Es sind die Fragen, die viele junge Menschen beschäftigen: Wo möchte ich später arbeiten? Welche Berufe gibt es - was passt zu mir? Antworten bot die Ausbildungsbörse im Krupp-Gymnasium. Am Samstag lud die Schule erstmals zum Informationstag mit unterschiedlichen Arbeitgebern ein. Initiiert wurde die Jobbörse von den örtlichen politischen Fraktionen. „Hier entstand die Idee, Arbeitgeber in Rheinhausen bekannter zu machen. Oft ist den Schülern nicht klar, welche Karrieremöglichkeiten sich vor Ort bieten“, erklärten Daniela Lehmann und Kirsten Blaschke von der Bezirksverwaltungsstelle Rheinhausen.
Ein halbes Jahr haben sie die Ausbildungsbörse geplant, Unternehmen kontaktiert und über ihr Vorhaben informiert. Mit Peter Jöckel, Schulleiter des Krupp-Gymnasiums, wurde aus einer Idee ein umsetzungsfähiges Konzept. „Die Idee, eine Plattform für Schüler und Unternehmen zu bieten, gefiel auf Anhieb“, sagte er.
In der Schule gebe es viele Projekte zur Berufsorientierung für die 850 Schüler. „Bei uns beginnt der Blick auf die berufliche Zukunft in der achten Klasse mit einer Potenzialanalyse von Fähigkeiten und Interessen.“ Später folgen ein Praktikum in Sozialeinrichtungen und ein Betriebspraktikum in Klasse zehn. „Wichtig ist uns auch das Einbeziehen von kleinen Betrieben aus der Region bis hin zu Großunternehmen und Universitäten.“
Probeweise Blutdruck messen
Dass das Konzept aufgeht, zeigte die erste Ausbildungsbörse am Samstag: 19 lokale und bundesweit agierende Unternehmen stellten ihre Arbeit vor. Schüler des Krupp-Gymnasiums und anderer weiterführender Schulen nutzten die Gelegenheit, mit Unternehmensvertretern in Kontakt zu kommen.
Schon draußen vor den Türen des Gymnasiums ging es spannend zu: Die Bundeswehr präsentierte sich mit großem Fahrzeug in Tarnfarben, die Feuerwehr öffnete ihr großes Löschfahrzeug für Schüler und interessierte Eltern. Im Innenbereich gab es an Ständen Informationsmaterial zum Mitnehmen und die Möglichkeit zum lockeren Gespräch. So informierte die Stadt Duisburg über ihre Ausbildungs- und dualen Studienwege, während wenige Meter weiter das Johanniter-Krankenhaus Auskunft über Pflegeberufe gab. „Unsere Ausbildungsschüler erzählen selbst, wie sie die Ausbildung empfinden“, sagte Susanne van gen Hassend, Pflegedirektorin des Rheinhauser Krankenhauses.
„Macht vor dem Studium ein Praktikum!“
Die 17-jährige Melina Dietzen besucht die zehnte Klasse am Krupp-Gymnasium. „Ich interessiere mich für Logopädie und Pädagogik“, sagte sie. Nach einem Grundschulpraktikum habe sie gemerkt, dass ihr die Arbeit mit Menschen liegt. Ihre Freundin möchte in Richtung Neurologie studieren. Beide informierten sich am Stand der Johanniter. Die 20-jährige Seval Praganic, Auszubildende zur Gesundheits- und Krankenpflegerin, rät: „Macht ein Praktikum, bevor ihr ein Studium oder eine Ausbildung beginnt.“ Beim Blutdruckmessen und der Händedesinfektion unter ultraviolettem Licht probierten die beiden Schülerinnen sich gleich mal alltagstauglich aus. Besonders beliebt bei der Ausbildungsbörse: der Infostand der Polizei.
Michael Wieseler von der Duisburger Polizei klärte über körperliche und formelle Einstellungsvoraussetzungen auf. Der 15-jährige Syrer Aam und Mitschüler Saman besuchen die Integrationsklasse am Krupp-Gymnasium. „Wir verbessern unser Deutsch, damit wir vielleicht mal bei der Polizei arbeiten können“, so die Schüler.
Schulleiter Jöckel war erfreut über die vielen Informationsgespräche und guten Kontakte: „Viele Schüler fragen bereits nach der Fortsetzung. Wir wollen die Ausbildungsbörse in den kommenden Jahr fortführen und etablieren.“


