Natur

Wenig Wasserstellen: Hitze plagt heimische Tiere

Ein durstiger Igel trinkt hastig an einer Wasserschale in einem Rheinhauser Garten.

Foto: Andrea Warmers

Ein durstiger Igel trinkt hastig an einer Wasserschale in einem Rheinhauser Garten.

Duisburg-Rumeln-Kaldenhausen.   Vögel, Bienen und andere heimische Tiere suchen nach Wasserstellen. Ein Video zeigt, wie ein Igel in Rheinhausen seinen Durst im Garten stillt.

Ob Igel, Vögel, Bienen oder Hummeln – mit dem aktuell heißen und trockenen Wetter plagen sich nicht nur Menschen, sondern auch die Tiere in heimischen Gärten. Denn: „Es hat lange nicht geregnet“, sagt Kerstin Ciesla, 1. Vorsitzende der Kreisgruppe Duisburg des Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) e. V.. „Die Tiere finden momentan immer weniger Wasserstellen draußen und haben manchmal lange nichts getrunken. Wer also einen eigenen Garten hat, kann ihnen schon mit minimalem Aufwand helfen und einfach einen Unterteller oder eine Schale mit Wasser zum Trinken hinstellen. Igel und Vögel werden dort schon hin finden“, weiß die Naturschützerin.

Wegen der Hitze: Kleiner Igel mit riesigem Durst

Ein Igel trinkt während der Hitze im Juli 2018 in einem Garten in Duisburg-Rheinhausen.
Ein Igel mit riesigem Durst trinkt in einem Rheinhauser Garten

Und das wissen auch die Menschen im Duisburger Westen: Eine Gartenbesitzerin aus Rheinhausen nahm sich in ihrer heimischen Grünoase gerade erst einem Igel an, der durstig über ihre Wiese bis zum Teich torkelte. Auf seiner Suche nach Wasser, so die Rheinhauserin, sei er dann beinahe in den Teich gefallen. Also holte sie dem stacheligen Gartenbesucher schnell eine Schale mit frischem Wasser. Dieser stillte darauf hastig seinen großen Durst – sehr zur Freude der Gartenbesitzerin, die ihn dabei in aller Ruhe filmen durfte.

Auch Badestellen für Vögel sind wichtig

Tatsächlich, so ist es auch beim Naturschutzbund (Nabu) e. V. im Internet nachzulesen, verdursten auch Vögel in einem so heißen Sommer, wenn sie keine Wasserstellen finden würden. Deswegen sei das Angebot einer Tränke und Badestelle für die Tiere eine wichtige Hilfe. Einen Teich anzulegen, sei nicht nötig: eine einfache Tonschale genüge bereits. Allerdings sollten Gartenbesitzer darauf achten, eine Wassertiefe von fünf Zentimetern nicht zu überschreiten, so der Nabu. Und: „Ein in die Schale gelegter Stein hilft beim Anflug und bewahrt vor dem Ertrinken; ebenso ein Holzstück in einer offenen Regentonne.“ Natürlich sollte die Tiertränke regelmäßig nachgefüllt und gesäubert werden. Als Badestelle für die Gartenvögel könne auch eine mit Sand befüllte Mulde dienen oder ein alter Sandkasten, so der Nabu.

Durstig sind aktuell aber auch die heimischen Insekten, wie Bienen, Hummeln, Wespen und Hornissen. Auch sie sind dankbar für eine zusätzliche Wasserstelle im Garten, wissen die Imker im Bienenmuseum in Rumeln-Kaldenhausen. „Aber Bienen verdursten nicht so schnell“, sagt der Vorsitzende des Bienenzuchtvereins Rumeln e. V., Herbert Merfort. „Denn sie fliegen so lange, bis sie irgendwo eine Wasserstelle finden oder sie nutzen den Morgentau.“

Bienen brauchen Wasser mit Halt

Doch jetzt im Sommer, wenn die Insekten nicht mehr so viel Nektar finden, weil die Blüte weniger wird, seien die Tiere durchaus dankbar für zusätzliche Wasserstellen, die von Gartenbesitzern aufgestellt würden, so der Imker. Allerdings sollten diese unbedingt darauf verzichten, das Wasser dabei mit Fruchtzucker anzureichen, „denn sonst verärgern sie die umliegenden Imker, die ja Honig und keinen Zucker produzieren wollen“, sagt Herbert Merfort. Reines Wasser in einer Schale genügt den Insekten. „Und beispielsweise Korken darin, damit die Bienen Halt finden und nicht ertrinken“, erklärt der Vorsitzende des Rumelner Bienenzuchtvereins und zeigt auf die um,funktionierte Hühnertränke am Bienenmuseum, an der gerade einige Bienen ihren Durst stillen. „Bienen benötigen die Flüssigkeit vor allem, um die Pollen damit aufzubereiten“, erklärt sein Imkerkollege Norbert Nynkowski aus Rumeln. „Und sie regulieren mit dem Wasser auch die Temperatur im Volk“, ergänzt Herbert Merfort. Also lieber mal ein Schälchen mehr in diesen Tagen in den Garten stellen...

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