Mit der Fusion der Essener und Mülheimer Verkehrsgesellschaften zur Ruhrbahn und damit zum größten Nahverkehrsunternehmen im Ruhrgebiet sollten Millionen Euro eingespart und gleichzeitig die Weichen für einen attraktiveren Bus- und Bahnverkehr gestellt werden. Jetzt liegt der erste Geschäftsbericht nach dem Zusammenschluss vor. Den großen Sprung nach vorne hat die Ruhrbahn noch nicht geschafft. Der Vorstand spricht von „schwierigen Rahmenbedingungen“, ist aber mit der Geschäftsentwicklung „insgesamt zufrieden“.
Das Unternehmen betont, das operative Unternehmensergebnis im ersten Geschäftsjahr 2017 um 1,3 Millionen Euro verbessert zu haben. Da aber eine geplante RWE-Dividende von 2,5 Millionen Euro ausgeblieben war, wurde das erwünschte Ergebnis des Wirtschaftsplanes um 1,2 Millionen Euro verfehlt.
Essener Verkehrsbetrieb will Millionen sparen
Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Weber (SPD) erklärte: „Das sind zwar nicht die Beträge, die Essen und Mülheim erwarten. Aber unterm Strich waren wir erfolgreich.“ Weber gab zu bedenken, dass der Zusammenschluss erstmal Kosten verursacht habe. 1,5 Millionen Euro wurden dafür veranschlagt. „Aber wir haben eine Basis geschaffen. Wir haben bessere Rahmenbedingungen. Wir sind jetzt so aufgestellt, dass wir in die Vollen gehen können“, so Weber.
Konkrete Zahlen zu möglichen Synergieeffekten hatte der Vorstand zwar nicht genannt. Aber man orientiere sich an den Zielen des früheren Verbundes Via, dem die Essener, Duisburger und Mülheimer Verkehrsbetriebe angehörten. Demnach müssten von den angestrebten Einsparungen von 13 Millionen Euro noch etwa die Hälfte erbracht werden.
Aufsichtsratsmitglied Friedhelm Krause (CDU) glaubt, dass dies in den nächsten Jahren zu schaffen ist. „Der Abschluss 2017 konnte noch keine weiteren Früchte tragen. Die Synergien, die wir uns versprochen haben, werden erst noch kommen.“ So die geplante Zusammenlegung von Werkstätten und eine gemeinsame Leitstelle an der Schweriner Straße in Essen. Zudem habe die Ruhrbahn ein zusätzliches Effizienzprogramm aufgestellt, sagte Krause. Und: Mit den Arbeitnehmervertretern gebe es nun eine Betriebsvereinbarung für den Fahrdienst, ergänzte Weber.
Mehr Busfahrten führen zu Kostensteigerungen
Allerdings muss sich die Ruhrbahn auf Mehrausgaben in Millionenhöhe einstellen. Der Nahverkehrsplan sieht weitere Angebote vor. Krause: „Wenn die Stadt Mehrleistungen will, dann wirkt sich das auch auf das Ergebnis aus.“
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Zudem führe die für das Sofortprogramm „Saubere Luft“ geplante Verdichtung von Bus-Takten zu Zusatzkosten, berichtete Wolfgang Weber. Auch werde es in Zukunft angesichts hier und da unterschiedlicher Interessen der Gesellschafter „nicht einfacher“. Auf den Punkt: „Mülheim will Strecken stilllegen. Und wir in Essen wollen ausbauen“, sagte Weber.
>>DIE BILANZ DER RUHRBAHN VON 2017
Die Ruhrbahn steigerte ihre Verkehrserträge in Essen von 108,4 auf 110,5 Mio € und von 26,2 auf 26,5 Mio € in Mülheim.
Das Unternehmensergebnis lag bei 61,8 Mio € , investiert wurden 39,6 Mio €.
Die Ruhrbahn beförderte 116,2 Mio Fahrgäste in Essen, in Mülheim 26,1 Mio.