Es endlich regnen lassen – das können, so sagt man, nur alteingesessene Indianerstämme. Die Feuerwehr versucht es in diesen Tagen ebenfalls. Allerdings nicht durch Regentänze, sondern durch herkömmliche Technik mit Schläuchen und Pumpen...

Man könnte denken, die Wiesen auf der Krupp-Deponie hätten bereits Feuer gefangen, so umfangreich war der Feuerwehreinsatz. Mehrere Kilometer Schläuche rollten die Wehrleute aus, um die Fläche zu bewässern. Das Wasser pumpten sie direkt aus dem 400 Meter entfernten Rhein. Mehrere Löschzüge aus dem gesamten Stadtgebiet waren vor Ort, darunter eine Drehleiter.

„Alle sind hochmotiviert!“

„Wir werden etwa fünf Stunden hier sein. Unser Ziel ist es, 2,5 Millionen Liter Wasser zu verteilen“, sagt ein Sprecher der Feuerwehr am frühen Abend. 8000 Liter pro Minute holt die Hochleistungspumpe pro Minute allein aus dem Fluss, viermal so viel, wie die normale Pumpe eine Rüstwagens schafft. Ein Teil des Wassers kommt dazu aus dem städtischen Hydrantennetz.

© Ulla Michels

„Das ist bei den Temperaturen natürlich eine Plackerei, so viele Schläuche auszurollen und zu bedienen. Wir kommen ja auch alle direkt von der Arbeit oder müssen morgen wieder früh raus. Aber alle sind hochmotiviert“, so der Sprecher. „Es ist auch eine interessante Aufgabe, weil wir mit den Geräten mal so richtig ans Limit gehen können. Bei Löschansätzen müssen wir ja immer Wasser sparen, hier ist es das genaue Gegenteil.“ 47 Wehrleute sind in Rheinhausen im Einsatz, zum Abbau kommen nochmal 13 Anwärter der Berufsfeuerwehr dazu.

Elf Flächen im Stadtgebiet werden bewässert

Doch die Aktion dient nicht der Verhinderung von Waldbränden, sondern allein der Bewässerung der Grünflächen. „Wir versuchen, einen ordentlichen Niederschlag nachzuahmen, indem wir 30 Liter pro Quadratmeter auf die Wiesen pumpen lassen“, sagt Volker Heimann, Leiter des Umweltamts. Die städtische Behörde hatte die Feuerwehr um Hilfe gebeten, weil die eigentlich zuständigen Wirtschaftsbetriebe mit der Bewässerung von Grünflächen nicht nachkommen. Die Wiesen an den Rheinauen sind eine von elf Flächen im Stadtgebiet, die bewässert werden.

„Wir wollen vor allen den Jungbäumen helfen, die in den letzten zwei Jahren mithilfe des kommunalen Investitionsprogramms gepflanzt worden sind. Ihre Wurzeln sind noch nicht so stark ausgebildet und können nicht so viel Wasser speichern“, erklärt Heimann.

Ein Appell an die Duisburger

„An der Deponie ist die Lage besonders ungünstig, da es dort sehr windig und sonnig ist.“ Sollte die Hitze in den kommenden Tagen anhalten, werde die Aktion wiederholt. Natürlich leiden auch andere Bäume und Sträucher unter der Wetterlage. „Die Fläche muss aber groß genug sein, dass es sich für die Feuerwehr lohnt“, sagt Heimann.

Auch versicherungstechnische Gründe spielen laut Pressestelle der Stadt eine Rolle. Immer wieder gehen Anfragen ein, in denen Bürger darum bitten, die Grünflächen bei ihnen in der Umgebung zu bewässern. „In der Stadt stehen 50 000 Bäume. Es ist unmöglich, die alle zu bewässern“, sagt Sprecherin Susanne Stölting. „Wir wollen die Menschen aufrufen, selbst tätig zu werden. Mit einer Gießkanne oder einem Eimer kann jeder Abhilfe leisten.“

Vielleicht hilft aber auch ein Regentanz.

<<< Auch der Stadtwald wird gewässert <<<

Neben den Rheinwiesen an der Krupp-Deponie werden ausgewählte Flächen im ganzen Stadtgebiet bewässert.

Dazu zählen der Stadtwald Hamborn, Im Eickelkamp in Röttgersbach, die Fundsbergstraße in Fahrn und die Otto-Hahn-Sraße/Erhardstraße in Neumühl.

Außerdem rückt die Feuerwehr zum Niederthalener Dorfweg in Baerl, zum Ehinger Berg in Mündelheim, zur Emmericher Straße in Meiderich und zur Essenberger Straße in Neuenkamp aus.