gemeinsamen Antrag für die Ratssitzung am 27. November, die Verwaltung dazu auf, den „Stillstand auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände zu beenden“; unter anderem dadurch, dass die Verwaltung „unverzüglich“ ermitteln soll, wie lange die von Grundstückseigentümer Krieger angekündigte „Denkpause“ denn dauern wird.

Grundstück zum „Einkaufspreis“

Zudem soll die Verwaltung Kriegers Aussage, dass das Grundstück zum Einkaufspreis zurückgekauft werden kann, prüfen, mit ihm darüber verhandeln und gegebenenfalls Vorbereitungen für den Kauf treffen. Der Rat soll darüber ebenso schnell informiert werden, wie über den Zeitplan weiterer Schritte und über jeden Interessenten für das Gelände.

Weiter soll der Rat den Grundsatzbeschluss zum Foster-Plan („Duisburger Freiheit“) für das Gelände bestätigen und vom Oberbürgermeister fordern, an der Realisierung der Planung für ein urbanes Quartier zu arbeiten. Die Verwaltung soll mit allen Akteuren (u.a. Handel, IHK, Citymanagement) Gespräche führen, welche veränderten Rahmenbedingungen und Schritte die Innenstadt stärken können, auch darüber soll der Rat zeitnah informiert werden.

Bürgerschaft einbeziehen

Ziel sei es, die Innenstadt zu stärken und das Güterbahnhofsgelände zeitgemäß zu entwickeln, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der antragstellenden Parteien. „Fosters Masterplan für das Gelände soll die Basis sein“, erklärt Grünen-Fraktionssprecherin Claudia Leiße auf Anfrage der Redaktion. Der müsse natürlich an die heutige Zeit angepasst werden. Etwa mit einem ausreichenden Anteil an Sozialwohnungen, wie Linken-Fraktionsvorsitzende Martina-Ammann-Hilberath betont.

Umdenken müsse man sicher auch in Hinblick auf die Innenstadt, meint Claudia Leiße: „Wir haben erhebliche Zweifel, dass die Altstadt für den Einzelhandel zu retten ist. Mehr Gastronomie dort anzusiedeln, wäre dagegen eine Möglichkeit. Es gilt, neu zu denken, wo muss ich welche Nutzung aufgeben, welche kann ich dafür fördern.“

Bürgerschaft einbeziehen

Eine Möglichkeit der Förderung durchs Land sieht Leiße, sollte die Stadt das Grundstück kaufen wollen: „Kriegers an einem Infomobil in der Duisburger Innenstadt getätigte Aussage, das Grundstück zum Einkaufspreis zu verkaufen, nehmen wir nicht ernst. Der wird schon seine Planungskosten aufschlagen. Aber die Stadt könnte das Gelände durchaus kaufen und selbst entwickeln.“ Aus wichtigen städtebaulichen Gründen gebe es vom Land Fördermittel zum Ankauf solcher Grundstücke, sagt Leiße.

Und wie die Grünen, seien sich die anderen Parteien, die den Antrag stellen, weitgehend einig, dass bei der Überlegung zur Entwicklung des Geländes auch die Bürgerschaft einbezogen werden müsse.

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