Die Tat machte im Sommer vergangenen Jahres Schlagzeilen über Duisburg hinaus: Eine 17-jährige Schwangere war in den Friemersheimer Rheinauen von ihrem Ex-Freund und drei weiteren Angreifern attackiert und mit Schlägen und sieben Messerstichen verletzt worden. Gestern hat die Jugendkammer des Landgerichts Duisburg die vier Jugendliche im Alter zwischen 16 und 17 Jahren wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit versuchtem Schwangerschaftsabbruch und gefährlicher Körperverletzung zu Jugendstrafen zwischen vier und fünfeinhalb Jahren verurteilt.

Der Prozess wurde wegen des Alters der Angeklagten nicht öffentlich geführt. Die Haftbefehle gegen alle vier Angeklagten bleiben aufrechterhalten und in Vollzug.

Im Gebüsch gewartet

Die Kammer ist davon überzeugt, dass einer der Angeklagten der mutmaßliche Vater des damals ungeborenen Kindes ist. Da der 16-jährige Jugendliche nicht Vater des Kindes werden wollte, verabredete er sich mit den weiteren Angeklagten, das ungeborene Kind und die Mutter zu töten. Im Vorfeld der Tat soll er ihr bereits mehrfach gedroht haben, dass niemand erfahren dürfe, dass er der Vater sei.

An jenem Donnerstagabend im September traf sich das Ex-Paar, um über das Kind zu reden. Die übrigen Angeklagten warteten bereits in den Rheinauen mit Messern bewaffnet in einem Gebüsch versteckt. Der angeklagte Kindsvater ging mit dem Mädchen zu einer abgelegenen Stelle. Auf sein Zeichen hin griffen die übrigen maskierten und jeweils mit Messern bewaffneten Angeklagten ihr Opfer an. Die 17-Jährige war völlig überrascht und hatte nicht mit dem Angriff auf ihr Leben gerechnet.

Zwar führten die Angeklagten ihren Plan, die Geschädigte und das ungeborene Kind zu töten, nicht weiter aus, erklärte das Gericht in seiner Urteilsbegründung, spricht aber dennoch von heimtückischen Mordversuch und einer versuchten Abtreibung.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.